EINE VERTUSCHUNG AUFGEDECKT III.

KEIN PASSAH?

 

Es ist eine wohlbekannte Tatsache, dass eines der wichtigsten Ereignisse im Judentum dass Passahfest ist. Während jüdische Menschen in Ägypten in Sklaverei gehalten wurden, sagte Moses den Ältesten: „Holt Schafe oder Ziegen für eure Sippenverbände herbei, und schlachtet das Passahlamm! Dann nehmt einen Ysopzweig, taucht ihn in die Schüssel mit Blut, und streicht etwas von dem Blut in der Schüssel auf den Türsturz und auf die beiden Türpfosten!... Der Herr geht umher, um die Ägypter mit Unheil zu schlagen. Wenn er das Blut am Türsturz und an den beiden Türpfosten sieht, wird er an der Tür vorübergehen und dem Vernichter nicht erlauben, in eure Häuser einzudringen und euch zu schlagen.“ (Exodus 12:21-23) Die Ägypter taten dies nicht und folglich verloren sie all ihre „Erstgeborenen“. Das Gericht über die Ägypter überzeugte natürlich Pharao, dass er Gottes Volk aus dem Land gehen lassen sollte. In Exodus 12:14 sagte der Herr dem jüdischen Volk: „Diesen Tag sollt ihr als Gedenktag begehen. Feiert ihn als Fest zur Ehre des Herrn!Für die kommenden Generationen macht euch diese Feier zur festen Regel!“

Die Wichtigkeit des Passah für das jüdische Volk kann nicht überbetont werden. Da die Nephiten angeblich Israeliten sein sollten, die „die fünf Bücher Moses“ besaßen (1. Nephi 5:11), sollten sie das Passah ungefähr 600 mal gefeiert haben, nachdem sie nach Amerika gekommen waren. Wir sollten daher erwarten, eine signifikante Anzahl von Erwähnungen dieses Festes im Buch Mormon zu finden. Eine Computersuche nach den Wörtern passover und passovers [Passahfest(e)] ergab, dass diese Wörter in der Bibel 77 mal verwendet wurden. Im Buch Mormon aber werden diese Wörter überhaupt nicht benutzt. Es ist absolut erstaunlich, dass ein Buch, das vorgibt, von einem antiken jüdischen Volk geschrieben worden zu sein, nie das Passahfest erwähnt.

Zur Zeit des Passah sollten die Israel „das Essen von ungesäuertem Brot beachten“. (Exodus 12:17) In Vers 15 sagt der Herr dem Volk: „Sieben Tage lang sollt ihr ungesäuertes Brot essen. Gleich am ersten Tag schafft den Sauerteig aus euren Häusern! Denn jeder, der zwischen dem ersten und dem siebten Tag Gesäuertes isst, soll aus Israel ausgemerzt werden.“ Die Bibel warf 43 Stellen aus, wo ungesäuertes Brot erwähnt wurde, aber das Buch Mormon war vollkommen schweigsam zu dieser Sache. Wir suchten auch nach folgenden Wörtern: leaven, leavened, leavemeth [Sauerteig, gesäuert] und unleavened [ungesäuert]. Während das Buch Mormon nie ein solches Wort verwendet, gibt es in der Bibel 100 Stellen, wo diese Wörter erscheinen.

Außer dem Passah mit seinem begleitenden Mahl des ungesäuerten Brotes wurde von den Juden erwartet, an zwei weiteren Festen teilzunehmen – d. h. das Fest der Wochen (auch als Erntefest bekannt) und das Fest der Tabernakel (oder Fest des Einsammelns). Wenn wir in der Bibel nach diesen beiden Wörtern feast of [Fest des] suchen, finden wir 41 Stellen, wo sie sich auf jüdische Feste beziehen. Wir fanden das feast of passover, das feast of unleavened bread, das feast of harvest, das feast of weeks, das feast of tabernacles, das feast of the ingathering, das feast of the seventh month, das feast of dedication, das feast of the Lord und das feast of the Jews. Einige dieser Namen sind natürlich einfach nur andere Namen für dasselbe Fest. Im Neuen Testament finden wir das Wort Pfingsten dreimal. Dies ist das alttestamentarische Fest der Wochen. Daher haben wir 44 Fälle, bei denen in der Bibel jüdische Feste erwähnt werden, und wir haben das Gefühl, dass einfach eine Suche nach feast [Fest] mehr Beispiele hervorbringen würde. Aber im Buch Mormon gibt es nicht einen einzigen Fall, wo ein jüdisches Fest in der Neuen Welt gefeiert wurde!

