Hügel Cumorah

Hügel Cumorah

 

Gemäß dem Buch Mormon wurden zwei große Zivilisationen – d. h. die Nephiten und die Jarediten – in Schlachten vernichtet, die am „Hügel Cumorah“ stattfanden. Dies ist derselbe Hügel, wo Joseph Smith angeblich die Goldenen Platten gefunden hatte.

Natürlich kommt die Frage auf, wieso solch ein unbedeutender kleiner Hügel für diese zwei großen Schlachten erwählt wurde. M. T. Lamb gab folgende Kommentare ab:

 

„Mormon berichtet von der raschen Vernichtung seines Volkes, den Nephiten. Sie sind aus all ihren Hochburgen in Zentralamerika vertrieben worden: eine ihrer Hauptstädte nach der anderen ist von den siegreichen Lamaniten eingenommen und vernichtet worden. Überall geschlagen und rasch nordwärts getrieben schreibt Mormon schließlich einen Brief an den König der Lamaniten und erhebt folgende merkwürdige Forderung:

‚Und ich, Mormon, schrieb einen Brief an den König der Lamaniten und bat ihn, er möge unserm Volk gestatten, sich im Land Cumorah bei einem Hügel zu versammeln, der Cumorah genannt wurde, und dort würden wir ihnen eine Schlacht liefern. Und es begab sich, dass der König der Lamaniten mir meinen Wunsch erfüllte. Und es begab sich, dass wir ins Land Cumorah zogen… und es war in einem Land vieler Gewässer, Flüsse und Quellen, und hier hofften wir, einen Vorteil über die Lamaniten zu erlangen.’

Nun, Leser, denken Sie, dass irgendein vernünftiger General einer Armee solch einen Brief wie oben an seinen Todfeind schreiben würde? Und wenn ein solcher Brief geschrieben worden wäre, denken Sie, dass solch ein Todfeind, wenn er bei Sinnen wäre, zugestimmt hätte? Bitte behalten Sie im Sinn, dass die Heimat der Lamaniten Südamerika war und dass die Hauptbesitztümer der Nephiten, ihre größten Städte, fast alles, das für eine Plünderung begehrenswert war, in Zentralamerika zu finden wäre, während sich dieser Hügel Cumorah im westlichen New York befindet, in einer Entfernung von zwei- oder dreitausend Meilen. Wäre der Lamanitenkönig gewillt, eine Armee von mehreren Hunderttausend mindestens zweitausend Meilen von seiner Basis an Versorgungsgütern weg zu transportieren, in ein spärlich besiedeltes Land, wo Lebensmittelvorräte notwendigerweise knapp wären, nur um seinem Feind zu gestatten, sich eine gute Position zu sichern, von wo aus sie ‚hofften, einen Vorteil über die Lamaniten zu erlangen’?

Aber noch einmal: Warum würden sie annehmen, dass der gute Prophet Mormon so sehr darauf bedacht war, diesen bestimmten Hügel zu erreichen, so weit von der Heimat und den Besitztümern seines Volkes entfernt? War wirklich der Grund, dass der besagte Hügel eine natürliche Festung wäre, ein berühmter strategischer Punkt? Überhaupt nicht; es ist nur ein kleiner Hügel, während er, um diesen Hügel zu erreichen, über Hunderte von Bergfesten geklettert, durch eine Menge von gewaltigen Felsschluchten oder andere natürliche Verstecke oder Thermopylenpässe marschiert wäre – Tausende von Plätzen hätten sich dargeboten, die für seine Absichten hundertmal besser gewesen wären: ‚Vorteil über die Lamaniten zu erlangen’.

Warum ignorierte er also all diese starken Plätze und ließ seine Armee tausend Meilen weiter marschieren, weg von den Bergen zu einem kleinen Hügel im westlichen New York, der völlig wertlos als natürliche Barriere gegen einen Feind war? Leser, wir wollen den Grund flüstern: Joseph Smith fand seine goldenen Platten in diesem Hügel Cumorah und er musste unbedingt Mormon und Moroni mit ihren heiligen Berichten hierher bringen, ehe diese Ehrbaren aufhörten zu existieren oder sein antiker Bericht mit den modernen Fakten nicht übereinstimmen würde!!“ (The Golden Bible, S. 204-206)

 

Die traditionelle Sichtweise in Bezug auf den Hügel Cumorah wurde vom Mormonenapostel Orson Pratt deutlich dargestellt: „Die Lamaniten lebten zur damaligen Zeit in Südamerika und die Nephiten in Nordamerika.

Ein großer und schrecklicher Krieg begann zwischen ihnen, der viele Jahre andauerte, und mündete in vollständige Überwindung und Vernichtung der Nephiten. Dies begann an der Landenge von Darien, und er war für beide Nationen viele Jahre lang sehr vernichtend. Schließlich wurden die Nephiten vor ihren Feinden her getrieben, eine große Strecke nach Norden und Nordosten; und nachdem sie ihre ganze Nation, Männer, Frauen und Kinder gesammelt hatten, lagerten sie auf und um den Hügel Cumorah herum, wo die Berichte gefunden wurden, und der sich im Staat New York befindet, ungefähr zweihundert Meilen westlich der Stadt Albany… die Nephiten wurden vernichtet,…“ (Remarkable Visions, Seite 10, wie in Orson Pratt’s Works erneut abgedruckt)

 

