Mormonengelehrte sehen der Wahrheit ins Gesicht

Mormonengelehrte sehen der Wahrheit ins Gesicht

 

Dee Green, Assistierender Professor der Anthropologie am Weber State College hat einen Artikel für Dialogue geschrieben. Dieser Artikel ist sehr kritisch gegenüber den „Buch-Mormon-Archäologen“ Das ist sehr bezeichnend, da Herr Green einmal tief in archäologischer Arbeit an der Brigham-Young-Universität der Mormonenkirche eingebunden war. 1953-54 diente er als assistierender Herausgeber des University Archaeological Society Newsletter und 1958-61 diente er als Herausgeber. In seinem Artikel für Dialogue: A Journal of Mormon Thought sagte Dee F. Green:

 

„Diese Bände, die sehr offenkundig Zeit und Raum ignorieren und höchst radikal Teile der archäologischen Beweise verzerren, falsch darstellen oder ignorieren sind die beliebten Farnsworth-Bände. Ebenfalls unzulänglich, von einem professionellen, archäologischen Standpunkt aus, sind die wohlmeinenden Bände von Milton R. Hunter und eine Reihe von kleineren Broschüren und Arbeiten verschiedener Autoren…

Neue-Welt/Alte-Welt-Vergleiche sind weniger beliebt gewesen, aber gleichermaßen mit Problemen beladen. Die bestbekannten Beispiele sind die beiden Bände von Nibley, die an einer Überdosis an ‚Altweltitis’ leiden. In Nahost-Philologie und –Geschichte hat Nibley in der Kirche niemanden, der ihn prüft -  und wahrscheinlich wenige außerhalb – aber er kennt sich mit der Neue-Welt-Kultur NICHT gut aus, und seine Schreiberei ignoriert die beträchtlichen eingeborenen Elemente zu Gunsten ausschließlicher Alte-Welt-Muster… Während ich einen beträchtlichen Teil der letzten zehn Jahre als Wissenschaftler fungierte, der mit der Neuen Welt zu tun hatte, fand ich, dass nichts in der so genannten Buch-Mormon-Archäologie meine religiöse Verpflichtung weder auf die eine oder auf die andere Weise beeinflusst, und ich erkenne nicht, dass die archäologischen MYTHEN, die in unserem Missionsprogramm so gewöhnlich sind, den Prozess wahrer Bekehrung steigern…

Der erste Mythos, den wir ausmerzen müssen, ist, dass es eine Buch-Mormon-Archäologie gibt. Titel auf Büchern voller archäologischer Halbwahrheiten, Dilettanten an der Peripherie Amerikanischer Archäologie, die sich ungeachtet ihrer Ausbildung Buch-Mormon-Archäologen nennen, und eine Abteilung für Ärchäologie an der BYU, die sich der Produktion von Buch-Mormon-Archäologen widmet, versichern NICHT, dass Buch-Mormon-Archäologie tatsächlich existiert. Wenn man Buch-Mormon-Archäologie studieren soll, dann muss man auch einen Korpus an Daten haben, mit dem man arbeiten kann. Haben wir NICHT. Das Buch Mormon ist wirklich vorhanden, so dass man Buch-Mormon-Studien haben kann, und Archäologie ist wirklich da, so dass man Archäologie studieren kann, aber die beiden sind nicht miteinander verbunden. Zumindest sind sie nicht in der Realität miteinander verbunden, da KEIN Buch-Mormon-Ort bekannt ist, den wir auf die moderne Topographie übertragen können. Biblische Archäologie kann studiert werden, weil wir wissen, wo Jerusalem und Jericho waren und sind, aber wir wissen nicht, wo Zarahemla und Bountiful (und auch kein anderer solcher Ort) waren oder sind. Es scheint also, dass eine Konzentration auf die Geographie an erster Stelle stehen sollte, aber wir haben schon gesehen, dass zwanzig Jahre eines solchen Versuchs uns mit LEEREN HÄNDEN zurückgelassen haben.“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1969, S. 74, 76, 77 & 78)