Das Buch Mormon scheint sogar in Bezug auf den „Sabbattag“ Mangel zu leiden. Eine Suche nach den Wörtern sabbath und sabbaths enthüllte, dass sie in der Bibel 171 mal verwendet wurden, aber im Buch Mormon traten sie 5 mal in Erscheinung. Es ist auch interessant, dass 3 der 5 Fälle (Mosiah 13:16, 18, 19) direkt von der Bibel herstammen, von Exodus 20: 8, 10, 11. Es scheint fast unglaublich, dass das Buch Mormon, das angeblich von einem jüdischen Volk geschrieben worden ist, den Tag, der von den alten Israeliten heilig gehalten wurde, fast vollständig missachtet.

Sogar bevor die Israeliten das Gesetz des Mose erhielten, praktizierten sie die Beschneidung. Dies war ein sehr wichtiger Teil der jüdischen Religion. Genesis 17:14 macht deutlich: „Ein Unbeschnittener, eine männliche Person, die am Fleisch ihrer Vorhaut nicht beschnitten ist, soll aus ihrem Stammesverband ausgemerzt werden. Er hat meinen Bund gebrochen.“ Das Buch Mormon sollte viele Hinweise auf diese Praktik enthalten, wenn es wirklich ein Geschichtsbericht eines jüdischen Volkes ist. Wir suchten nach den Wörtern, circumcise [beschneiden], circumcised [beschnitten], circumcising [das Beschneiden], circumcision [Beschneidung], uncircumcised [unbeschnitten], uncircumcision [Nichtbeschneidung], foreskin [Vorhaut] und foreskins [Vorhäute] und erfuhren, dass die Bibel diese Wörter 160 mal verwendete. Dieselben Wörter erscheinen im Buch Mormon nur 5 mal. Zwei der Stellen, wo sie gefunden werden (2. Nephi 8:24 und 3. Nephi 20:36) werden direkt der Bibel (Jesaja 52:1) entnommen. Zwei weitere Erwähnungen (2. Nephi 9:33 und Helaman 9:21) beziehen sich nur auf die „Unbeschnittenen am Herzen“. Die einzige verbleibende Erwähnung (Mormoni 8:8) findet man in einem der allerletzten Kapitel im Buch. Sie sagt, dass nach dem Kommen Christi „das Gesetz der Beschneidung durch mich abgeschafft“ ist. Dies ist eine sehr merkwürdige Aussage, da es keinen Beweis im Buch Mormon zu geben scheint, dass es je praktiziert worden ist.

Das Buch Mormon behauptet: „Und ich, Nephi, baute einen Tempel in der Art des Tempels Salomos, verwandte dabei aber nicht so viele kostbare Dinge...“ (2. Nephi 5:16) Nach diesem Vers erwähnt Nephi aber wieder den Tempel. Sein Bruder Jakob benutzte diesen Tempel, um eine Predigt zu halten, aber danach finden wir für Hunderte von Jahren keine Erwähnung von einem Tempel mehr. Der mormonische Gelehrte John L. Sorenson bemerkte: „Vielleicht wurde der ursprüngliche Tempel während der Jahrhunderte der Kriege nicht mehr benutzt... Zumindest hören wir zwischen den Tagen Jakobs und der Zeit als die Zeniffiten das Land mehr als 400 Jahre später wieder besetzten nichts über den Tempel...“ (An Ancient American Setting for the Book of Mormon, S. 145)

