Der Bat-Creek-Stein

Der Bat-Creek-Stein

 

Am 19. Oktober 1970 veröffentlichte der Salt Lake Tribune folgendes:

 

„NEW YORK – Ein Professor der Brandeis-Universität sagte Sonntag, dass ein Beweis entdeckt worden ist, dass Juden, die im Nahen Osten vor den Römern flohen, nach Westen kamen und 1000 Jahre vor Kolumbus Amerika entdeckten.

Cyrus H. Gordon, Professor für Mediterrane Studien an der Brandeis, sagte, der Beweis sei eine Inschrift, die 1885 in einem Grabhügel in Tennessee gefunden wurde.

Die Inschrift, so sagte er, wurde auf einem Stein unter einem von neun Skeletten in dem Grabhügel gefunden, aber als die Inschrift 1894 vom Smithsonian-Institut fotografiert und veröffentlicht wurde, wurde sie auf dem Kopf stehend abgedruckt und ihre Bedeutung blieb unbeachtet. Der Stein befindet sich im Smithsonian-Museum in Washington…

Beim Studium der Inschrift, sagte Gordon, entdeckte er, dass seine fünf Buchstaben den Schreibstil Canaans aufwiesen, des ‚verheißenen Landes’ der Israeliten, irgendwo zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer.

Die fünf Buchstaben der Inschrift, sagte Gordon, stimmen mit dem Schriftstil überein, den man auf hebräischen Münzen der Römischen Periode gefunden hat. Er übersetzt die Inschrift folgendermaßen: ‚für das Land Juda’.

Die archäologischen Umstände der Entdeckung, sagte Gordon, ‚klammern jede Chance für einen Betrug oder Schwindel aus und die Inschrift bestätigt eine Einwanderung von Juden… wahrscheinlich um dem Zugriff Roms nach den verheerenden jüdischen Niederlagen in den Jahren 70 und 135 n. Chr. zu entkommen’…

Gordon sagte, dass die Inschrift 1885 in einem Grabhügel bei Bat Creek, Tenn., von Cyrus Thomas gefunden wurde, der beim Smithsonian arbeitete.

‚Verschiedene Beweisstücke weisen in die Richtung einer Einwanderung vom Mittelmeerraum zu Römerzeiten’, sagte Gordon. ‚Der Eckstein der historischen Rekonstruktion ist gegenwärtig die Bat-Creek-Inschrift, da sie in einem unanfechtbaren archäologischen Kontext unter der Leitung professioneller Archäologen gefunden wurde, die für das angesehene Smithsonian-Institut arbeiteten.’“ (Salt Lake Tribune, 19. Okt. 1970)

 

Das folgende ist eine Abbildung des Bat-Creek-Steins.


ein Bild


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Da Dr. Gordon behauptete, dass hebräische Schriftzeichen auf diesem Stein eingraviert waren, meinten wir, dass wir etwas Nachforschung in Bezug auf ihre Echtheit betreiben sollten. In einem Brief vom 18. Okt. 1970 erklärte Dr. Gordon: „Cyrus Thomas veröffentlichte die Inschrift auf dem Kopf stehend und hielt es für Cherokee-Schrift, obwohl die Schrift keine Ähnlichkeit mit Cherokee-Silben aufwies. Es blieb Dr. Mahan überlassen, die veröffentlichte Fotografie auf den Kopf zu stellen und zu erkennen, dass die Schriftzeichen antike Schrift Canaans waren.“

Wir übergaben eine Fotografie dieses Steins einem namhaften Semitisten. Er behauptete, dass es „kein Stadium der Schrift in Hebräisch oder Aramäisch gibt, zu dem diese Buchstaben gehören können, so weit sie erhalten sind.“ Unglücklicherweise haben wir das Gefühl, dass diese Antwort eher von einem Vorurteil gegenüber Gordons Arbeit diktiert worden war, als von einer sorgfältigen Untersuchung des in Frage stehenden Steins. Unsere Nachforschung scheint zu zeigen, dass die Schriftzeichen semitisch sind. In unserem Werk Archaeology and the Book of Mormon, S. 84-91, widmen wir einen großen Teil diesem Stein und der Übersetzung der Schriftzeichen. Wir demonstrieren, dass die Inschrift in antiken „canaanitischen“ Schriftzeichen geschrieben ist, aber wir erklärten, dass dies nicht „unbedingt bedeutet, dass die Inschrift echt ist oder der Stein in antiken Zeiten beschrieben wurde“.