Die Kritik M. T. Lambs hatte wahrscheinlich eine große Wirkung auf die Mormonengelehrten. Tatsächlich haben in den letzten Jahren eine Reihe von Mormonengelehrten entschieden, dass die traditionelle Sichtweise -  d. h., dass sich der Hügel Cumorah in New York befindet – verworfen werden muss. Sie behaupten, dass die Nephiten und die Lamaniten nicht Nord- und Südamerika bewohnten, wie zuvor gelehrt wurde, sondern dass sie in Mittelamerika lebten und dass der Hügel Cumorah sich in der Nähe befunden haben muss. Thomas Stuart Ferguson, einer der prominentesten Schreiber über das Thema Archäologie und Buch Mormon, war einer der ersten, der diese neue Theorie vorantrieb:

 

„Das Tal Mexikos scheint alle Erfordernisse zu erfüllen, die es für ein Land vieler Gewässer qualifizieren. Mexiko City liegt im Tal Mexikos. Berge in der Südwestecke des Tales scheinen alle Faktoren für einen ‚Hügel’ Shim und Ramah-Cumorah zu erfüllen. Sie sind in ganz Mexiko die bekanntesten Berge…

Popocatepetl und Ixtaccihuatl sind mächtige Landmarken, die man in Hunderten von Meilen entfernt beim Namen kennt. Als solche würden sie die Masse der Erfordernisse von Ramah-Cumorah und Shim erfüllen. Beide sind Landmarken aus jareditischen Zeiten, selbst zur Ankunft der Nephiten in der Region… Die Tatsache, dass sie im Buch Mormon Hügel genannt wurden, sollte uns nicht zur Schlussfolgerung führen, dass sie kleinere Erhebungen waren. Alle Berge, ungeachtet der Größe, die im Buch Mormon erwähnt werden, werden als ‚Hügel’ bezeichnet…

Ein weiterer Hinweis dafür, dass Ramah-Cumorah ein GROSSER BERG gewesen sein könnte, ist die Tatsache, dass ‚Ramah’ ‚hoch’ oder ‚die Höhe’ bedeutet. Das ist ein alter semitischer Begriff. Popocatepetl ist 17.887 und Ixtaccihuatl ist 16.883 Fuß hoch.

Diese großen Berge, die man von der heutigen Stadt Mexiko und den Seen in der Nähe aus sehen kann, sind von solcher Größe, dass die großen jareditischen und nephitischen Armeen leicht an ihren Hängen hätten untergebracht werden können.“ (Cumorah – Where?, 1947, S. 42, 46 und 47)

 

„Die Sammlung der Nephiten bei Ramah-Cumorah… war die Idee ihres Führers Mormon… Offensichtlich war der Ort dem Lamanitenführer ebenfalls wohlbekannt, denn Mormon schrieb einen Brief an den König der Lamaniten und als Antwort erhielt er die ausdrückliche Erlaubnis, die Nephiten ‚an einem Hügel zu sammeln, der Cumorah genannt wurde, um ihnen dort die Schlacht zu liefern’. Wir müssen uns fragen: Bat Mormon um die Erlaubnis, sein Volk an einem Teil des Tales von Mexiko im nördlichen Teil der antiken nephitischen Domäne zu sammeln, oder bat er den Feind um Erlaubnis, seine Streitkräfte an einem Punkt zu sammeln, wo jetzt das westliche New York liegt? Der letztere liegt ungefähr 3000 Meilen von Tehuantepec entfernt. (Bedenken Sie, was 3.000 Meilen für ein Volk des Alten oder Neuen Testaments bedeuteten.) Es scheint logisch, dass der Lamanitenkönig einem Schlachtfeld so nah wie möglich an seiner Heimat südlich der Landenge zustimmte, wie das Tal Mexikos. Und es erscheint logisch, dass Mormon das Gebiet von Ramah-Cumorah und dem Hügel Shim für die Schlacht auswählte, wo die nephitischen Bevölkerungszentren in der Nähe und nicht unüberwindlich wären. Diese praktischen und strategischen Überlegungen unterstützen sehr die Sichtweise, dass Ramah-Cumorah nicht weiter nördlich als das Tal Mexikos gelegen haben mag.“ (Ebenda, Seite 54)

 

„…es ist kaum möglich, dass Ramah-Cumorah 3.000 Meilen weiter nach Norden gelegen haben könnte… der Hügel in New York… ist zu klein, um eine solch große Rolle gespielt haben zu können wie Ramah-Cumorah,… Er war NICHT groß genug, um die großen Armeen, die um Ramah-Cumorah herum lagerten, aufzunehmen.“ (Ebenda, Seite 65)

 

Der Mormonenschreiber Fletcher B. Hammond erklärte: „Viele Buch-Mormon-Gelehrte behaupten, dass der Hügel Cumorah sich innerhalb der Grenzen des heutigen Staates New York befindet. Diese Behauptung zu rechtfertigen, zerreißt und verwirrt das Konzept der Buch-Mormon-Geographie. Um diesen Hügel mit anderen Ländern und Orten zu korrelieren, die in dem heiligen Bericht genannt werden, muss er auf einer Karte platziert werden, um die Übereinstimmung und Harmonie bei den Wanderungen des Buch-Mormon-Volkes zu zeigen. All die Orte und Länder, die im Bericht genannt werden, könnten folgerichtig auf einer Karte angeordnet werden, die einige der Länder abdecken würden, die wir heute als Mexiko und Zentralamerika kennen. Dies geht aber NICHT, wenn der Hügel Cumorah auf einer Karte in die Gegend platziert wird, die heute Palmyra, New York ist… seit ungefähr 1830 hat es in der Mormonenliteratur zwei Hügel Cumorah gegeben; aber während der Zeit des Buch-Mormon-Volkes war es nicht so. Es ist mein Ziel, zu zeigen, dass die Buch-Mormon-Völker nur einen Hügel Cumorah kannten und dass er sich NICHT innerhalb der Grenzen des heutigen Staates New York befand.“ (Geography of the Book of Mormon, Salt Lake City, 1959, S. 72-73)