Die alten Israeliten hatten in ihrem Tempel zwei Altäre – den kupfernen Altar für Brandopfer und den goldenen Altar für das Verbrennen von Weihrauch. Altäre spielten in den religiösen Zeremonien sowohl bei den Juden als auch bei den Völkern um sie herum, die anderen Göttern dienten, eine sehr bedeutende Rolle. Folglich fanden wir heraus, als wir in der Bibel nach den Wörtern altar und altars suchten, dass sie 433 mal erwähnt wurden. Das Buch Mormon verwendet diese Wörter aber nur 4 mal. Es ist auch interessant, dass zwei dieser Fälle (Alma 15:17, 17:4) nichts mit Altären zu tun haben, die in Tempeln benutzt werden, um Opfer darzubringen oder Weihrauch zu verbrennen. Das Wort altar bezieht sich in diesen Fällen auf die Art von Altar, die in christlichen Kirchen benutzt werden, an denen Leute beten und ihre Sünden bekennen. Dies wird aus Alma 15:17 offensichtlich: „... das Volk... anfing... sich in den Heiligtümern zu versammeln, um Gott vor dem Altar anzubeten...“ Von den zwei verbleibenden Versen, die das Wort altar enthalten, wurde einer (2. Nephi 16:6) offensichtlich aus der Bibel kopiert (Jesaja 6:6). Der letzte Vers, 1. Nephi 2:7, erwähnt die Tatsache, dass Lehi „einen Altar aus Steinen baute und dem Herrn ein Opfer darbrachte...“ Dies ist der einzige Vers im gesamten Buch Mormon, wo eine jüdische Art von Altar erwähnt wird. Der Leser wird aber bemerken, dass dieser „Altar“ gebaut wurde, als Lehi „in der Wildnis in der Nähe des Roten Meeres“ reiste (Vers 5). Er hat nichts mit einem Altar in der Neuen Welt zu tun. Ferner war dies nur ein vorübergehender Haufen von Steinen, kein Altar in einem Tempel. Es ist daher deutlich, dass das Buch Mormon weder einen kupfernen Altar erwähnt, um Opfer im Tempel darzubringen, noch einen goldenen Altar für das Verbrennen von Weihrauch.

Der Autor des Buches Mormon scheint in Bezug auf die Bedeutung die Opferungen in der antiken jüdischen Religion völlig im Dunkeln gewesen zu sein. Wir benutzten den Computer um nach den folgenden Wörtern zu suchen: sacrifice [opfern], sacrificed [geopfert], sacrificedst, sacrifices [Opfer], sacrificeth [opferte], sacrificial [Opfer-] and sacrificing [opfernd]. Das Ergebnis war, dass die Bibel 298 Fälle ausspuckte, wo diese Wörter verwendet wurden, aber das Buch Mormon brachte nur 20 hervor. Von diesen 20 beziehen sich aber 9 auf Christus, der sein Leben opferte, 3 bezogen sich auf Menschenopfer, 2 bezogen sich auf Menschen, die ihr eigenes Leben opferten, 1 bezog sich auf das Opfer „eines gebrochenen Herzens und zerknirschten Geistes“, nachdem das Gesetz erfüllt war. Es gab daher nur 3 Erwähnungen, die sich tatsächlich darauf beziehen könnten, dass jemand eine Opferung gemäß dem jüdischen Gesetz durchführte.

Wir suchten nach den Wörtern Opferung und Opferungen und entdeckten, während sie in der Bibel 989 mal benutzt wurden, dass sie im Buch Mormon nur 13 mal auftraten. Von den 13 konnten nur 4 in irgendeiner Weise mit der Art von Opferungen in Verbindung gebracht werden, die jüdische Priester in ihrem Tempel darbrachten, 4 wurden direkt von der Bibel kopiert, 2 kamen von den Worten Christi her, um Opfer und Brandopfer zu beenden. Die letzten 3 bezogen sich auf die Geschichte Isaaks in der Bibel, auf das Opfer Christi und auf die Lehre, dass Menschen ihre „ganze Seele“ Gott opfern sollten. Eine Suche nach den Wörtern 'burnt offerings' [Brandopfer] ergab nur 5 Stellen im Buch Mormon, wo diese Wörter zusammen auftreten. All diese wurden zuvor bei unserer Suche nach den Wörtern offering und offerings gefunden, und wie wir schon zuvor erklärt haben, beziehen sich 2 der 5 darauf, dass nach dem Erscheinen Christi bei den Nephiten „Brandopfer“ verboten waren. Die Bibel enthält andererseits 86 Stellen. Das Buch Mormon benutzt nie das Wort „Brandopfer“, aber es erscheint 184 mal in der Bibel.

