13 bis 18

(13) Eine große nichtjüdische Nation soll in Amerika, dem Verheißenen Land, in den Letzten Tagen heranwachsen.

Nachfolgend die Vision Nephis über die Gründung einer großen nichtjüdischen Nation im Land der Verheißung, Amerika: „Dennoch siehst du, dass die Nichtjuden, die aus der Gefangenschaft hervorgegangen und in dem Land, das vor allen anderen Ländern erwählt ist (Amerika), durch die Macht Gottes über alle andern Völker erhoben worden sind, in dem Land, über das Gott der Herr mit deinem Vater (Lehi) einen Bund gemacht hat, dass es seine Nachkommen als Land des Erbteils besitzen sollten – du siehst also, dass Gott der Herr nicht zugeben wird, dass die Nichtjuden deine Nachkommen, die sich mit denen deiner Brüder vermischen werden, gänzlich vernichten.

Auch wird er nicht zugeben, dass die Nichtjuden die Nachkommen deiner Brüder vernichten…

… will ich den Nichtjuden an jenem Tage gnädig sein und durch meine Macht vieles von meinem Evangelium hervorbringen, was klar und kostbar sein wird, sagt das Lamm. (1. Nephi 13:30-34)

Im 21. Kapitel des 1. Nephi zitiert der Prophet Nephi den ganzen Jesaja, der sich hauptsächlich auf den Aufbau und die Gründung Israels in den letzten Tagen bezieht. Und dann, in Kapitel 22, wird Nephi von seinen Brüdern gefragt, ob die Prophezeiungen im 49. Kapitel Jesajas, die er vorgelesen hatte, wörtlich genommen werden müssen, oder sind sie geistig, oder muss man dafür eine geistige Auslegung haben. Nephi antwortet, dass sie „sowohl zeitliche als auch geistige Dinge“ betreffen, aber in der Hauptsache sprach er sich für eine buchstäbliche Auslegung aus. Zum Schluss bezieht er sich auf die mächtige Nation unter den Nichtjuden, die Gott heranziehen wird, um Israel zu segnen. Er sagt: „Und es bedeutet, dass die Zeit kommt, nachdem das ganze Haus Israel zerstreut und zuschanden geworden ist, wo Gott der Herr ein mächtiges Volk unter den Nichtjuden erwecken wird, ja, selbst in diesem Lande, und unsre Nachkommenschaft soll durch sie zerstreut werden.

Und nachdem unsre Nachkommenschaft zerstreut worden ist, wird Gott der Herr ein wunderbares Werk unter den Nichtjuden tun, das für unsre Nachkommen von großem Wert sein wird, daher heißt es vergleichsweise, dass sie von den Nichtjuden gepflegt und in ihren Armen und auf ihren Schultern getragen werden.

Und es soll auch von Wert für die Nichtjuden sein und nicht nur für die Nichtjuden, sondern für das ganze Haus Israel…“ (1. Nephi 22:7-9)

Ein anderer Buch-Mormon-Prophet, Jakob, Nephis Bruder, sagte, als er über die Sammlung Israels und die Wiederherstellung ihrer Länder sprach:

„Und es wird geschehen, dass sie von ihrer langen Zerstreuung von den Inseln des Meeres und von den vier Teilen der Erde zurückgeführt werden sollen; und die Nationen der Nichtjuden werden groß in meinen Augen sein, spricht Gott, weil sie sie in die Länder ihres Erbteils zurückführen werden.

Ja, die Könige der Nichtjuden sollen ihre Pflegeväter und deren Königinnen ihre Ammen sein; daher sind die Verheißungen des Herrn an die Nichtjuden groß; denn er hat es gesprochen, und wer kann es bestreiten?

Aber sehet, dieses Land, sagt Gott, soll ein Land deines Erbteils sein, und die Nichtjuden sollen in diesem Lande gesegnet sein…

… aber trotzdem will ich die Herzen der Nichtjuden erweichen, dass sie wie Väter zu ihnen sein werden; daher sollen die Nichtjuden gesegnet sein und zum Haus Israels gezählt werden. (2 Nephi 10:8-18)

Aus all diesem hat es den Anschein, dass die große Amerikanische Nation, die nichtjüdische Nation, einen bedeutenden Anteil an der Sammlung und den Aufbau Israels in ihrem verheißenen Land, Amerika, haben soll.