“Grenzt es nicht ans Lächerliche, anzunehmen, dass diese große Nation nahe dem Ende ihrer Existenz als Gesamtheit dorthin wanderte, was heute New York ist, nur um sich auf und um den Hügel Cumorah herum vernichten zu lassen?...

Kein noch so großartiges Jonglieren mit dem Buch-Mormon-Text kann den Hügel Ramah-Cumorah innerhalb der Grenzen des heutigen Staates New York platzieren. Er war irgendwo im heutigen Zentralamerika. Hunter und Ferguson scheinen mit ihren Schlussfolgerungen zu diesem Thema Recht zu haben.“ (Ebenda, S. 88 und 90)

 

„Wie kann man so naiv sein, den Buch-Mormon-Hügel Cumorah im Staat New York zu errichten?... nach all den Beweisen darin und mit dem Verstand abgewägt muss die einzige richtige Schlussfolgerung lauten: Der Buch-Mormon-Hügel Cumorah befand sich irgendwo im heutigen Zentralamerika oder südlichen Mexiko.“ (Ebenda, S. 118-119)

 

Diese neue Vorstellung in Bezug auf den Standort des Hügels Cumorah wurde von so vielen Mormonengelehrten akzeptiert, dass der Mormonenhistoriker Joseph Fielding Smith, der vor kurzem der zehnte Präsident der Kirche wurde, einen Artikel dagegen schreiben musste. In diesem Artikel finden wir folgendes:

 

„In den letzten Jahren ist unter bestimmten Studenten des Buches Mormon eine Theorie aufgekommen, die besagt, dass innerhalb des Zeitraumes, den das Buch Mormon abdeckt, die Nephiten und Lamaniten fast nur innerhalb der Grenzen und des Territoriums Zentralamerikas und des südlichen Teils Mexikos beschränkt gewesen wären; die Landenge von Tehuantepec soll wahrscheinlich eher die ‚Landenge’ sein, von der im Buch Mormon gesprochen wird, als die Landenge von Panama.

Diese Theorie gründet sich auf eine Annahme, dass es für die Kolonie Lehis unmöglich war, sich zu vermehren und die Hemisphäre innerhalb der Grenzen von Tausend Jahren oder von der Ankunft Lehis aus Jerusalem bis zur Zeit der Vernichtung der Nephiten am Hügel Cumorah zu bevölkern. Und dass außerdem noch die Geschichte der Wanderungen, des Bauens von Städten, der Kriege und Zwistigkeiten die Möglichkeit ausschließt, dass das Volk sich über große Entfernungen, wie innerhalb der Grenzen Nord- und Südamerikas, verstreut hat…

Diese modernistische Theorie DER NOTWENDIGKEIT muss, um übereinstimmend zu sein, die Gewässer Ripliancums und den Hügel Cumorah irgendwo in das eingeschränkte Gebiet Zentralamerikas verpflanzen, IM GEGENSATZ zu den Lehren der Kirche bis 100 Jahre zurück. Wegen dieser Theorie sind einige Mitglieder der Kirche verwirrt und stark in ihrem Glauben an das Buch Mormon beeunruhigt. Aus diesem Grund wird hier dieser Beweis vorgestellt, um zu zeigen, dass es nicht nur möglich ist, dass diese Orte lokalisiert werden können, wie die Kirche es während des vergangenen Jahrhunderts für wahr hielt, sondern dass dies auch tatsächlich der Fall ist… Im Licht der Offenbarung ist es für jeden ABSURD, zu behaupten, dass die Nephiten und Lamaniten dieses nördliche Land nicht besaßen…

Angesichts dieses Beweises, der vom Propheten Joseph Smith, von Oliver Cowdery und David Whitmer kommt, können wir nicht sagen, dass die Nephiten und Lamaniten das Territorium der Vereinigten Staaten nicht besaßen und dass der Hügel Cumorah in Zentralamerika ist. Auch können wir nicht sagen, dass der große Kampf, der in die Vernichtung der Nephiten mündete, in Zentralamerika stattfand.“ (The Deseret News, Kirchenteil, 27. Februar 1954, S. 2-3)

 

Joseph Fielding Smiths Aussage hat die Sache nicht beendet und die Schlacht wütet immer noch (siehe Archaeology and the Book of Mormon, S. 57-61). Hal Hougey macht folgende interessante Bemerkung in Bezug auf die Spaltung unter den Mormonenarchäologen: „Heute sind die Heiligen der Letzten Tage über dieses Thema der Buch-Mormon-Geographie gespalten. Unter denen, die der klassischen Auslegung anhaften, befinden sich McGavin und Bean, und Dewey Farnsworth in seinem Book of Mormon Evidences in Ancient America.