 

In einer Fußnote auf Seite 77 desselben Artikels erklärte Dee Green: „Mit der einzigen Ausnahme von Ross T. Christensen, ist nie jemand in der früheren BYU-Archäologie-Abteilung ausgebildet worden, der sich selbst als Buch-Mormon-Archäologe betrachtet. In der Tat haben die meisten, die graduiert haben, keine Kariere in Anthropologie verfolgt, auch nicht in ihrer Unterdisziplin der Archäologie, und die wenigen von uns, die Professionelle geworden sind, haben ständig unsere frühe BYU-Ausbildung als höchst unzulänglich und die Standpunkte, die dort zum Ausdruck gebracht werden, als uninformiert und steril empfunden.

 

Während wir Dee F. Greens Zugeständnisse ziemlich Aufsehen erregend fanden, können sie nicht im Ansatz mit der Überraschung verglichen werden, die wir am 2. Dezember 1970 bekamen, als wir einen Besuch von Thomas Stuart Ferguson erhielten.

Mr. Ferguson hat einen großen Teil seines Lebens dem Versuch gewidmet, das Buch Mormon durch Archäologie zu beweisen und wird vom Mormonenvolk als ein großer Verteidiger des Glaubens anerkannt. Er hat mindestens drei Bücher über das Thema geschrieben – eines in Zusammenarbeit mit Milton R. Hunter vom Ersten Rat der Siebzig. Auf dem Umschlag seines Buches One Fold and One Shepherd finden wir folgendes: „Thomas Stuart Ferguson, 47, Präsident der New World Archaeological Foundation, ist ein ausgezeichneter Student der frühesten Hochzivilisation der Neuen Welt. Er plante als erster mit Dr. A. V. Kidder, Dekan der Zentralamerikanischen Archäologen, 1952 die New World Archaeological Foundation… Er brachte $225.000 für die Feldarbeit auf, ließ die Stiftung als Körperschaft eintragen (als Rechtanwalt), half bei den ersten Forschungsarbeiten in Mittelamerika und Mexiko und hat aktiv die Angelegenheiten der Stiftung seit ihrem Beginn geregelt.“

John L. Sorenson gibt folgende Information: „…M. Wells Jakeman und Thomas Ferguson (und in gewissem Maß Milton Hunter),… betonten die dokumentarischen Traditionen und bestimmte archäologische und geographische Merkmale Mexikos und Zentralamerikas, die an Hand des Buches Mormon abgesteckt wurden. Ferguson erstellte mit Hunters Zusammenarbeit eine Art von Landmarken-Buch, und dann machte er sich daran, die New World Archaeological Foundation zu organisieren. Sein Gedanke war, im Gegensatz zu Jakeman, dass die Arbeit in der Archäologie, die für die Klärung der Buch-Mormon-Plätze notwendig wäre, in Zusammenarbeit mit nichtmormonischen Experten getan werden sollte und nicht von ihnen isoliert. Dreizehn Jahre des Wandels in der NWAF haben die Umkehrung in ein Element in der BYU-Struktur gesehen und wie sie eine angesehene Stellung als Forschungsagentur in Mittelamerikanischer Archäologie erlangt hatte,…“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Frühjahr 1966, Seite 145)

Thomas Stuart Ferguson glaubte wirklich, dass die Archäologie das Buch Mormon beweisen würde. In seinem Buch One Fold And One Shepherd, Seite 263, erklärte er: “Das Wichtigste ist jetzt, mit dem Graben in beschleunigter Gangart fortzufahren, um mehr Inschriften zu finden, die in die Buch-Mormon-Zeit fallen. Schließlich sollten wir entzifferbare Inschriften in modifiziertem (reformiertem) Ägyptisch finden, in einem modifizierten oder reinen Hebräisch oder in Keilschrift, die sich auf eine einzigartige Person, Örtlichkeit oder Ereignis im Buch Mormon beziehen.