Cyrus Gordons Vorschlag, dass die Inschrift Schriftzeichen auf jüdischen Münzen ähnelt ist sehr verlockend, aber wir müssen auch die Tatsache in Betracht ziehen, dass ähnliche Schriftzeichen von anderen Völkern wie den Phöniziern oder Moabitern verwendet wurden.

Es ist interessant, dass Joseph Corey Ayoob von diesem Stein, lange bevor Dr. Gordon ihn berühmt machte, wusste. Er meint, dass es eine phönizische Inschrift sei, und er übersetzt sie wie folgt: „Die Stimme des Todes“. (Ancient Inscriptions in the New World, Bd. 1, S. XIV, 1964, Aliquippa, Pa.)

Wegen der vielen Fälschungen, die in der Vergangenheit getätigt wurden, sind Gelehrte sehr vorsichtig in Bezug auf die Bat-Creek-Inschrift. Das Newsweek Magazine vom 26. Okt. 1970, S. 65, erklärte, dass Gordons Bestätigung der Inschrift nicht „sofort die Skeptik vieler prominenter Archäologen überwand, denn es hat zu viele ähnliche Steine und Artefakte gegeben, die entdeckt wurden und sich später als betrügerisch erwiesen, nicht um andere Wissenschaftler misstrauisch zu machen“.

Wir konsultierten Frank Moore Cross Jun. von der Abt. für Nahöstliche Sprachen und Literatur an der Havard-Universität. Seine kurze Antwort scheint darauf hinzuweisen, dass er die Inschrift als Fälschung ansieht, obwohl er bereit ist zuzugeben, dass sie eine Imitation kanaanitischer Schrift ist: „Ich habe dies untersucht. Fügen Sie es der Liste von Pseudo-Kanaanitisch hinzu.“

Joseph A. Fitzmeyer von der Abteilung für Nahöstliche Sprachen und Zivilisationen an der Universität von Chicago sagte, dass die Schriftzeichen auf dem Bat-Creek-Stein aussehen wie „sehr alte Formen des Hebräisch“, aber er wäre „sehr skeptisch in Bezug auf die Echtheit der Inschrift“. (Siehe Archaeology and the Book of Mormon, S. 86)

In Anhang 2 unseres Buches Archaeology and the Book of Mormon schrieben wir folgendes in Bezug auf den Bat-Creek-Stein: “Nun, selbst wenn wir annehmen sollten, dass der Bat-Creek-Stein echt ist, beweist es nicht unbedingt, dass die Person, die ihn besaß, ein Jude war, oder dass es eine Einwanderung von Juden nach Amerika in alter Zeit gab. In dieser Hinsicht ist es interessant, dass Joseph Smith einige echte ägyptische Papyri besaß, und es ist der Gedanke aufgebracht worden, dass er einige Bruchstücke dieser Papyri den Indianern gegeben haben könnte. Jay M. Todd, ein Mormonenschreiber, erklärt: ‚Während des Aufenthalts der Indianer,… könnte der Prophet ihnen entweder Seiten von Times and Seasons, die Buch-Abraham-Faksimiles darstellten, oder vielleicht einige tatsächliche Papyrusfragmente oder beides gegeben haben… der Prophet könnte den Wunsch gehabt haben, den Indianern ein persönliches Zeichen zu geben, etwas von Wert oder etwas Antikes, um seine Zuneigung und Verbundenheit mit ihnen zu zeigen.’ (The Saga of the Book of Abraham, S. 280) Nun, wenn etwas von dem Papyrus in einem Grab bei einem Indianer entdeckt worden wäre, hätte man annehmen können, dass der Indianer wirklich ein Ägypter gewesen wäre. Solch eine Schlussfolgerung wäre aber vollkommen falsch.