„Die neue Sichtweise, die ‚Tehuantepec’-Theorie genannt wird, wird von Mormonenanthropologen an der Brigham-Young-Universität bevorzugt und findet eine gewisse Gunst in der Kirchenführerschaft. Da informierte Heilige der Letzten Tage erfahren haben, dass die klassische Sichtweise im Licht modernen archäologischen Wissens unhaltbar ist, mussten sie nach einer neuen Erklärung für die Buch-Mormon-Geographie suchen. Eigentlich hatte B. H. Roberts schon 1909 einige Befürchtungen in Bezug auf die klassische Sichtweise (New Witnesses for God, III:502-503) und er schlug vor, dass die Ereignisse des Buches Mormon auf Mittelamerika beschränkt werden könnten, mit dem Isthmus von Tehuantepec im südlichen Mexiko als die ‚Landenge’. Diese Erklärung macht es weniger schwierig, die Beschreibungen des Terrains und die jareditischen und nephitischen Zivilisationen des Buches Mormon mit den archäologischen Daten in Einklang zu bringen, und deshalb ist sie von den Mormonenanthropologen an der BYU vor kurzem akzeptiert worden.“ (Archaeology and the Book of Mormon, S. 12)

 

Dr. M. Wells Jakeman, Professor der Archäologie an der BYU, hat die Vorstellung, dass die Nephiten und Lamaniten Nord- und Südamerika bevölkerten, verworfen:

 

„Ich bin sicher, dass die meisten von ihnen schon wissen, dass wir eine Fülle von Information innerhalb des Textes selbst für das Bestimmen eines engen Gebietes der Buch-Mormon-Zivilisationen haben. Es steht nicht mehr außer Frage, dass dieses Gebiet ein vergleichsweise kleiner Teil der Neuen Welt war, den man jetzt Mittelamerika nennt – Zentral- und Südmexiko und das nördliche Zentralamerika. Es gibt tatsächlich über 600 Aussagen im Bericht von geographischer Bedeutung, die sein Gebiet ziemlich genau auf diesen relativ kleinen Teil der Neuen Welt festnageln. Es ist möglich, sogar so weit zu gehen, dass man die ungefähre Lage einiger Hauptstädte auf der Grundlage der Standorte im Bericht in Bezug zu einer bestimmten Küstenlinie und zu topographischen Merkmalen aufzeigen kann.“ (Book of Mormon Institute, 5. Dezember 1959, S. 47)

 

Joseph E. Vincent, ein Mormonenarchäologe, behauptet, wenn jemand das Buch Mormon ernsthaft studiert, dass er alle Buch-Mormon-Länder innerhalb eines kleines Gebietes finden wird:

 

„Nun, als Schlussfolgerung, was können wir in Bezug auf die Buch-Mormon-Geographie tun? Sollen wir still sitzen und uns die traditionellen Sichtweisen anhören, dass ALLE Indianer Lamaniten seien und dass die Buch-Mormon-Völker zwischen den nördlichen Vereinigten Staaten und Südamerika umher streiften.

Oder werden wir das Buch Mormon lesen und zu unseren eigenen Schlüssen kommen?...

Als Schlussfolgerung lassen Sie mich wiederholen, wenn ein ernsthafter Student des Buches Mormon gewissenhaft das Buch selbst liest und studiert und alle erwähnten Örtlichkeiten aufzeichnet, ungeachtet der unvorbereiteten Bemerkungen der frühen Kirchenführer, wird er herausfinden, dass ALLE BUCH-MORMON-LÄNDER INNERHALB EINES RADIUS VON FÜNF- ODER SECHSHUNDERT MEILEN LIEGEN und dass dieses Gebiet unmöglich von Chile bis New York reichen könnte.“ (Fourteenth Annual Symposium On The Archaeology Of The Scriptures, BYU, 1963, S. 67-68)

 

Das Buch Mormon selbst vermittelt sicherlich den Eindruck, dass die Nephiten und Lamaniten Nord- und Südamerika bewohnten. In Helaman 3:8 lesen wir:

 

„Und es begab sich, dass sie sich vermehrten und sich ausbreiteten und aus dem südlichen ins nördliche Land gingen und sich so sehr verbreiteten, dass sie das ganze Land bewohnten, vom SÜDLICHEN bis zum NÖRDLICHEN und vom WESTLICHEN bis zum ÖSTLICHEN Meer.“

 

Die 1888er-Ausgabe des Buches Mormon enthielt Fußnoten, die erklärten, dass das „südliche Meer“ der „Atlantik südlich von Kap Hoorn war“. Das „nördliche Meer“ wurde als die „Arktik nördlich von Nordamerika“ erklärt. Das „Meer westlich“ sollte angeblich der „Pazifik“ sein und das „östliche Meer“ war der „Atlantik“. (Buch Mormon, 1888er-Ausg., S. 434) In modernen Ausgaben des Buches Mormon sind diese Fußnoten gelöscht worden.

