BEI DEN THEMEN, ÜBER DIE SICH RIGDON UND CAMPBELL

BEI DEN THEMEN, ÜBER DIE SICH RIGDON UND CAMPBELL VOR 1830 UNEINIG WAREN, ÜBERNIMMT DAS BUCH MORMON DEUTLICH RIGDONS ANSICHTEN.

 

Rigdon glaubte, dass Mitglieder der wieder hergestellten Kirche gemeinsames Eigentum haben sollten, Campbell hingegen nicht. Rigdon glaubte, dass die wieder hergestellte Kirche den Namen Christi tragen muss, Campbell aber nicht. Rigdon glaubte, dass die wieder hergestellte Kirche geistige Gaben und Wunder haben müsste, Campbell aber nicht. Rigdon glaubte, dass göttliche Vollmacht von Gott offenbart wird; Campbell glaubte, dass Vollmacht aus der Bibel kam. Rigdon betrachtete das Alte Testament und das Neue Testament als eine fortlaufende und logische Erzählung - „eine ewige Runde“; Campbell sah die zwei Testamente als nicht zusammenhängend an, wobei das Alte Testament durch das Neue ersetzt wird.

 

Vor dem Erscheinen des Buches Mormon hatte Campbell mit Rigdon öffentliche Debatten über die folgenden Glaubenslehren, die mit Passagen aus dem Buch Mormon aufgelistet sind, die Rigdons Ansichten vor 1830 unterstützen:

 

GEMEINSAMES EIGENTUM: 3. Ne. 26:19; 4. Ne. 1:3, 25.

 

NAME DER KIRCHE: 3. Ne. 27:8 – Ein Unterschied zwischen Walter Scott und Alexander Campbell war Scotts Bestehen darauf, dass die Kirche den Namen Christi tragen sollte. Gemäß Whitsitt

 

nahm Rigdon Walter Scotts Seite an, die mit den Ansichten Mr. Campbells im Widerspruch stand. (Siehe: http://www.mun.ca/rels/restmov/texts/acampbell/tcb/TCB605.HTM)

 

Als Rigdon 1845 seine eigene Kirche gründete, nannte er sie die „Kirche Christi“.

 

GABEN DES GEISTES UND WUNDER: 2. Ne. 26-28; Mormon 8-10; Ether 12 und Moroni. Rigdon glaubte fest an Wunder. 1824, als er wieder unter dem Pseudonym „Theophilus“ schrieb, erklärte Rigdon:

 

Hier [in der christlichen Urkirche] war alles offenbar, sicher und zufrieden stellend, gegründet auf ein göttliches Zeugnis, göttlich bestätigt; Gott selbst gab durch Zeichen und Wunderwerke, und mannigfaltige Wunder und Gaben des Heiligen Geistes Zeugnis von der Wahrheit und der Gewissheit über jeden Punkt des Glaubens und Gehorsams, der eingeschärft wurde. Hier gab es keine menschliche Vollmacht – keine Meinungen oder Erfindungen von Menschen; keine umstrittenen Behauptungen, die erst durch menschlichen Verstand bewiesen werden mussten, um danach von den Anhängern geglaubt und praktiziert zu werden, die die apostolische Vollmacht anerkannten. Aber wie ist es heute! Mit Sicherheit genau umgekehrt. Ach, wann wird es wieder so sein? Sicher niemals; erst wenn die Bekenner des Christentums zu ihrem ursprünglichen Standard des Christentums zurückkehren. (The Christian Baptist, Bd. II (Nr. 5), 6. Dez. 1824. Siehe:

http://www.lavazone2.com/dbroadhu/VA/harb1830.htm#080224

 

Wie von Whitsitt bemerkt,

 

behauptete Mr. Rigdon zuversichtlich, dass das Christentum niemals „wieder hergestellt“ werden würde, es sei denn, dass die Macht des Zungenredens und das Wirken aller Art von Wundern ebenso wieder hergestellt würde. (Siehe: http://sidneyrigdon.com/wht/1891WhE1.htm#pg149)

 

Die obigen Differenzen zwischen Rigdon und Campbell wurden öffentlich diskutiert, aber die folgenden weniger öffentlichen Differenzen über Vollmacht und das Alte Testament sind ebenfalls erwähnenswert, da sie den Unterschied von Rigdons Ansichten und denen Campbells vor 1830 zeigen.

 

VOLLMACHT: Wie andere Protestanten sah Campbell religiöse Vollmacht als von der Bibel abgeleitet an. Es gab keine Notwendigkeit für eine besondere Berufung von Gott. Rigdon glaubte, dass Vollmacht durch eine Offenbarung von Gott käme. Unter dem Pseudonym „Theophilus“ in The Christian Baptist schreibend argumentierte er:

 

Hier [in der Urkirche] war alles offenbar, sicher und zufrieden stellend, gegründet auf ein göttliches Zeugnis, göttlich bestätigt; Gott selbst gab durch Zeichen und Wunderwerke, und mannigfaltige Wunder und Gaben des Heiligen Geistes Zeugnis von der Wahrheit und der Gewissheit über jeden Punkt des Glaubens und Gehorsams, der eingeschärft wurde. Hier gab es keine menschliche Vollmacht – keine Meinungen oder Erfindungen von Menschen; keine umstrittenen Behauptungen, die erst durch menschlichen Verstand bewiesen werden mussten, um danach von den Anhängern geglaubt und praktiziert zu werden, die die apostolische Vollmacht anerkannten. Aber wie ist es heute! Mit Sicherheit genau umgekehrt. (Siehe: http://www.lavazone2.com/dbroadhu/VA/harb1830.htm#080224)

 