Der einzige Vers im Buch Mormon, der sich darauf bezieht, dass die Einwohner der Neuen Welt Brandopfer darbrachten, befindet sich in Mosiah 2:3: „Sie nahmen auch von den Erstlingen ihrer Herden, um Opfer und Brandopfer nach dem Gesetz Mose darzubringen.“ Anstatt der Sache der Echtheit des Buches Mormon dienlich zu sein, zeigt dieser Vers tatsächlich, dass der Autor des Buches Mormon in Wirklichkeit das Gesetz Moses nicht verstand. M. T. Lamb weist darauf hin:

 

Dem Gesetz Moses entsprechend, wurden die Erstlinge ihrer Herden nie als Brandopfer oder Opfer geopfert. Alle Erstlinge gehörten rechtmäßig dem Herrn und konnten nicht als persönliches Eigentum eines Menschen gezählt werden – während alle Brandopfer oder Opfer für Sünden jeglicher Art aus dem persönlichen Eigentum des Menschen ausgewählt oder von seinem eigenen Geld zu diesem Zweck gekauft werden mussten, während alle Erstlinge der Herde als Eigentum des Herrn in die Hand eines Hohenpriesters gegeben und von ihm als ein Friedensopfer geopfert wurden, nicht als Brandopfer oder Sühneopfer, und er und seine Familie aßen das Fleisch. (Siehe Ex. 13:2, 12 und 22:29, 30; Num. 3:13; 2. Sam. 24:24; Num. 18:15-18 und andere Stellen.)

Dieser eine kleine Schnitzer beweist also ohne die geringste Frage, dass das Buch Mormon nicht vom Heiligen Geist oder von einem Engel Gottes inspiriert sein könnte. Diese Passage ist genau eine solche Passage, wie Joseph Smith oder jeder andere Unwissende wie er hätte schreiben können; man hätte sie im Buch nicht finden können, wenn Gott oder ein Engel des Herrn mit seiner Erstellung zu tun gehabt hätten.“ (The Golden Bible, Seiten 109-110)

 

Dass der Autor des Buches Mormon den ernsten Fehler, wie oben beschrieben, in Bezug auf „Brandopfer“ machte, zeigt, dass er mit dem biblischen Material zu diesem Thema nicht vertraut war. Vielmehr scheint es, dass er nicht einmal die anderen Formen jüdischer Opferungen kannte, die in der Bibel geboten wurden. In der King-James-Version des Alten Testaments finden wir folgendes: Übertretungsopfer, Fleischopfer, Trankopfer, Schwenkopfer und Friedensopfer (siehe Exodus Kap. 29, Levitikus Kap. 2-5, Numeri Kap. 29, Chronik Kap. 29). Der Computer zeigte, dass diese Opferungen in der Bibel 519 mal erwähnt wurden. Das Buch Mormon weist aber keine einzige Stelle auf, wo diese bedeutenden Opferungen erwähnt werden!

Das Buch Mormon fällt nicht nur in Bezug auf die jüdischen Opferungen den Test durch, sondern es mangelt ihm auch an Erwähnungen der alten Gesetze in Bezug auf die zeremonielle Unreinheit. Unter dem mosaischen Gesetz gab es gewisse Dinge, die Menschen taten, die sie unrein machten. In Numeri 19:11-13 lesen wir zum Beispiel: „Wer den Körper eines Toten berührt, soll sieben Tage unrein sein. Am dritten Tag entsündigt er sich mit dem Reinigungswasser, und am siebten Tag wird er rein... Jeder, der einen toten Menschen, einen Verstorbenen anrührt, und sich nicht entsündigt, hat die Wohnstätte des Herrn verunreinigt. Ein solcher Mensch muss aus Israel ausgemerzt werden, weil er sich nicht hat mit dem Reinigungswasser besprengen lassen...“ Dass diese Gesetze in Bezug auf die zeremonielle Unreinheit noch in Kraft waren, als Jesus geboren wurde, wird in Lukas 2:21-23 deutlich: „Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen JESUS... Dann kam für sie [Maria] der Tag, der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung. Sie brachten das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn zu weihen... Auch wollten sie ihre Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.“

Das Alte Testament gab dem jüdischen Volk auch strenge Gesetze darüber, welche Nahrung rein oder unrein war. Diese Anweisungen werden vom jüdischen Volk heute immer noch sorgfältig beachtet, da sie nur „koschere“ Lebensmittel essen – d. h. Nahrung, die durch ihre Essensgesetze erlaubt ist.