 

Dr. M. Wells Jakeman erklärt, dass es mehrere Theorien in Bezug auf die Geographie des Buches Mormon gibt, aber dass die „Tehuantepec“-Theorie von fast all denjenigen akzeptiert worden ist, die die Geographie des Buches Mormon studiert haben:

 

„Wenn wir versuchen, diese interne, relative Geographie an einem tatsächlichen Teil der Neuen Welt zu identifizieren, finden wir, dass mehrere Theorien vertreten werden. Die lange populäre Sichtweise unter den Lesern des Buches Mormon, was sein Gebiet betrifft, ist das gewesen, was man als ‚allgemeine Neue-Welt-Identifizierung’ bezeichnet, wobei der gesamte amerikanische Kontinent als das Entwicklungsgebiet der Buch-Mormon-Zivilisationen betrachtet wird, mit dem gesamten Nordamerika als die nördliche Abspaltung vom Hauptland des Buch-Mormon-Gebietes, dem gesamten Südamerika als die südliche Abspaltung vom Hauptland und der verbindenden Landenge oder der ‚kleinen Landenge’ von Panama… zwei weitere, neuere Theorien beschränken das Gebiet auf nur einen gewissen mittleren Teil der Neuen Welt. Eine, die man die ‚eingeschränkte Panama-Identifizierung’ nennen könnte, behält die Landenge Panamas als ‚kleine Landenge’ bei und identifiziert Zentralamerika (anstatt des gesamten Kontinents Nordamerikas) als das ‚Nördliche Land’ und den nordwestlichsten Teil Südamerikas (Kolumbien und Ecuador, anstatt des gesamten Kontinents) als das ‚Südliche Land’…

Die andere dieser mehr eingeschränkten Auslegungen, die man die ‚eingeschränkte Tehuantepec-Identifizierung’ nennen kann, gibt Panama als die ‚kleine Landenge’ oder die zentrale Rolle der Landenge des Buch-Mormon-Gebietes auf und stattdessen identifiziert sie die Landenge von Tehuantepec im südlichen Mexiko als diesen Landteil,… Dieses ‚Tehuantepec’-Gebiet wird deshalb von fast allen Studenten der Geographie des Buches Mormon als das Gebiet dieses Berichts akzeptiert, zumindest auf der Grundlage von Übereinstimmungen in der physikalischen Geographie.“ (Progress in Archaeologie, S. 82-84)

Der Mormonenschreiber Walter M. Stout scheint zuzustimmen, dass die Geographie des Buches Mormon auf ein kleines Gebiet begrenzt werden muss, aber er meint, dass Costa Rica das richtige Gebiet ist:

 

„Wie ich auf Costa Rica kam, ist eine lange Geschichte. Ich hatte eine Phantasie-Karte gezeichnet, die fünfzig oder mehr Punkte in Einklang brachte, und verbrachte viele Wochen damit, sie in ein Land einzupassen. Ich versuchte es mit Kolumbien, am Magdalena-Fluss, Panama, am Ulua-Fluss, Guatemala, und in Südmexiko am Rio-Usumacinta-Fluss und versuchte die Landegge von Tehuantepec einzupassen, aber dieses Land passt vorne und hinten nicht. Das Buch Mormon beschreibt es nicht. Die Engstellen befinden sich im Norden und Süden, wenn sie gemäß dem Buch Mormon im Osten und Westen sein sollten. Ich versuchte es mit Florida, New York und Südkalifornien. Ich wechselte nach Costa Rica hinüber. Nichts sprang mir ins Auge. Ich war entmutigt und wollte gerade aufgeben. Dann eines Abends ging ich zu einer Show, in der der Fortschritt der Zeit etwas mit Zentralamerika zu tun hatte, und meine Aufmerksamkeit wurde auf Costa Rica und Nicaragua gelenkt. Sie ähnelten meiner Phantasie-Karte. Ich machte mich daran, an ihr zu arbeiten, und sofort begann sie zu passen.

Die Geographie des Buches Mormon wird eines Tages zu einem der stärksten äußeren Beweise des Buches Mormon werden.“ (Harmony in Book of Mormon Geography, Las Vegas, Nevada, 1950, S. 2-3)

 

Mr. Stout akzeptiert nicht die Landenge von Panama oder die Landenge von Tehuantepec als die kleine Landenge, die im Buch Mormon erwähnt wird:

 

„Andere zu betrachtende Punkte sind: Die Landenge von Panama ist eine lange Landenge. Sie scheint diese Beschreibung nicht zu beantworten. Sie hat kein östliches und westliches Meer, ebenso auch nicht die Landenge von Tehuantepec.

Die einzige, die alle Beschreibungen beantwortet, befindet sich in Costa Rica.“ (Harmony in Book of Mormon Geography, S. 22)

ein Bild

Mr. Stout behauptete, dass er “versuchte das Land Cumorah in New York einzupassen”, aber es funktionierte nicht. Seinen Karten entsprechend (Seite 4-7) hat Mr. Stout sich entschieden, den Hügel Cumorah in Costa Rica fest zu legen!