Rigdons Ansichten vor 1830 über die Notwendigkeit für göttliche Berufung oder Aufforderung findet man im Buch Mormon. In 1. Ne. 10:22 zitiert Nephi den Heiligen Geist als seine Quelle der Vollmacht. In 2. Ne. 29:10 wird die Angemessenheit der Bibel in Frage gestellt. Mosiah 23:16-17 erklärt: „...niemand erhielt Vollmacht zum Predigen, es sei denn durch ihn von Gott“. Ammon behauptet, vom Heiligen Geist berufen zu sein (Alma 13:34), ebenso taten es Nephi, der Jünger (3. Nephi 5:13), und Moroni (Moroni 8:1-2). Siehe: http://sidneyrigdon.com/wht/1891WhE1.htm#pg149

 

BEDEUTUNG DES ALTEN TESTAMENTS: Für Campbell war das Alte Testament die Heilige Schrift der Mosaischen Dispensation und hatte für die Christliche Dispensation keine Bedeutung, außer als Bezugnahme im Neuen Testament. Vor 1830 und während seines ganzen Lebens war Rigdon von den alttestamentarischen Propheten und Prophezeiungen gefesselt. Er betrachtete das Neue Testament als eine Fortsetzung des Evangeliums des Alten Testaments. In der 3. Person sprechend beschrieb Rigdon sein eigenes Predigen in Mentor, OH, um das Jahr 1826:

 

Nicht nur die Schriften des Neuen Testaments nahmen seine [Rigdons] Aufmerksamkeit in Anspruch, sondern gelegentlich auch die der alten Propheten; besonders jene Prophezeiungen, die einen Bezug zur Gegenwart und zur Zukunft hatten, wurden einer näheren Betrachtung unterzogen und auf eine völlig neue Art und Weise behandelt und sie waren höchst interessant. Er folgte nicht mehr dem alten ausgetretenen Weg, der seit Jahrhunderten von der religiösen Welt bereist worden war, sondern er wagte es, neuen Boden zu betreten, stellte die Meinungen der nicht inspirierten Männer in Frage, zeigte auf die törichten Vorstellungen vieler Kommentatoren über die Heilige Schrift – enthüllte ihre Ignoranz und ihre Widersprüche – warf neues Licht auf den heiligen Band, besonders auf jene Prophezeiungen, die diese Generation so sehr interessieren und die völlig übersehen oder von der religiösen Welt mystifiziert worden waren – machte Schriftstellen deutlich, die bis heute unerklärbar zu sein schienen und entzückte seine erstaunten Zuhörer mit „neuen und alten“ Dingen – bewies anschaulich die buchstäbliche Erfüllung der Prophezeiung, die Sammlung Israels in den letzten Tagen in ihre alten Erbteile mit ihrem schließlichen Glanz und ihrer Herrlichkeit; die Situation der Welt beim Kommen des Menschensohnes. (Times and Seasons, Bd. IV, Nr. 12, 1. Mai 1843. Siehe: http://sidneyrigdon.com/Rigd1843.htm)

 

Rigdons Ansichten über das Alte Testament vor 1830, wie oben zum Ausdruck gebracht, werden vom Buch Mormon aufgegriffen. Alttestamentarische Propheten und Prophezeiungen werden betont – besonders jene, die mit der Sammlung Israels in Zusammenhang standen. Abschnitte des Alten Testaments, die fast wörtlich wiedergegeben werden, enthalten Jesaja 48-49 in 1. Nephi 20-21, Jesaja 50-51 in 2. Nephi 7-8, Jesaja 2-14 in 2. Ne. 12-24, Jesaja 54 in 3. Nephi 22 und Maleachi 3-4 in 3. Nephi 24-25. Der Text, der diese biblischen Passagen herausarbeitet, setzt „die alten Zeiten“ und „künftige Zeiten“ mit „einer ewigen Runde“ gleich, wobei argumentiert wird, dass Gottes Methode der Offenbarung – der Heilige Geist – immer dieselbe gewesen ist (1. Ne. 10:17-19). In 2. Ne. 29:10 argumentiert der Autor weiter, dass die Existenz der Bibel nicht weitere Offenbarung ausschließt.

 

Rigdons Verwendung des Alten Testaments vor 1830 und besonders der Prophezeiungen des Buches Maleachi ist erwähnenswert. Maleachi 3:1 lautet:

 

Seht ich sende meinen Boten; er soll den Weg für mich bahnen; dann kommt plötzlich zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht, und der Bote des Bundes, den ihr herbeiwünscht. Seht, er kommt!, spricht der HERR der Heere.

 

In einem Dokument, das als „Rigdon's Appeal“ (1863) bekannt ist, brachte er drei seiner Anhänger dazu, ihn zu verkünden als

 

den Boten, von dem in Maleachi gesprochen wird... der eine, der den Überrest sammeln soll, nachdem alle anderen zerbrochen und verstreut sind.

 

Dies ist bezeichnend, da Smith in seinem persönlichen Geschichtsbericht von 1838 behauptete, dass der engelhafte Besucher Moroni bei seinem Besuch im Jahre 1823 aus dem Buch Maleachi zitierte:

 

Zunächst führte [Moroni] einen Teil des dritten Kapitels Maleachi an, ebenso das vierte oder letzte Kapitel desselben Propheten, jedoch mit einer kleinen Abweichung vom Wortlaut unserer Bibeln... (Joseph Smith 2:36)

 

Whitsitt behauptete, dass der engelhafte Besucher, der Smith vor dem Hervorkommen des Buches Mormon besuchte, in der Tat Sidney Rigdon war.

Siehe: http://sidneyrigdon.com/wht/1891WhE4.htm

Siehe auch:http://www.mormonstudies.com/visions2.htm

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