Von seinem Artikel in Argosy her scheint es, dass Dr. Gordon nicht sicher ist, ob der Bat-Creek-Stein ursprünglich aus Amerika oder von der Alten Welt her kam: ‚Dann werden uns die Geologen die geographische Verteilung des eigentlichen Steins erzählen, auf den die Inschrift graviert wurde. Ich würde gerne wissen, ob er hier hergestellt wurde oder im alten Land.’ (Argosy, Januar 1971, S. 27) Wenn der Stein in der Alten Welt eingraviert wurde, könnte er hierher gebracht worden und von einem Indianer nach der Zeit des Kolumbus erlangt worden sein, oder die Indianer könnten ihn in einem antiken Schiffswrack gefunden haben. Eine ganze Menge hängt davon ab, wann der Stein tatsächlich in den Grabhügel eingebracht wurde. Der Archäologe Cyrus Thomas meinte, dass das Begräbnis einige Zeit nach 1821 stattfand, aber Dr. Gordon behauptet, dass ‚das Grab nicht aus jüngerer Zeit stammen könnte. (Wie lange brauchen Baumwurzeln, um fünf Fuß zu durchwachsen und dick genug zu werden, um ein Hindernis zu sein?) Ich würde sagen, dass Thomas’ Deutung des Textes einfach deswegen zustande kam, weil er durch die Theorien seiner Zeit gehirngewaschen war,… Ich habe den Knochen und das Holz, das man im Grab fand, das mit der Karbon-14-Methode vom Smithsonian-Institut datiert wurde; zum Glück sind diese Gegenstände mit dem Stein zusammen vorhanden, denn Stein kann nicht auf diese Weise datiert werden; das Material muss für die Karbon-14-Methode organisch sein.’ (Argosy, Januar 1971, Seite 27) Wir haben das Smithsonian-Institut wegen der Ergebnisse der Karbon-14-Tests angeschrieben; aber unglücklicherweise haben sie sich entschieden, diese Tests nicht vorzunehmen. Trotzdem deuten sie an, dass sie in Bezug auf die Artefakte einige Nachforschung anstellen. In einem Brief vom 15. Januar 1971 machte George E. Phebus, Tutor, Veredelungs-Labor, Abteilung für Anthropologie, folgende Bemerkungen:

„’Gegenwärtige Forschung an dem ‚Bat-Creek-Stein’ wird fortgesetzt. Bis heute sind die Messingarmbänder analysiert worden und die Ergebnisse fallen NICHT zugunsten von Dr. Gordons Auslegung aus. Die Aussage in Argosy, dass bestimmte beiliegende Artefakte C-14-datiert sein werden, ist falsch. Dies würde die vollständige Zerstörung dieser Proben erfordern, und dies ist nicht wünschenswert. Außerdem würde sich eine C-14-Datierung nur auf das Begräbnis beziehen und nicht unbedingt auf das Datum des Steins.’ (Brief von George E. Phebus, Smithsonian-Institut, vom 15. Januar 1971)“ (Archaeology and the Book of Mormon, S. 90)

Seit das obige geschrieben wurde, hat das Smithsonian-Institut eine Erklärung herausgegeben, die Cyrus Gordons Werk in Bezug auf den Bat-Creek-Stein zu entwerten schien. Diese Erklärung zeigt, dass das Begräbnis erst irgendwann im 18. oder 19. Jahrhundert stattfand:

 

DER BAT-CREEK-STEIN

 

„Der Bat-Creek-Stein wurde 1885 aus dem Bat-Creek-Grabhügel in der London-Grafschaft, Tennessee, ausgegraben… Die Probe und begleitendes Material werden weiterhin analysiert und es gibt jetzt zwei Meinungen in Bezug auf die Inschrift. Die eine, dass sie nicht Cherokee ist und die andere, dass sie nicht echte semitische Schrift ist, obwohl einige Schriftzeichen so erscheinen, als hätte jemand einige hebräische Buchstaben aus dem Alphabet kopiert.