Der Autor des Buches Mormon scheint diese Gesetze vergessen zu haben. Während die Bibel die Wörter rein und unrein 327 verwendet, treten sie im Buch Mormon nur 25 mal auf. 11 davon scheinen sich aber darauf zu beziehen, ob jemand in den Himmel oder in die Hölle geht. Zum Beispiel lesen wir in 1. Nephi 15:34: „Nichts Unreines kann in das Königreich Gottes eintreten...“ an 6 Stellen ist das Material direkt der Bibel entnommen, 3 beziehen sich auf unreine Geister und die letzten 5 beziehen sich auf Dinge, die keine Beziehung zu zeremoniellen Gesetzen in Bezug auf die Unreinheit in der Bibel haben.

Bei unserer Suche danach, ob das Buch Mormon etwas über diese alten Gesetze erwähnt, suchten wir nach folgenden Wörtern: purification [Reinigung], purifications [Reinigungen], purified [gereinigt], purifier [Reiniger], purifieth [reinigte], purify [reinigen] and purifying [reinigend]. Die Bibel lieferte 49 Stellen, wo diese Wörter auftraten. Während das Buch Mormon 10 Stellen hatte, bezogen sich 8 auf Christi reinigendes Werk im Leben einer Person und die anderen 2 wurden durch Abkopieren der Bibel entnommen.

Obwohl das Buch Mormon eine Menge Material in Bezug auf Jesus Christus und das Christentum enthält, ist es kaum etwas, dass eine Beziehung zur frühen jüdischen Religion und ihren Bräuchen hätte. Wir haben zum Beispiel erwähnt, dass die Nephiten nie das Passah feierten oder irgendwelche anderen Feste, die für das alte Israel so wichtig waren. Sehr wenig erscheint über den Sabbat und, wie wir in unserem neuen Buch zeigen, nichts über das Sabbatjahr oder das Jubiläum. Es scheint keinen Beweis dafür zu geben, dass überhaupt die Beschneidung praktiziert wurde. Das Buch Mormon scheint auch einen traurigen Mangel an Material in Bezug auf den Zehnten und den Tempel zu haben. Der Autor des Buches Mormon scheint überhaupt nichts über die Gesetze über unreine Nahrung und Praktiken zu wissen und Opferungen gibt es fast gar nicht. Tatsächlich macht der Autor, als er das einzige Mal über „Brandopfer“ spricht, einen ernsthaften Fehler.

Wenn Joseph Smith gesagt hätte, dass die Nephiten ihren Glauben vollkommen geändert hätten, bevor sie in die Neue Welt kamen, wären diese Angelegenheiten leichter zu verstehen. Stattdessen prahlt das Buch Mormon selbst: „Und das Volk hielt die Gebote des Herrn und beachtete die Verordnungen Gottes genau nach dem Gesetz Mose; denn es war belehrt worden, das Gesetz Mose zu halten, bis es erfüllt sei.“ (Alma 30:3)

All diese Beweise führen zur unausweichlichen Schlussfolgerung, das das Buch Mormon von jemandem geschrieben wurde, der als Protestant aufgewachsen war, der sehr spärliche Kenntnisse in Bezug auf die jüdische Geschichte, Religion und Gebräuche hatte.

 

 

DIE PLAGIARISMUS-FRAGE

 

In der Messenger-Ausgabe vom Juli 1989 erwähnten wir, dass die Beweise, die wir jetzt gegen das Buch Mormon haben, mindestens 1000 mal so stark sind, wie die textlichen Beweise, die wir gegen die Hofmann-Dokumente hatten. Eine Menge Material in Bezug auf den Plagiarismus im Buch Mormon erhielten wir vor der Zeit, als wir mit dem Computerprogramm der Mormonenkirche zu arbeiten begannen, aber seit jener Zeit sind neue wichtige Beweise ans Licht gekommen.