Siehe das Vorwort auf der Titelseite des Buches Mormon:

„Dieses Buch soll dem Überrest des Hauses Israel zeigen, welch große Dinge der Herr für ihre Väter getan hat, damit sie die Bündnisse des Herrn erkennen und wissen mögen, dass sie nicht auf ewig verstoßen sind. Es soll auch (dafür wurde das Buch Mormon geschrieben und bewahrt) die Juden und die Nichtjuden überzeugen, dass Jesus der Christus und der Ewige Gott ist.“

Dies ist gemäß dem Buch Mormon die Mission der Vereinigten Staaten; aber View of the Hebrews ging dem Buch Mormon etwa sieben Jahre voraus!

(13) Die Amerikanische Nichtjüdische Nation (USA) soll, wie an sie in View of the Hebrews appelliert wird, zum Erretter Israels in Amerika werden.

Ethan Smiths Kapitel Vier des View of the Hebrews ist dem Appell an die Christliche Nation der Vereinigten Staaten gerichtet, das Werkzeug zu werden, den amerikanischen Indianern das Evangelium zu predigen und sie zur Gunst und Segnung Gottes wiederherzustellen.

Die Überschrift des vierten Kapitels lautet „Ein Appell des Propheten Jesaja in Bezug auf die Wiederherstellung seines Volkes“. Das Kapitel ist in der Tat eine Erklärung von Jesaja 18, das er als einen Appell des alten Propheten an die große Nation des Westens „hinter den Mündungen des Nils“ auslegt. (S. 228) Man wird sich erinnern, dass Jesaja 18 mit dem Ausruf beginnt: „Weh dem Land, das von Flügeln überschattet wird“, was wie eine Abwertung klingt. Dies änderte Ethan Smith um in „Holla, Land, das mit Flügeln überschattet“. (S. 237) und sagt, dass die besten Ausleger dieser Auslegung zustimmen, und dass die Begrüßung ein freundlicher Aufruf zur Aufmerksamkeit ist, anstatt eine Denunziation, und was folgt ist eine Einladung an das Land, das mit Flügeln überschattet, daran teil zu haben, „dem Herrn der Heerscharen eines zerstreuten und entblößten Volkes“ ein Geschenk zu bringen. (S. 229, 239, 244, 247) Es muss unbedingt das ganze Kapitel gelesen werden; wir können nur einige Auszüge liefern. „Die Pflicht, ihnen (den amerikanischen Indianern) das Evangelium zu senden und ihnen – koste es, was es wolle – das Christentum und die Segnungen des zivilisierten Lebens zu lehren, ist großartig und dringlich für jeden Grundsatz der Menschlichkeit und des allgemeinen Wohlwollens. Und diese Pflicht obliegt besonders den Menschen, die jetzt das frühere Erbe der Ureinwohner besitzen, und von zu vielen von ihnen haben diese Menschen unerträgliches Leid erfahren.“ (S. 227) „Man findet im achtzehnten Kapitel des Propheten Jesaja einen Aufruf, der für Amerika als höchst interessant zu begreifen ist… Der Autor… fand, dass es ein Aufruf an einige Christen der letzten Tage ist, genau zur Zeit der endgültigen Wiederherstellung Gottes alten Volkes; ein Appell an solch ein Volk, dass jenseits der Mündungen des Nils oder in irgendwelchen Gebieten im Westen gesehen wurde; ein Aufruf und ein feierlicher göttlicher Auftrag für sie, aufzuwachen und bei der endgültigen Wiederherstellung zu helfen.“ (S. 228)

Der Aufruf musste also an ein Volk der letzten Tage gerichtet sein, an eine Nation, die sich jetzt auf der Erde befindet, und eine Nation, die ein besonderes Werkzeug bei der Wiederherstellung der Hebräer in den letzten Tagen sein kann. Denn dies ist genau das Ziel des Aufrufs, hinzugehen und das alte Volk Gottes zu sammeln; denn ‚in jener Zeit soll das Geschenk dem Herrn der Heerscharen eines zerstreuten und entblößten Volkes (genau das Volk des alten Bundes, von dem offenkundig wiederholt berichtet wurde) dargebracht werden, und zwar an den Ort des Namens des Herrn der Heerscharen, dem Berg Zion.’“ (S. 229)