1962 schrieb Mr. Ferguson folgende Aussage in Bezug auf das Buch Mormon: „Mächtige Beweise, die das Buch stützen, häufen sich, nicht zuletzt sind es die Goldplatten, die man in Iran fand.“ (Improvement Era, April 1962, S. 271)

Den ersten Hinweis, dass Mr. Ferguson seinen Glauben verlor, erhielten wir direkt nachdem Joseph Smiths Ägyptische Papyri wiederentdeckt wurden. 1968 schrieb er uns einen Brief, in dem er sagte, dass wir „eine großartige Arbeit leisten – indem wir einige Wahrheit über das Buch Abraham hervorbringen.“

Später hörten wir ein Gerücht, dass er Joseph Smiths Buch Abraham aufgegeben hätte, aber dies bereitete uns kaum auf seinen Besuch am 2 Dezember 1970 vor. Damals erzählte uns Mr. Ferguson offen, dass er nicht nur das Buch Abraham aufgegeben hätte, sondern dass er auch zu dem Schluss gekommen wäre, dass Joseph Smith kein Prophet und dass dieser Mormonismus nicht wahr wäre. Er sagte uns, dass er fünfundzwanzig Jahre damit verbracht hätte, zu versuchen, das Buch Mormon zu beweisen, aber schließlich war er zu dem Schluss gekommen, dass all seine Arbeit in dieser Hinsicht vergeblich gewesen war. Er sagte, dass seine Ausbildung in Jura, ihn gelehrt hätte, Beweise abzuwägen und dass der Fall gegen Joseph Smith absolut verheerend wäre und nicht wegerklärt werden könnte.

Mr. Ferguson fand sich mit einem Dilemma konfrontiert, denn die Mormonenkirche hatte ihm gerade einen großen Zuschuss ($100.000 oder mehr) gegeben, um die archäologische Forschung der New World Archaeological Foundation voranzutreiben. Er meinte aber, dass die New World Archaeological Foundation eine berechtigte archäologische Arbeit leistete und deshalb beabsichtigte er, diese Arbeit fortzusetzen. Dee F. Green meint ebenfalls, dass die New World Archaelogical Foundation ehrliche Arbeit leistet:

„Was ich Hintertür-Herangehensweise zu nennen gewählt habe, ist für die New World Archaeological Foundation der Brigham-Young-Universität typisch, eine Organisation, die in den 1950ern durch Thomas S. Ferguson ihren Anfang nahm. Sie wurde schließlich von der Kirche übernommen und an der BYU platziert mit einem besonderen Kirchenkomitee unter der Leitung von Elder Howard W. Hunter, dem die Gerichtsbarkeit über ihre Leitung und Finanzen gegeben wurde. Es wurde mir 1963 ziemlich deutlich gemacht, als ich bei der BYU-NWAF eingestellt wurde, dass ich meine Meinungen in Bezug auf die Buch-Mormon-Archäologie für mich behalten sollte und mein Feldbericht sollte völlig von solchen Gedanken frei gehalten werden. Ich hieß die Anweisung, nach meinen früheren Tagen an der BYU als erfrischend willkommen, als alles, was die Abteilung tat, ‚schriftlich’ berichtet werden musste…

Was die Foundation tut, um die Sache der Buch-Mormon-Archäologie voran zu bringen, hängt vom eigenen Standpunkt über die Buch-Mormon-Archäologie ab. Es hat keine spektakulären Funde (aus der Sicht des Buches Mormon) gegeben, kein Zarahemla wurde entdeckt, keine Goldplatten wurden ans Licht gebracht, keine Pferde entdeckt und König Benjamins Grab bleibt unausgegraben. Aber die Belohnungen für die Kirche wegen der Arbeit der Foundation, während sie für den Laien und den ‚Sucher nach einem Zeichen’ nicht zu fassen ist, werden sich als beträchtlich in der historischen Perspektive erweisen.“ (Dialogue: A Journal of Mormon Thought, Sommer 1969, S. 76-77)

 