Der Gedanke, dass der Autor des Buches Mormon vom Neuen Testament abkopierte, ist nicht neu. In seinem Buch, Roughing It, Seite 110, machte Mark Twain in Bezug auf das Buch Mormon folgende Bemerkung: „Das Buch scheint nur eine langweilige Schilderung eines imaginären Geschichtsberichts zu sein, mit dem Alten Testament als Modell, gefolgt von einem ermüdenden Plagiats des Neuen Testaments. Der Autor mühte sich ab, seinen Worten und Phrasen den seltsamen und altmodischen Klang und die Struktur unserer King-James-Übersetzung von der Heiligen Schrift zu geben; und das Ergebnis ist ein Bastard – halb moderne Zungenfertigkeit und halb antike Einfachheit und Feierlichkeit.“

Aus dem Inhalt des Buches Mormon wird deutlich, dass der Autor, während er kein ausgebildeter Bibelgelehrter war, ziemlich mit dem Inhalt der King-James-Version der Bibel vertraut war. Obwohl Mormonenapologeten zögern, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen, zeigen die Beweise, dass Joseph Smith die Fähigkeit und das biblische Wissen hatte, das erforderlich war, um das Buch Mormon zu schreiben. Gemäß Smiths frühen Bericht über sein Leben, 1832 geschrieben, behauptete er, dass er begann, die Bibel zu studieren, als er nur ungefähr 12 Jahre alt war: „Ungefähr im Alter von 12 Jahren wurde mein Geist in Bezug auf all die wichtigen Belange der Wohlfahrt meiner unsterblichen Seele ernstlich beunruhigt, was mich dazu bewegte, in der Heiligen Schrift zu forschen... vom Alter von zwölf Jahren an bis fünfzehn dachte ich in meinem Herzen über viele Dinge in Bezug auf die Lage der Welt der Menschheit nach... Mein Geist wurde außerordentlich bekümmert, denn ich wurde meiner Sünden überführt und durch das Forschen in der Heiligen Schrift, fand ich heraus, dass... die Menschheit nicht zum Herrn kam, sondern dass sie vom wahren und lebendigen Glauben abfiel.“ (An American Prophet's Record: The Diaries and Journals of Joseph Smith, Seiten 4-5) Da dieses Dokument in Joseph Smiths Handschrift geschrieben wurde, zeigt es, dass er alle notwendigen Fähigkeiten hatte, ein Buch wie das Buch Mormon zu schreiben, und auch, dass er die Bibel studiert hatte, seit er ein Kind war.

Joseph Smiths Mutter schrieb später, dass ihr Sohn ihr erzählte, dass er seine „Bibel nehmen und in den Wald gehen und in zwei Stunden mehr lernen könnte, als in zwei Jahren in [Kirchen-] Versammlungen, wenn er immer hingehen würde.“ (Biographical Sketches of Joseph Smith the Prophet, S. 90) Wenn Joseph Smith die Bibel zu studieren begann, als er ungefähr 12 Jahre alt war, wie er selbst aussagte, hätte er ungefähr 10 oder 11 Jahre Erfahrung mit der Bibel gehabt, bevor er das Buch Mormon schrieb.

In seiner Magisterarbeit machte Wesley P. Walters folgende Bemerkungen über den Text des Buches Mormon:

 

Wenn man damit beginnt, das Buch Mormon zu lesen, und man mit der Bibel gut vertraut ist, wird man sofort von der großen Skala an biblischem Material im Buch beeindruckt sein. Nicht nur, dass es da ein stümperhaftes Nachäffen des Stils der King-James-Version gibt, sondern es gibt eine künstliche Klarheit, die dem Teil des Buches Mormon hinzugefügt wurde, der vorgibt, sich in alttestamentarischer Zeit abzuspielen. Diese ersonnene Klarheit ist das Ergebnis des Einfügens neutestamentarischer Wörter, Phrasen und Zitate in die Zeit des Alten Testaments, so wie auch die Einführung von neutestamentarischen Konzepten und Lehren in diesen Zeitrahmen...