Dr. Nibley hat die Idee angefochten, dass die Landenge von Tehuantepec die kleine Landenge ist, die im Buch Mormon erwähnt wird: „Die Landenge von Tehuantepec, einhundertunddreißig Meilen breit, eine ‚enge Passage’ zu nennen, steht natürlich außer Frage.“ (An Approach to the Book of Mormon, S. 360)

 

In Erwiderung auf Dr. Nibleys Aussage, erklärte Dr. M. Wells Jakeman: „…dies steht überhaupt NICHT außer Frage. Obwohl die Landenge von Tehuantepec, die heute 130 Meilen breit ist, als zu breit angesehen werden kann, um im absoluten Sinne als eine „kleine Landenge“ oder „enge Passage“ beschrieben zu werden, passt sie im relativen Sinne – d. h. im Vergleich zu den Landgebieten auf jeder Seite – auf diese Begriffe (und wahrscheinlich sogar noch besser zu antiken Buch-Mormon-Zeiten, da es Beweise für einen beträchtlichen Rückgang des Meeres auf beiden Seiten seit jener Zeit gibt) – warum bezeichnen ihn Geographen sonst als Landenge?“ (U. A. S. Newsletter, Nummer 40, 30. März 1957, S. 10-11)

 

Der Mormonenschreiber J. N. Washburn erklärt, dass „im Buch Mormon nur ein Fluss erwähnt wird, aber er wird viele, viele Male, fast dreißig mal erwähnt.“ (The Contents, Structure & Authorship of the Book of Mormon, S. 240) George Reynolds und Janne M. Sjodahl erklären:

 

“FLUSS SIDON: Einer der wichtigsten Orte im nephistischen Bericht vier- oder fünfhundert Jahre lang, war der Fluss Sidon. Er war ihr großer Highway, für sie mehr als der Mississippi für dieses Land oder die Themse für England.“ (Book of Mormon Geography, The Lands of the Nephites – The Jaredites, von George Reynolds & Janne M. Sjodahl, Salt Lake City, 1957, S. 51)

 

C. Stewart Bagley erklärt: “Die Identifizierung des Sidon-Flusses ist notwendigerweise eine der wichtigsten Phasen unserer Forschungsarbeit.” (Fourteenth Annual Symposium on the Archaeology of the Scriptures, S. 77) Obwohl Mormonenschreiber eine Menge Zeit auf dieses Thema verwendet haben, sind sie sich in Bezug auf die Lage dieses Flusses nicht einig. George Reynolds erklärte, dass der Fluss Sidon „heute als der Magdalena“ bekannt ist. (Complete Concordance of the Book of Mormon, S. 633) Fletcher B. Hammond schrieb:

 

“Viele Buch-Mormon-Gelehrte denken, der Unumacinta könnte der Sidon des Buches Mormon gewesen sein. Es gibt keinen Beweis, dass er es nicht ist. Sein allgemeiner Kurs spricht zu seinen Gunsten. Das gesamte Land ist in den letzten 1500 Jahren vielen geologischen Veränderungen unterworfen gewesen, wie wir später sehen werden, und der Unumacinta von heute könnte nicht in jeder Hinsicht auf den Sidon von 400 n. Chr. passen, dennoch könnte er eine Abwandlung jenes Flusses sein.“ (Geography of the Book of Mormon, Fletcher B. Hammond, S. 12)

 

Ross T. Christensen erklärte: “…Dr. M. Wells Jakeman hat den Usumacinta-Fluss als den Sidon-Fluss des Buches Mormon identifiziert – und Sie können dies in verschiedenen Ausgaben des Newsletter (22.03, 34.01, 40.0) erörtert finden. Andere haben den Grijalva vorgeschlagen, aber dies scheint mir unbefriedigend.“ (Newsletter & Proceedings of the S. E. H. A., BYU, 13. Jan. 1969, S. 5)

 

Joseph E. Vincent erzählt von dem Problem, dem er sich bei dem Fluss Sidon gegenüber sah, als er versuchte, eine Karte von den Buch-Mormon-Ländern anzufertigen:

„Auf folgende Weise fertigte ich meine Karte an – und ich stimme zu, dass diese Methode definitiv nicht unanfechtbar ist. Die Archäologische Abteilung der B.Y.U. hat gelehrt, dass der Rio Usumacinta der Fluss Sidon wäre, während Mitglieder der New World Archaeological Foundation der Meinung sind, dass es der Rio Grijalva wäre. Da die beiden Flüsse tatsächlich dicht bei einander liegen, wähle ich eine Linie zwischen den beiden und mache sie zum Fluss Sidon.“ (Fourteenth Annual Symposium on the Archaeology of the Scriptures, S. 65)

 

Es scheint also, dass es eine ernste Spaltung unter denen gibt, die die Geographie des Buches Mormon studieren. Dr. Daniel H. Ludlow machte folgende interessante Bemerkung:

 

„Ich denke, dass wir Heilige der Letzten Tage um einige der Kritiken gebeten haben, die wir in Bezug auf die Behauptungen erhalten haben, die wir zum Buch Mormon aufgestellt haben. Es können nicht alle unsere Behauptungen richtig sein. Wenn Sie drei verschiedene Behauptungen in Bezug auf etwas erhalten, das mit dem Buch Mormon zu tun hat, und diese Behauptungen stimmen nicht überein, dann können nicht alle richtig sein. Das bedeutet nicht, dass keine von ihnen richtig ist. Zumindest besteht die Möglichkeit, dass alle falsch sind. Zumindest müssen, wenn man drei verschiedene und separate Behauptungen hat, zwei von ihnen falsch sein und nur eine kann richtig sein; und es besteht die Möglichkeit, dass alle drei falsch sein könnten.