Von 1948 bis 1961 schickte die Abteilung für Archäologie an der Brigham-Young-Universität „fünf archäologische Expeditionen nach Mittelamerika“, aber es wurde kein Beweis für die Nephiten entdeckt. Seit 1961 entschieden sich offensichtlich die Kirchenführer, dass es besser wäre, das Geld für die Feldforschung in Mittelamerika Thomas Stuart Fergusons New World Archaelogical Foundation zu geben. Dies scheint ein wirklicher Fehlschlag für die Abteilung der Archäologie gewesen zu sein. Ross T. Christensen von der Brigham-Young-Universität, klagt die New World Archaelogical Foundation an, „offenbar kein Interesse an der Archäologie der Heiligen Schriften zu haben“. (Newsletter and Proceedings of the Society For Early Historic Archaeologie, Brigham-Young-Universität, Juni 1970, Seite 9) Im selben Artikel sagte Dr. Christensen:

“1961 wurde die New World Archaelogical Foundation der Brigham-Young-Universität als eine Agentur der Feldforschung in Mittelamerika angegliedert. Diese Organisation ist eine Schöpfung Thomas S. Ferguson gewesen… die Foundation hat der BYU als ihr ausschließlicher Agent für archäologische Ausgrabungen in Mittelamerika gedient, wobei sie HLT-KIRCHENFONDS in Anspruch nahm und es sind ERHEBLICHE MITTEL ausgegeben worden, was sich in ‚streng wissenschaftlicher Objektivität’ und im Drucken von einer Serie von Publikationen ausdrückte, die von ‚jeglicher Auslegung der Heiligen Schriften frei’ sind…

(1) Seit der Angliederung der New World Archaelogical Foundation an die BYU im Jahre 1961, gab es kein Abteilungsprogramm für Feldforschung in Mittelamerika. Während einzelne Mitglieder der Fakultät ihre eigenen Zuschüsse erhalten und ihre eigenen Übereinkünfte getroffen haben mögen – als Einzelpersonen – ist kein Feldprogramm für die Lösung der speziellen Buch-Mormon-Probleme möglich gewesen, das von der Abteilung als solches organisiert und geleitet worden wäre.

(2) Die Archäologie der Heiligen Schriften, die einmal den Mittelpunkt bildete, war in der Tat der eigentliche Zweck, wofür die Abteilung in erster Linie geschaffen wurde, und jetzt scheint sie NUR EIN RANDFELD  zu sein. Diese große Studie, für die Elder Widtsoe und Präsident McDonald solche großen Hoffnungen hegten und die von 1946 bis 1959 den ersten Platz in den Herzen der Fakultät und ebenso den Studenten belegte und solche Begeisterung aus ihnen hervorlockte, ist jetzt in die Position eines einfach privaten Forschungsinteresses von zwei von fünf Fakultätsmitgliedern VERBANNT WORDENman kann nicht sagen, dass die BYU jetzt durch seine Archäologieabteilung irgendeine Art von Forschungsprogramm in der Archäologie Heiliger Schriften unterstützt. In anderen Worten, obwohl die ursprüngliche Bestimmung der Abteilung in diesem Feld nie ausdrücklich annuliert worden ist, kommt immer noch keine echte offizielle Unterstützung voran.“ (Ebenda, S. 7-8)

Es scheint also, dass sich die Mormonenkirche in einer peinlichen Lage in Bezug auf die Archäologie und das Buch Mormon befindet. Nachdem die Archäologie-Abteilung der Brigham-Young-Universität darin versagt hatte, irgendeinen wirklichen Beweis für das Buch Mormon in Mittelamerika zu finden, gaben die Kirchenführer „erhebliche Mittel“ um Thomas Stuart Fergusons New World Archaelogical Foundation zu unterstützen. Diese Organisation versagte ebenso darin, Beweise für das Buch Mormon zu finden, und der Mann der sie in der Hoffnung gründete, dass sie den Mormonismus beweisen würde, endete damit, dass er seinen Glauben an die Kirche verlor. Es wird interessant sein, zu sehen, ob die Mormonenkirche damit fortfahren wird, die New World Archaelogical Foundation unter diesen Umständen zu unterstützen.

 

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