Die übliche mormonische Verteidigung ist, dass solch eine Kenntnis auf übernatürliche Weise dem Volk in Amerika bekannt gemacht wurde, gerade so wie Gott Hesekiel in einer Vision zeigte, dass Jerusalem fallen und der Tempel zerstört werden würde, wie Petrus eine Vision von Cornelius gegeben wurde, bevor er ihm persönlich begegnete. Solch eine Erklärung könnte bereitwilliger akzeptiert werden, wenn das Buch Mormon sein Material in Form einer Vision präsentiert hätte. Stattdessen bringt es sein Material auf fast dieselbe Weise, wie ein Prediger im Wilden Westen des 19. Jahrhunderts seine biblischen Zitate in seinen Predigten einbrachte. Die Häufigkeit, mit der das Buch Mormon dieses chronologisch falsch platzierte Material in seinen Text einbringt, würde erfordern, dass Gott auf übernatürliche Weise diese amerikanische Kolonie mit praktisch dem gesamten Text des Neuen Testaments versorgte, wie auch mit jenen Teilen des Alten Testaments, die nach ihrer Abreise nach Amerika entstanden... Passagen aus dem Neuen Testament... werden großzügig in die Reden und Predigten der Buch-Mormon-Charaktere auf dieselbe Weise eingesprenkelt, wie man sie in den Predigten eines Methodisten- oder Baptistenpredigers in Joseph Smiths Tagen finden könnte. Diese Art der Verwendung weist auf eine Kenntnis über die neutestamentarischen Bücher selbst hin. Nur wenn man das gesamt Werk kennt, kann man aus ihm passende Worte und Phrasen auswählen, um sie bei dieser predigtartigen Art zu verwenden. Es ist naiv, glauben zu lassen, dass in jedem dieser Fälle Gott die biblischen Phrasen und Zitate bekannt machte, damit die alttestamentarischen Sprecher im Buch Mormon in ihre Botschaft einarbeiten konnten. Es ist weit logischer, zu glauben, dass die Einfügungen solcher Phrasen und Zitate von einem kamen, der schon das Neue Testament vor sich liegen hatte, während er das Buch Mormon komponierte... Das Buch Mormon ist von Smith absichtlich im King-James-Stil geschrieben worden, damit es sich wie die Bibel anhört und bereitwilliger als Gefährte für sie akzeptiert werden würde. Vielmehr kann man daraus, dass Joseph zahlreiche biblische Phrasen so großzügig eingefügt hatte, während er seine 'Übersetzung' anfertigte, nur schließen, dass er viel bewanderter mit der Bibel war, als Mormonen im Allgemeinen zugestehen wollen. Wenn er die Bibel gut genug kannte, um biblische Phrasen freizügig im ganzen Buch Mormon einzustreuen, gibt es keinen Grund, warum er das Buch nicht selbst hätte komponiert haben können. In seinen Offenbarungen erscheint ebenfalls derselbe Typ biblischer Zitate zusammen mit der Verwendung des King-James-Stils. Die biblische Phraseologie des Buches Mormon muss deshalb Joseph Smith zugeschrieben werden und beweist überraschend eine gut funktionierende Kenntnis der Bibel...

Der wirklich tödliche Schlag für den Vorschlag, dass das neutestamentarische Material im alttestamentarischen Teil des Buches Mormon Joseph Smiths Verwendung solcher Phrasen beim Übersetzungsprozess des Buches zuzuschreiben ist, ist, dass solches Material viel tiefer geht als die bloße Verwendung von Worten und Phrasen. Die neutestamentarischen Konzepte, Auslegungen und Theologien werden alle in den Text selbt eingearbeitet.“ ("The Use of the Old Testament in the Book of Mormon," S. 7, 10-13)

 

Wie Wesley Walters aufgezeigt hat, besteht in Bezug auf das Buch Mormon das Problem darin, dass es die alten Nephiten ausgiebige Zitierungen aus Werken vornehmen lässt, die damals nicht einmal existierten. Tatsächlich werden im 1. und im 2. Buch Nephi Schriften aus dem Neuen Testament, 600 Jahre bevor sie geschrieben wurden, zitiert!

