Mehr über Buch-Mormon-Namen

Mehr über Buch-Mormon-Namen

 

Mormonengelehrte haben versucht Namen im Buch Mormon zu analysieren, um zu zeigen, dass sie ägyptische Charakterzüge aufweisen oder dass sie tatsächliche hebräische Namen sind, die nicht in der Bibel erscheinen, sondern nur in echten Texten, die seit den Tagen Joseph Smiths entdeckt wurden. Solche Beweise überzeugen nicht, da die Ähnlichkeiten oft irgendwie weit hergeholt sind und dem reinen Zufall zugeschrieben werden können. Im Falle hebräischer Namen, besonders, weil Hebräer keine Vokale benutzen und die meisten hebräischen Namen nicht mehr als drei oder vier Konsonanten bestehen, ist es nicht überraschend, dass tatsächliche hebräische Namen ungewöhnlichen Namen im Buch Mormon ähneln würden. Die Ähnlichkeiten sind reiner Zufall.

Mormonen wehren sich dagegen, dass Kritiker solche Ähnlichkeiten als „reine Zufälle“ bezeichnen. Jedoch ist dies genau das Argument, das Mormonen benutzen, wenn ihnen bemerkenswerte Ähnlichkeiten von Buch-Mormon-Namen mit Namen präsentiert werden, die in der Welt des 19. Jahrhunderts existierten.

Die Namen „Cumorah“ (in der Originalausgabe von 1830 des Buches Mormon als „Camorah“ buchstabiert) und „Moroni“ erscheinen auf Karten, die in Joseph Smiths Zeit zur Verfügung standen, und die die Camoros Islands [Cumoren] mit ihrer Hauptstadt Moroni zeigen. Ein bemerkenswerter Zufall!

Vernal Holley listet in seiner Studie Book of Mormon Authorship: A Closer Look, 3. Ausgabe, 1992, (hier online) mehr als ein Dutzend Namen von geographischen Örtlichkeiten im Umkreis von 500 Meilen des Wohnortes von Joseph Smith in New York, Pennsylvania und Gegenden in der Nähe auf, die stark Buch-Mormon-Namen ähneln, und der offensichtlichste ist natürlich Lehigh Valley im östlichen Pennsylvania, der praktisch mit dem Patriarchen Lehi im Buch Mormon Ähnlichkeit hat. Es gibt eine ziemliche Reihe solcher ähnlicher Namen:

 

BUCH MORMON

MODERNER NAME

Lehi (1. Nephi, an vielen Stellen)

Lehigh Valley, Pennsylvania

Onidah (Alma 47:5)

Oneida, New York

Angola (Mormon 2:4)

Angola, New York

Morianton (Alma 50:25)

Morgantown, Pennsylvania

Jacobugath (3 Nephi 9:9)

Jacobsburg, Ohio

Alma (Alma, an vielen Stellen)

Alma, West Virginia or Alma, Quebec

Shilom (Mosiah 7, 9 an vielen Stellen)

Shiloh, Ohio

Kishkumen (Helaman 1, 2)

Kiskiminitas River, Ohio

Moron (Ether 7)

Morin, Quebec

Shurr (Ether 14:28)

Sherbrooke, Quebec

Teancum (Mormon 4)

Tecumseh, Ontario

Ripliancum (Ether 15:8)

Ripley, Maine or Ripley, New York

 

Ich behaupte nicht, dass der wirkliche Autor des Buches Mormon tatsächlich diese modernen Ortsnamen benutzte oder dass er gar bewusst von ihnen wusste. Ich liste sie in erster Linie auf, um zu zeigen, dass irgendwelche Ähnlichkeiten zwischen Buch-Mormon-Namen und ägyptischen oder hebräischen Namen, die Joseph Smith unbekannt waren, die als „Beweise für das Buch Mormon“ angeführt werden könnten, ziemlich bedeutungslos sind. Es ist aber interessant, dass die Stadt „Teancum“ als „an der Küste“ liegend beschrieben wird (Mormon 4:3) und die Stadt Tecumseh, ein Vorort von Detroit, Michigan, dicht am Eriesee liegt. Auch ist „Ripliancum“ angeblich der Name für ein großes Gewässer und Ripley, Maine, liegt innerhalb von 40 Meilen in einer Anhäufung großer Seen im nördlichen, mittleren Maine, während Ripley, New York, an der Küste des Eriesees liegt.