Indem er die Prophezeiungen in Jesaja 49 und weitere Kapitel von Jesaja und Jeremia behandelt, argumentiert Ethan Smith wie Nephi mit dem 48. und 49. Kapitel von Jesaja, dass die Prophezeiungen buchstäblich erfüllt werden müssen und nicht als mystische Passagen behandelt werden dürfen und dass die Wiederherstellung, von der gesprochen wurde, „in den ‚letzten Tagen’ stattfindet“. (S. 230) Was das Land, das mit Flügeln überschattet, betrifft, so hält er es für Amerika. „Der Kontinent dieser zwei großen Flügel wird zuletzt als höchst interessant in Bezug auf eure hebräischen Brüder gefunden (wendet sich an das Volk diese Kontinents). Und diese beiden großen Flügel werden sich dann als ein Symbol einer großen Nation auf diesem Kontinent erweisen (d. h. in den letzten Tagen), weit zurückgezogen vom Sitz des Antichristen und der Tyrannei und des Blutes, und dessen Asyl für gleiche Rechte, Freiheit und Religion, und sie werden gut durch solch ein nationales Wappen repräsentiert – die schützenden Flügel eines großen Adlers; und diese Nation jenseits des Sonnenuntergangs (wenn in den letzten Tagen das Gericht durch die Nationen des östlichen Kontinents donnern wird) wird als ein Reich des friedevollen Schutzes vorgefunden werden, für alle, die vor den Wohnstätten der Tyrannei zum friedlichen Zufluchtsort flüchten; eben so wie ein Adler sein Nest vor jeder Bedrohung beschützt. Ja, ein Land, das, wenn alle anderen Ländern sich als solche erweisen, die auf den Juden herumgetreten sind, sich als eines erweist, das für sie schützende Flügel hat, frei von solcher Grausamkeit und bereit, ihnen zu helfen.“ (S. 238-239)

„Ihr Freunde Gottes im aufgerufenen Land (das Land, das mit Flügeln überschattet – Amerika), könnt ihr diese prophetische Anweisung des alten Propheten Jesaja lesen, ohne dass euer Herz in euch brennt? Sicherlich nicht, wenn ihr es als einen Aufruf des Allerhöchsten an euch sehen könnt. Gott erhöht euch hier in den letzten Tagen, dem Zeitalter des Schrecken und des Blutes, so hoch, wie die Standarte hochgehalten werden muss, um die Nachkommenschaft Abrahams zu sammeln, ‚auf den Bergen’… Wenn diese Anschauungen richtig sind, können Christen in unserem Land sehr wohl Gott preisen, dass es ihr glückliches Los ist, in diesem Land zu leben, das mit Flügeln überschattet; diese schützenden Gefilde, ein Asyl der Freiheit und Religion; ein Land, das so weit vom Sitz des Antichristen und dem Gericht entfernt ist, das auf die alten verderbten Einrichtungen der letzten Tage herunterdonnern wird. Und ihre ergebene Dankbarkeit sollte sich zum Himmel erheben, denn der Segen, so nahe an der Zeit zu leben, auf die in der erhabenen, Vorhersage angespielt wird, wann dieses Land der Freiheit beginnt, seine auszeichnenden Freiheiten mit den Einrichtungen der Tyrannei und Verderbtheit auf dem alten Kontinent zu vergleichen.“ (S. 245)

„Holla, du Nation der letzten Tage, die du mit deinen Schwingen der Freiheit und des Friedens das Land überschattest; habe Mitleid mit meinem alten Volk und rette es und die Brüder und weise sie an; insbesondere den ausgestoßenen Zweig von ihnen, die die Ureinwohner eures Bodens sind.“ (S. 247) Viel mehr noch mit derselben Wirkung – aber diesmal als Schlussfolgerung – und weiterhin an die nichtjüdische Nation appellierend:

„Sagt ihnen (den Indianern), zu welcher Vorhersage in Bezug auf sie ihre alten Väter, die Propheten, inspiriert waren, und welcher Auftrag hier für ihre Wiederherstellung gegeben wurde. Gebt ihnen die Gewissheit, dass diese Rede eines alten Propheten ihnen galt, und sie müssen auf sie hören und ihr gehorchen; dass der Große Geist über den Wolken sie jetzt durch euch aufruft, hervorzukommen und seine Gnade durch Christus, den wahren Stern Jakobs, zu empfangen, der Shiloh, der gekommen ist und für den das Volk gesammelt werden muss. Informiert sie, dass ihr und die Massen anderer Nichtjuden durch die Umarmung dieses wahren Samens Abrahams die Kinder des alten Patriarchen geworden seid.; und nun müssen sie zurückkommen als eure Brüder im Herrn… ‚wenn sie diese Erwählung annehmen, werden sie um ihrer Väter willen geliebt’; dass sie wegen ihrer Sünden für diesen langen Zeitraum ausgeschlossen waren, bis die Fülle der Nichtjuden hereinbrechen wird und somit ganz Israel errettet werden wird.