Gestern Nachmittag bereitete ich einiges Material für meine Buch-Mormon-Abschnitte für das nächste Quartal vor, wenn wir die Bücher Mosiah und Alma durchnehmen. Ich war an der Geographie des Buches Mormon interessiert. Ich zog drei Kommentare und Bücher über das Buch Mormon hervor und las drei Theorien der Buch-Mormon-Geographie. In den Büchern wurden sie als mehr als bloße Theorien erklärt. Zwei der Bücher hatten sogar Karten. Eine zeigte die Buch-Mormon-Länder gänzlich in Südamerika. Eine von ihnen zeigte die Buch-Mormon-Länder gänzlich in Zentralamerika. Eine zeigte die Buch-Mormon-Länder in Zentralamerika und den Rest in Nordamerika. Nun, es können nicht alle drei richtig sein. Deshalb scheint es mir, dass es das Beste wäre, dass wir in Bezug auf die Gebiete, in denen wir nicht hundertprozentig sicher sind, nicht etwas behaupten, was wir später wieder zurück nehmen müssen.“ (Book of Mormon Institute, 5. Dez. 1959, Seite 22)

 

Der Mormonenschreiber Paul R. Cheesman machte folgende Aussagen: „Die Geographie eines Landes hilft uns immer, sein Volk besser zu verstehen. Offensichtlich wurde es aber von den Schreibern des Buches Mormon nicht als oberste Wichtigkeit angesehen, da uns nicht genügend detaillierte Information geliefert wird, um mit Sicherheit die Lage der Gebiete und Städte der Geschichte bestimmen zu können. Dies sollte eine fortwährende Studie auf diesem Feld nicht entmutigen, da künftige Funde helfen könnten, die Geographie zusammen zu stellen und somit einige Aspekte des Buches Mormon zu klären.

Es gibt diejenigen, die glauben, dass es zwei Hügel Cumorahs gibt. Ihre Theorie ist, dass der Hügel, auf dem Mormon die letzte Schlacht gegen die Lamaniten austrug, nicht derselbe Hügel ist, in dem Joseph Smith die goldenen Platten fand. Verfechter dieser Theorie begründen ihre Analyse hauptsächlich auf interne Beweise des Buches Mormon. Andere schlussfolgern, dass es nur einen Hügel Cumorah gibt und dass der Ort, wo Joseph Smith und Moroni sich trafen, derselbe Ort war, den Mormon und Moroni im fünften Jahrhundert aufsuchten. Es gibt keine offizielle Kirchenansicht.

Einige sagen, die ‚Landenge’ sei Panama, und andere die Landenge von Tehuantepec in Mexiko.“ (The Instructor, November 1968, Seite 429)

 

In einer Ansprache, die am 25. März 1964 gegeben wurde, erklärte Fletcher B. Hammond: „…es ist praktisch unmöglich, auf irgendein Buch-Mormon-Land zu zeigen und eindeutig zu sagen: Hier ist dieses Land… die Nichtjuden haben das Buch Mormon noch nicht durch Glauben angenommen – aus irgendeinem anderen Grund – und bevor sie dieses Buch als Heilige Schrift nicht anerkennen, so scheint es, dass NICHT ZUGELASSEN WIRD, dass empirische Tatsachen als Beweise der Wahrhaftigkeit des Buches Mormon HERVORKOMMEN… es ist fast unmöglich, die Geographie des Buches Mormon mit modernen Landkarten überein zu bekommen.“ (Geography of the Book of Mormon – ‚Where is Hill Cumorah?’, S. 7)

 

In seinem größeren Buch erklärte Fletcher B. Hammond:

 

„Wo in Zentralamerika gibt es ein Land, das den Ländern, Städten und Plätzen, die im Buch Mormon erwähnt werden, wohl ähnelt? Die Antwort muss lauten: Es gibt kein gegenwärtiges Land in Zentralamerika oder anderswo, das dem Muster der Buch-Mormon-Länder entspricht. Die einzige Schlussfolgerung, die wir aus all diesen Diskussionen ziehen können, ist, dass sich die gesamte Oberfläche Zentralamerikas seit der Vernichtung der Lamaniten ungefähr 400 Jahre nach der Kreuzigung Christi geändert hat… Es scheint, dass das meiste, wenn nicht sogar alles, von den Landmarken und Monumenten, die im Buch Mormon genannt werden, für einen guten und WEISEN ZWECK AUSGELÖSCHT wurde…

Im 109. Jährlichen Konferenzbericht auf Seite 128 und 129 wird über Antoine R. Ivins berichtet, dass er gesagt hätte:

„’Nun, wenn wir nach Mexiko und Zentralamerika gehen und in unsere eigenen Vereinigten Staaten und die Erde beiseite kratzen, die sich über die Jahrhunderte angesammelt hat, legen wir den Blick auf eine fortlaufende und wahre Geschichte dieses Volkes frei, das in allen hauptsächlichen Einzelheiten die Geschichte des Buches Mormon austrägt; was für eine einfache Sache wäre das. Aber ich würde in meinem Herzen eines der größten Werte verlieren… Ich glaube, dass Gott ABSICHTLICH DIESE DINGE ZUDECKTE, so dass, wenn das Buch Mormon in dieser Generation ans Licht kommen sollte, es auf Grund von Glauben angenommen werden müsste… Glaube ist für mich das Größte im Leben und Gott DECKTE absichtlich, so glaube ich, die Altertümer der Geschichte dieses Volkes und der Geschichten des Buches Mormon ZU, so dass es, wenn es ans Licht kommen sollte, auf Glauben ruhen sollte, einem Glauben, der von Gott selbst gegeben werden könnte…