 

Es ist merkwürdig, dass der Text des Buches Mormon eine Reihe von Wörtern oder Namen enthält, die der Autor für uns „übersetzt“:


Irreantum (1. Ne 17:5)

„viele Wasser“

Rabbanah (Alma 18:13)

„mächtiger oder großer König“

Rameumpton (Alma 31:21)

„die heilige Kanzel“

Liahona (Alma 37:38)

„Kompass“ (siehe unten)

Deseret (Ether 2:3)

„Honigbiene“

Ripliancum (Ether 15:8)

„groß, alles überragend“

 

Aber wenn diese echte „reformiert ägyptische/nephitische“ Wörter mit dieser Bedeutung wären, warum sollte Nephi sie für uns übersetzen? Es wäre, als würde ich schreiben: „Und sie kamen nach Salt Lake, was übersetzt, 'Salt Lake' bedeutet.“

„Irreantum“ ist besonders problematisch, weil Nephi sagt, dass dies der Name ist, der dem Indischen Ozean von den Lehiten gegeben wurde. Wir müssen annehmen, dass die lehitische Gruppe immer noch relativ dürftiges Hebräisch sprach, da sie Jerusalem nur wenige Jahre zuvor verlassen hatten. Aber „Irreantum“ ist kein hebräisches Wort, es hat nicht einmal eine Ähnlichkeit mit einem hebräischen Wort.

Es gibt mindestens drei Wörter (alles andere als richtige Namen), die der Autor aber nicht für nötig hält zu übersetzen: „neas“ (Mosiah 9:9, anscheinend eine Art von essbarer Pflanze) und „cureloms und cumoms“ (Ether 9:19, beide „nützlichere“ Haustiere als Pferde und Esel). Man muss sich fragen, warum diese Wörter nicht „übersetzt“ wurden, als sie erwähnt wurden. Gelegentlich schaffen diese Punkte Mormonenapologeten echte Probleme, das sie angeblich reale Pflanzen und reale Tiere darstellen, die es im alten Amerika relativ reichlich gab. Und dennoch wirft die Tatsache, dass Gottes Übersetzer unfähig war, sie mit irgendeiner bekannten Art, alt oder modern, zu identifizieren, notwendiger Weise die Frage auf, ob sie überhaupt existierten, außer in der Vorstellung des Autors.

Die umgekehrte Frage kommt bei den Namen Bountiful und Desolation auf; beide sind Namen eines „Landes“ oder einer Stadt. Sicher sind diese gewöhnlichen englischen Wörter nicht die tatsächlichen Namen, mit denen die Nephiten diese Städte und Länder bezeichneten. Aber was waren ihre nephitischen Namen? Und warum folgt der Autor nicht demselben Muster, das zum Beispiel zuvor bei „Irreantum „angewendet wurde? Anders herum gesagt: Wenn Joseph Smith wirklich übersetzte und das nephitische Wort „Bountiful“ im Text erschien und er inspiriert war, ins Englische zu übersetzen, warum lief es nicht genauso ab wie bei allen anderen geographischen Ortsnamen, die zweifellos Bedeutungen hatten?

Es wäre in etwa so, als würde ich über Ereignisse für deutschsprachige Leser schreiben, die an Orten im modernen Amerika stattfanden, und manchmal würde ich erwähnen: „Salt Lake City, was [in Deutsch] übersetzt 'Salz-See-Stadt' bedeutet“, aber dann würde ich „Ludwigstadt“ nennen und St. Louis meinen, und die Deutschen würden sich darüber wundern, dass es in Amerika eine große Stadt mit einem deutschen Namen gibt, da ich nicht den wirklichen Namen benutzte.

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