„Gehe hin, du Nation (USA), du höchsterlesene in den letzten Tagen; errette den Überrest meines Volkes. – Bring mir ein Geschenk von ihnen ‚zum Ort des Namens des Herrn der Heerscharen, dem Berg Zion.’“ (S. 249-250)

Dies ist die Mission der Vereinigten Staaten gemäß View of the Hebrews.

(14) Liebe zu Reichtümern unter den Nephiten – Stolz:

Jakob, der Sohn Lehis, sagt von den Nephiten: „Ja, und sie fingen auch an, gierig nach viel Gold und Silber zu trachten und etwas stolz zu werden.“ (Jakob 1:16)

Und weiter an die Nephiten:

„… viele unter euch angefangen haben, nach Gold und Silber und allerlei köstlichen Erzen zu suchen… dass ihr viele Reichtümer erlangt habt; und weil einige von euch reichlicher erhalten haben als ihre Brüder, erhebt ihr euch im Stolz eurer Herzen… Glaubt ihr denn, meine Brüder, dass Gott euch in diesen Dingen rechtfertigt?... Nein… In seinen Augen ist das eine Wesen so kostbar wie das andere.“ (Jakob 2:12, 13, 14, 21)

(14) Liebe zu Reichtümern – Stolz:

Ein Häuptling der Delaware-Indianer sagte, dass er wüsste, dass es falsch wäre, wenn ein armer Mann hungrig und nackt an seine Tür käme, ihn mit leeren Händen wegzuschicken. Er glaubte, dass Gott die Ärmsten mehr liebte als die Reichen und Stolzen. (View of the Hebrews, S. 104)

(15) Vielehe:

„… fing das Volk Nephi an, verstockten Herzens zu werden und sich etwas denselben sündhaften Gewohnheiten hinzugeben wie David und auch sein Sohn Salomo vor alters, so dass sie viele Frauen und Nebenfrauen wünschten. (Jakob 1:15)

Jakob zu den Nephiten: „Dieses Volk nimmt an Sünden zu; es versteht die Schrift nicht; denn es sucht seine Hurerei mit dem zu entschuldigen, was über David und Salomo, seinen Sohn, geschrieben steht.

Sehet, David und Salomo hatten wirklich viele Frauen und Nebenfrauen, was mir ein Gräuel war, spricht der Herr.

…So hört mich nun meine Brüder und horcht auf das Wort des Herrn: Es soll kein Mann unter euch mehr als eine Frau haben; und Nebenfrauen soll er keine haben; denn ich, Gott der Herr, freue mich der Keuschheit der Frauen.“ (Jakob 2:23-28)

(15) Vielehe:

„Vor langer Zeit“, sagte der Delaware-Häuptling, „ war es unter seinem Volk ein guter Brauch, nur eine Frau zu nehmen und diese für das ganze Leben. Aber jetzt sind sie (die Indianer) so töricht und so schlecht geworden, dass sie sich eine ganze Anzahl von Frauen zur selben Zeit nehmen und sie wegschicken, wenn es ihnen gefällt.“ (View of the Hebrews, S. 104)

(16) Lamanitische Tugenden:

Jakob vergleicht die Lamaniten mit den Nephiten zum Nachteil der Nephiten in Bezug auf Keuschheit und Einehe und sagt von den Lamaniten: „Sehet, bei ihnen lieben die Männer ihre Frauen und die Frauen ihre Männer; und die Männer und Frauen lieben ihre Kinder.“ (Jakob 3:7)

(16) Indianische Tugenden:

„Sie sind rechtschaffen, ehrlich, frei, gastfreundlich gegenüber Fremden, rücksichtsvoll, liebevoll und ihren Frauen zugeneigt, zärtlich zu ihren Kindern, genügsam und vorsorgend; wohltätig… sie leben in Liebe, Frieden und Freundschaft.“ (View of the Hebrews, S. 175)

Frage: „Wären die Passagen in dieser Spalte ausreichend, um das anzuregen, was in der linken Spalte steht?