Neuerliche Tests durch unser Konservierungslabor an den Messingarmbändern, die im selben Grab gefunden wurden, erwiesen sich definitiv als Handelsgüter des 18.-19. Jahrhunderts und sie haben nicht die chemische Zusammensetzung von Messing aus römischen oder semitischen Perioden.“ (Erklärung des Smithsonian-Instituts, am 24. November 1971 zugesandt)

 

Die Tatsache, dass die Armbänder „HANDELSGÜTER DES 18.-19. JAHRHUNDERTS SIND“ beweist, dass das Begräbnis nicht vor dieser Zeit stattgefunden haben konnte. Dr. Gordon hat schon zugegeben, dass die Messingarmbänder bei demselben Skelett gefunden wurden, bei dem der gravierte Stein gefunden wurde: „…er war derjenige, der die Botschaft trug, die in den kleinen Stein unter seinem Kopf gemeißelt war, als er hier beerdigt wurde. Er hatte auch eine Reihe von Gegenständen, einschließlich zweier Messingarmbänder,…“ (Argosy, Januar 1971, Seite 24)

Selbst wenn die Inschrift echt wäre, so gibt es keinen Beweis, der zeigt, dass er vor der Zeit des Kolumbus nach Amerika gebracht wurde.

Um seine Ideen zu unterstützen, beruft Dr. Gordon sich auf die Tatsache, dass römische und hebräische Münzen in Amerika gefunden worden sind: „In den 1820ern… sammelte John Haywood Material für sein Buch… Haywood beschreibt römische Münzen, die in Tennessee und den anliegenden Staaten gefunden wurden. Ferner brachte am 17. April 1967 die New-Yorker jiddische Zeitung The Day-Jewish Journal einen Artikel über hebräische Münzen aus dem Bar-Kokhba-Aufstand (der zweite jüdische Aufstand in den Jahren 132-135 n. Chr.), die von Farmern um Louisville, Hopkinsville und Clay City, Kentucky, herum gefunden wurden.“

Wir haben nicht das Gefühl, dass das Vorhandensein von hebräischen Münzen in Amerika einen großartigen Beweis dafür liefert, dass Juden in antiker Zeit in Amerika waren. Diejenigen, die unser Buch Archaeology and the Book of Mormon gelesen haben, werden sich erinnern, dass Josiah Priest berichtete, dass ein Indianer „eine römische Münze“ in Missouri gefunden hatte und dass „eine persische Münze in der Nähe einer Quelle am Ohio einige Fuß unter der Erde“ entdeckt wurde;…“ (American Antiquities, Seite 52) Da Menschen Münzen sammeln, könnten sie in jüngerer Zeit nach Amerika gekommen sein. Die jüdischen Münzen wurden natürlich in der Alten Welt von den Juden geprägt, aber als die Römer Jerusalem zerstörten „rannten die Soldaten plündernd, brandschatzend und mordend durch die Straßen“. (The Coins of Jewish War of 66-73 C. E., Seite 38) Auf Seite 80 desselben Buchs finden wir folgendes: „Was von den Shekeln und dem anderen Geld übrig geblieben war, fiel in die Hände der römischen Soldaten… die Shekel wurden eingeschmolzen oder in Stücke gehackt, um nach Gewicht an Händler verkauft zu werden… Andererseits waren die römischen Soldaten an all dem bronzenen ‚Prutot’, der für sie völlig wertlos war, nicht interessiert. So ließen sie sie einfach zurück oder nahmen einige als Souvenier in ihre zukünftigen Besatzungen mit.“ Auf Seite 43 desselben Buchs finden wir folgende Aussage: „Shekel-Proben wurden auch von Palästina von christlichen Pilgern des Mittelalters mitgenommen und in die Schatzkammern der Kirchen und Klöster gegeben;…“ Somit sehen wir, dass antike Hebräermünzen in fast jedem Teil der Welt gefunden werden könnten.

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