Folgendes könnte helfen, das Problem darzustellen, dem sich an das Buch Mormon Glaubende gegenüber sehen: Nehmen wir zum Beispiel an, jemand käme mit einem Buch, das angeblich von Moses geschrieben sei, mit dem Titel Die einzigen wahren Aussagen Moses, und in diesem Buch würden ihm folgende Worte zugeschrieben: „Seht euch die Lilien an: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.“ Sofort kommen einem zwei Probleme in den Sinn: Erstens, das Zitat ist mit den Worten Jesu in Lukas 12:27 identisch. Zweitens, Salomon wurde erst geboren, nachdem Moses schon Hunderte von Jahren tot war. Verteidiger von Die einzigen wahren Aussagen Moses könnten argumentieren, dass Moses der wahre Autor seiner Aussagen wäre und dass Jesus sie nur für seine eigenen Zwecke ausborgte. In Bezug auf das Problem der Erwähnung Salomos könnten diese Apologeten Joseph Smiths Verteidigung benutzen, nämlich dass der Autor in Wirklichkeit „von zukünftigen Dingen sprach, als wären sie schon gekommen“ (Mosiah 16:6). Es ist aber zweifelhaft, dass viele Leute von weder dem einem noch von dem anderen Argument beeindruckt wären. Wie wir es sehen scheint die Sache, die von Mormonenapologeten als Verteidigung für das Buch Mormon vorgebracht wird, einfach unlogisch.

Für diejenigen, die diese Sache wirklich betrachten, sollte es offensichtlich sein, dass das Vorhandensein vieler Teile des Neuen Testaments im Buch Mormon mehr Fehl am Platz ist als folgende Worte in einer Rede, die George Washington zugesprochen wird: „Vor vier Dutzend und sieben Jahren brachten unsere Vorfahren eine neue Nation auf diesem Kontinent hervor, in Freiheit empfangen und dem Grundsatz geweiht, dass alle Menschen gleich geschaffen sind.“ Diese Worte allein wären ausreichend, um die Rede als Fälschung zu beweisen. Während weniger als ein Jahrhundert George Washington und Abraham Lincoln voneinander trennten, haben wir im Buch Mormon Lehi, wie er aus dem Neuen Testament das Buch der Offenbarung fast sieben Jahrhunderte, bevor es geschrieben wurde, zitiert! (Das erste Zitat erscheint auf der zweiten Seite des Buches Mormon und wird auf „Ungefähr 600 v. Chr.“ datiert. Vom Buch der Offenbarung glaubt man, dass es ungefähr 90 n. Chr. geschrieben worden ist.

Es ist klar, dass der Autor des Buches Mormon eine King-James-Version der Bibel in seinen Händen hielt, als er es produzierte. Er hätte deshalb nicht 600 v. Chr. leben können. Wenn alle Beweise untersucht werden, wird es ersichtlich, dass er eigentlich um 1830 lebte – ungefähr 2430 Jahre, nachdem Lehi angeblich aus Jerusalem floh.

Die 74 Seiten, die wir in unserem neuen Buch Covering Up the Black Hole in the Book of Mormon dem Studium des Plagiarismus im Buch Mormon widmeten, behandeln nur die kleinen Platten Nephis aus dem Buch 1. Nephi bis Omni (das Material, das verwendet wurde, um die fehlenden 116 Seiten zu ersetzen). Dieses Material wird zwischen 600 v. Chr. und 130 v. Chr. datiert. Alles davon war daher angeblich vor der Zeit Christi geschrieben worden, und auch bevor das Neue Testament erstellt war. Hätten wir eine ausgiebige Studie über das gesamte Buch Mormon vorgenommen, wäre sie mindestens zweimal so lang.

Der berühmte Mormonengelehrte Hugh Nibley hat gesagt, dass „jedes Dokument von Spezialisten gleich welcher antiken Dokumente als eine Fälschung definiert wird, das nicht in der Zeit, an dem Ort und auf diese Weise erstellt wurde, wie seine Herausgeber es behaupten.“ (Since Cumorah, S. 160) Das Material, dass wir im ersten Teil unseres Buches Covering Up the Black Hole in the Book of Mormon veröffentlicht haben, und die Parallelen zur Bibel, die im zweiten Teil dieses Buches erscheinen, liefern unwiderlegbare Beweise, dass das Buch Mormon nicht der antike Text ist, den es zu sein vorgibt. Ungeachtet der Motive Joseph Smiths für das Erstellen des Buches kann es nicht als ein echtes Dokument akzeptiert werden, da es „nicht in der Zeit, an dem Ort und in der Weise erstellt wurde, wie seine Veröffentlicher es behaupten“.

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