(17) Zivilisation in Amerika:

Im Allgemeinen stellt das Buch Mormon die Nephiten und Jarediten als ein zivilisiertes Volk dar, mit nationalen Regierungen, Königreichen, Republiken, mit Handel und Kommerz, mit Navigation, Ausbildung, Schriftkultur, Religion, geordneten Lebensverhältnissen, Städten, die mit Straßen verbunden waren, mit militärischen Einrichtungen usw., usw.

Die Vorstellung von all dem erhält man aber am besten eher aus allgemeinen und zufälligen Aussagen im Buch Mormon als aus irgendwelchen förmlichen und sorgfältig ausgearbeiteten und deutlichen Beschreibungen darüber, worin ihre Zivilisation bestand.

Die erste Anspielung auf den zivilisierten Status erscheint ungefähr dreißig Jahre, nachdem Lehis Kolonie Jersualem verließ. Der erste Nephi sagt: „Und ich lehrte mein Volk, Gebäude zu errichten und allerlei Arbeiten aus Holz, Eisen, Kupfer, Messing, Stahl, Gold und Silber und aus allen Arten von kostbaren Erzen zu verfertigen, die im Überfluss vorhanden waren… Und es begab sich, dass ich, Nephi, mein Volk dazu anhielt, fleißig zu sein und mit seinen Händen zu arbeiten. Und es begab sich, dass sie wünschten, dass ich ihr König würde.“ Und er nahm zögernd dieses Amt an. (2. Nephi 5:15-18)

Ähnliche Beschreibungen werden im Buch Mormon mehrere Male gegeben.

(17) Zivilisation in Amerika:

In View of the Hebrews wird ein sorgfältig ausgearbeiteter Bericht über die Zivilisation gegeben, die in Mexiko und Mittelamerika in alter Zeit existiert haben muss. Dieser wird weitestgehend aus Baron Humboldts New Spain zusammengefasst, das zuerst in Deutschland 1808-09 veröffentlicht und von John Black 1811 ins Englische übersetzt und von Ethan Smith in seiner zweiten Ausgabe von View of the Hebrews, 1825, wörtlich zitiert wurde.

In diesen Auszügen von Humboldt befinden sich Beschreibungen von Pyramiden, Tempeln, verfallenen Städten, Straßen, mit einer Spekulation über eine gewisse Ähnlichkeit zwischen den mexikanischen und ägyptischen Pyramiden. Ethan Smith zitiert umfassend aus der Archaeologia Americana, veröffentlicht in Worcester, Mass., 1920.

An Hand dieser Autoritäten sagt Ethan Smith:

„Aber das Volk, das Mexiko durchquerte ließ Spuren der Kultivierung und der Zivilisation zurück… Die Taultees führten die Kultivierung von Mais und Baumwolle ein; sie bauten Städte, schufen Straßen und errichteten diese großen Pyramiden, die immer noch bewundert werden und deren Oberfläche genau ausgerichtet ist.“ (S. 183)

Etwa zwanzig Seiten werden der Beschreibung von Spuren der Zivilisation gewidmet, wie man sie in Tempeln, Pyramiden und verfallenen Städten findet.

(18) Der Messias auf dem westlichen Kontinent:

Man könnte sagen, dass das Hauptereignis, das größte und wichtigste Ereignis im Buch Mormon die Erscheinung Christi – des hebräischen Messias – in der westlichen Welt ist. Er wurde in Prophezeiungen vorausgesehen und von Ihm wurde in Erwartung Seines Kommens gesprochen und über den Zweck dieses Kommens. Schließlich werden im Dritten Nephi eine herrliche Beschreibung von Seinem Erscheinen bei den Nephiten und ein Bericht über sein Wirken unter den Nephiten gegeben. Seine Verweildauer war vergleichsweise kurz und als Er in Licht und Herrlichkeit entschwand, versprach Er, irgendwann in der Zukunft zurückzukehren. (Siehe 3. Nephi, Kap. 11, ff.)