Es scheint, dass der Herr die Buch-Mormon-Länder seit der Auslöschung der Nephiten geändert hat, so dass niemand sagen kann: Hier ist die ‚Landenge’; hier ist der schmale Streifen Wildnis; hier ist der Fluss Sidon; hier ist der Hügel Cumorah in Zentralamerika; hier ist der Hügel Shim im Lande Antum; usw., usw. Wenn solche Orte mit Sicherheit ermittelt werden könnten, würde das Wissen von der Wahrhaftigkeit des Buches Mormon ohne Glauben kommen; und diese Art von Wissen ist statisch… Er hält alle möglichen Tatsachen von dieser Generation fern, die Wissen von der Wahrheit des Buches Mormon erzeugen würden, ohne die Ausübung des Glaubens. Wissen, das nach der Ausübung des Glaubens kommt, erzeugt immer Glücklichsein, Wissen, das uns aufgedrängt wird, wahrscheinlich nicht.“ (Geography of the Book of Mormon, S. 122-126)

 

In diesem Kapitel haben wir gezeigt, dass Mormonenschreiber einige fantastische Behauptungen über Archäologie aufgestellt haben, um das Buch Mormon zu unterstützen. Wenn diese Behauptungen aber auf den Prüfstand gestellt werden, stellen sie sich als sehr schwach heraus. Charles A. Shook gab folgende Kommentare in Bezug auf diese Sache ab:

 

„In der Alten Welt haben die Archäologen wenig Schwierigkeiten zu einer Schlussfolgerung über den allgemeinen Charakter der antiken Religionen zu kommen. Die Götzen, die Altare, die Tempel, die religiösen Gemälde und die hieroglyphischen Inschriften Ägyptens und Assyriens lassen ihm keine Zweifel über den götzendienerischen Charakter der antiken Religionen dieser Länder. Es ist für ihn nur ein flüchtiger Blick im Vorbeigehen erforderlich, um zu sehen, dass sie nicht teilhatten an den besonderen Wesenszügen des Judentums und des Christentums. Aber die Beweise in Ägypten und Assyrien zeigen nicht schlüssiger, dass die alten Religionen kein Judentum und Christentum waren, als die in Amerika. Hier bezeugen auch all die Götzen, Tempel, Altare, die religiösen Gemälde und die hieroglyphischen Inschriften den götzendienerischen Charakter des antiken Gottesdienstes. Es gibt keine einzige Erfindung eines Beweises, um die Theorie zu bestätigen, dass die Erbauer von Copan und Quirigua Monotheisten wären, oder dass die Erbauer von Chimu in Peru und Cholula und Teotihuacan in Mexiko Juden und Christen wären. Ich werde nun dem Leser eine Reihe von Gründen für den Glauben vorlegen, die auf der Archäologie des Landes basieren, dass die antiken Amerikaner allesamt Heiden und Götzenanbeter waren.

1. Wir schließen auf Grund des gänzlichen Fehlens auf diesem Kontinent von jüdischen und christlichen Antiquitäten auf den heidnischen Charakter der antiken Religionen Amerikas.

Obwohl das Buch Mormon verkündet, dass die Nephiten, sobald sie sich in Peru niedergelassen hatten, einen Tempel ‚wie Salomos’ bauten, und dass sie später ‚Tempel’, ‚Heiligtümer’ und ‚Synagogen’ nach der Weise der Juden’ errichteten, ist der Mormonenarchäologe nie in der Lage gewesen, auf die Überreste eines einzigen jüdischen Gebäudes auf dem Kontinent hinzuweisen. Auch ist er nicht in der Lage gewesen, auf eine einzige religiöse Struktur hinzuweisen, die irgendwie einen Beweis in sich trägt, dass sie im christlichen Gottesdienst verwendet wurde… Kein Archäologe, von dem ich je gehört habe, dessen Schriften als maßgebend gelten, erwähnt den Fund eines einzigen jüdischen oder christlichen Tempels, Altars, Gemäldes oder einer Inschrift. Sie alle verkünden einstimmig, dass die antiken Bewohner dieser Länder Heiden und Götzendiener waren. Es genügt nicht zu behaupten, dass die Wilden jener Zeit und die kriegerischen Lamaniten jede Spur von diesen Strukturen vollständig ausgelöscht haben, denn, wenn man die weite Streuung dieses Glaubens betrachtet und die lange Dauer, in der er aufrecht gehalten wurde, wäre dies fast unmöglich. Auch Ägypten und Assyrien hatten ihre Kriege gehabt, und Zeit und die Elemente haben ihre Ruinen angegriffen, aber trotzdem bleiben für die Archäologen genügend Daten, um ohne Schwierigkeit den Charakter ihres Gottesdienstes, die Namen ihrer Götter und viele ihrer religiösen Zeremonien und Glaubensformen zu bestimmen. Wenn die antiken Amerikaner Juden und Christen wären, würde die Mormonenkirche uns freundlicherweise sagen, wo man die archäologischen Beweise dazu finden kann?“ (Cumorah Revisited or ‚The Book of Mormon’ and the Claims of the Mormons Re-examined from the Viewpoint of American Archaelogy and Ethnology, Cincinnati, Ohio, 1910, S. 444-446)

 

Obwohl Mr. Shook 1910 diese Frage stellte, sind Mormonenarchäologen immer noch nicht in der Lage, irgendeinen echten Beweis zu liefern, dass die Nephiten je existierten.

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