(18) Quetzalcoatl (der so oft in der Literatur als „der mexikanische Messias“ bezeichnet wird):

Die Legenden von Quetzalcoatl werden in View of the Hebrews in gewisser Länge erklärt. Ich kürze stark ab: „Auf der Pyramide von Cholula befand sich ein Altar, der Quetzalcoatl, oder der Schlange mit grünen Federn, wie der Name andeutet, geweiht war… Dies ist das mysteriöseste Wesen der gesamten mexikanischen Mythologie.“ Von ihr wird gesagt, dass sie „ein weißer, bärtiger Mann“ gewesen ist. Er war der Hohepriester, Gesetzgeber und das Oberhaupt einer religiösen Sekte von Tula, der sich selbst die grausamste Strafe auferlegte… Er milderte durch seine Buße den göttlichen Zorn (in anderen Worten 'Sühnopfer')… Die Regierungszeit Quetzalcoatls war für das Volk von Anahuac ein goldenes Zeitalter… Er lebte zwanzig Jahre unter ihnen… ordnete Fastenzeiten an und regulierte das Taltische Jahr… Er predigte den Menschen Frieden… Er entschwand, nachdem er den Cholulanern verkündet hatte, dass er zurückkehren und sie wieder regieren und ihr Glück erneuern würde.“ (S. 204, ff.)

Ethan Smith spricht über ihn:

„Sein Lindern des göttlichen Zorns könnte eine schlagende Anspielung auf das System der mosaischen Opfergaben sein, die auch die Mittlerrolle von Moses als eine Art Christus und Gottes Wegnahme seines grimmigen Zorns von Israel durch seine Fürbitte beinhaltet, wie es wiederholt der Fall war.“ (S. 207)

Die berechtigte Frage: Liefert diese Persönlichkeit, von der in View of the Hebrews, das sieben Jahre vor dem Buch Mormon veröffentlicht wurde, gesprochen wird, die Anregung für Christus auf dem westlichen Kontinent?

 

Bei der oben erwähnten Versammlung hatte Ben E. Roberts das gut abgegriffene und ausgiebig markierte Exemplar von View of the Hebrews seines Vaters dabei, ebenso das mit Bleistift markierte Manuskript von „A Parallel“. Der gegenwärtige Schreiber hatte ausreichend Zeit, den Band und die Markierungen zu untersuchen. Es war die zweite Ausgabe des Buches. Es ist völlig wahrscheinlich, dass B. H. Roberts nie regen Gebrauch, wenn überhaupt, von der ersten Ausgabe machte. Der letztere Band enthält 167 Textseiten und einen Anhang bis Seite 187, während die zweite Ausgabe aus 269 Textseiten besteht und der Anhang bis Seite 285 reicht.

Die letzte Textseite (S. 167) der ersten Ausgabe enthält zwei Absätze als Ethan Smiths Abschlussgedanken:

„Die Bewahrung der Juden als getrenntes Volk achtzehn Jahrhunderte hindurch ist berechtigterweise als eine Art bestehendes Wunder angesehen worden, das die Wahrheit der Offenbarung unterstützt. Aber die Argumente, die aus der Bewahrung und der Tradition der zehn Stämme in der Wildnis Amerikas aus einer viel längeren Zeitperiode geliefert werden, müssen möglicherweise als viel größeres Zeugnis angesehen werden. Und es sind genau diese Beweise, die man von lange ausgestoßenen Stämmen Israels erwarten muss, wann immer sie ans Licht kommen sollten, und genau solche Beweise, von denen man vernünftigerweise erwarten würde, dass sie der zivilisierten Welt zur Kenntnis gebracht würden.

Die Beweise, die unter den verschiedenen Stämmen der Indianer entdeckt wurden, von der Wahrheit der hebräischen Herkunft und der Göttlichkeit des Alten Testaments, scheinen fast wie Funde von Stückchen eines alten hebräischen Alten Testaments in den verschiedenen Regionen der Wildnis Amerikas zu sein; eines in der einen Wildnis, ein weiteres in einer anderen, auf irgendein dauerhaftes Material in erwiesener hebräischer Sprache und Schrift geschrieben, obwohl durch den Verlauf der Zeit stark verschandelt. Mit Sicherheit müsste ein solches Ereignis zusammen mit einem Beweis, dass es kein Betrug sein könnte, den Ungläubigen an alter Offenbarung zum Schweigen bringen. Und fügen Sie einen neuen und mächtigen Punkt den Beweisen noch hinzu, die über dieses interessante Thema schon geliefert wurden. Der Beweis, der eigentlich durch die Traditionen der Wilden Amerikas geliefert wird, regt zu den Vermutungen an, die schon getroffen wurden, aber sie sind viel wichtiger. Es wird behauptet, dass sie genau den langersehnten Beweis von der Existenz und dem gegenwärtigen Zustand der Zehn Stämme Israels liefern.“

Falls ein unternehmungslustiger und phantasievoller Schreiber eine endgültige Herausforderung brauchte, dann scheint er sie hiermit gefunden zu haben.


 

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