Das verlorene Buch Lehi

Das verlorene Buch Lehi

 

Die erste Ausgabe des Buches Mormon, 1830 veröffentlicht, enthält ein „Vorwort“ von „Dem Autoren“. Dieses „Vorwort“ ist vollständig aus späteren Ausgaben entfernt worden. Es war offensichtlich den Mormonenführern peinlich, denn es erzählte, wie Joseph Smith das „Buch Lehi“ verloren hatte.

 

„VORWORT“

 

„An den Leser –

Da viele falsche Berichte in Bezug auf folgendes Werk in Umlauf gebracht und auch viele ungesetzliche Maßnahmen von Personen mit bösen Plänen ergriffen wurden, mich und auch das Werk zu vernichten, möchte ich Sie informieren, dass ich durch die Gabe und Macht Gottes einhundertundsechzehn Seiten übersetzte und schreiben ließ, die ich dem Buch Lehi entnahm, das ein durch die Hand Mormons abgekürzter Bericht von den Platten Lehis war; und den besagten Bericht hat eine Person oder haben Personen gestohlen und von mir fern gehalten, trotz meiner größten Bemühungen, ihn wieder zu erlangen – und mir wurde vom Herrn geboten, dasselbe nicht noch einmal zu übersetzen, denn Satan hatte es ihren Herzen eingegeben, den Herrn ihren Gott zu versuchen, indem sie die Worte änderten, so dass sie anders lauteten als das, was ich übersetzte und schreiben ließ; und wenn ich dieselben Worte noch einmal hervorbringen würde oder, in anderen Worten, wenn ich dasselbe einmal übersetzen würde, würden sie das veröffentlichen, was sie gestohlen hatten, und Satan würde die Herzen dieser Generation aufstacheln, damit sie dieses Werk nicht empfangen könnten; aber siehe, der Herr sagte zu mir: Ich werde nicht zulassen, dass Satan seinen bösen Plan zustande bringt; deshalb sollst du von den Platten Nephis übersetzen, bis du zu dem gelangst, was du übersetzt hast, was du besitzt; und siehe, du sollst es als den Bericht Nephis veröffentlichen; und somit werde ich diejenigen verwirren, die meine Worte geändert haben. Ich werde nicht zulassen, dass sie mein Werk vernichten; ja, ich werde ihnen zeigen, dass meine Weisheit größer ist als die Verschlagenheit des Teufels. Daher sei gehorsam zu den Geboten Gottes. Ich habe durch seine Barmherzigkeit und Gnade, das zustande gebracht, was er mir in Bezug auf diese Sache geboten hat. Ich möchte Sie ebenfalls informieren, dass die Platten, von denen gesprochen worden ist, im Stadtgebiet von Manchester, Grafschaft Ontario, New York, gefunden wurden.

 

                                                                                            Der Author.“

 

Joseph Smiths Mutter

ein Bild

 

gab folgende Information in Bezug auf das verlorenen „Buch Lehi“:

 

Martin Harris, der etwa einhundertundsechzehn Seiten für Joseph geschrieben hatte, bat meinen Sohn um Erlaubnis, das Manuskript mit sich nach Hause zu nehmen, um es seine Frau lesen zu lassen,…

Joseph… befragte den Herrn, um zu erfahren, ob er tun könnte, worum Martin Harris gebeten hatte, aber es wurde abgelehnt… fragte Joseph noch einmal, aber erhielt eine zweite Ablehnung. Immer noch beharrte Martin Harris nach wie vor darauf und Joseph suchte wieder nach, aber die letzte Antwort war nicht wie die beiden ersten. Diesmal erlaubte der Herr Martin Harris, das Manuskript mit sich nach Hause zu nehmen, unter der Bedingung, dass er es niemandem zeigen würde außer fünf Personen… Herr Harris war fast drei Wochen abwesend gewesen und Joseph hatte keine Nachricht von ihm erhalten, was ganz entgegen der Abmachung war, die sie trafen, als sie sich trennten… sahen wir ihn [Harris] mit langsamem und bemessenem Schritt unserem Haus entgegengehen,… setzten wir uns an den Tisch, Herr Harris und die anderen… Herr Harris seine Hände an seine Schläfen drückte und in einem Ton von tiefem Schmerz schrie er aus: „O, ich habe meine Seele verloren! Ich habe meine Seele verloren!“ Joseph, der bis dahin seine Befürchtungen nicht zum Ausdruck gebracht hatte, sprang vom Tisch hoch und rief: „Martin, hast du das Manuskript verloren?...

O, mein Gott!“, sagte Joseph, die Hände verschränkend.

„Alles ist weg! Alles ist weg! Was soll ich machen? Ich habe gesündigt – ich bin es, der den Zorn Gottes heraufbeschworen hat… Er weinte und seufzte und ging ständig auf und ab… Seufzen und Schluchzen erfüllten das Haus… Joseph ging weiter auf und ab, weinte und grämte sich zwischendurch, bis etwa zum Sonnenuntergang… Das Manuskript ist nie gefunden worden; und es gibt keinen Zweifel, dass Frau Harris es aus der Schublade nahm, in Hinblick darauf, es zu behalten, bis eine neue Übersetzung gegeben werden würde, um dann die Originalübersetzung zu ändern, um den Unterschied zwischen ihnen zu zeigen und somit das Ganze als Betrug erscheinen zu lassen.“ (Biographical Sketches of Joseph Smith the Prophet, S. 117, 118, 120-123)

 

Arthur Budvarson macht folgenden interessanten Kommentar in Bezug auf das Entfernen des Vorwortes, das von dem Verlust des „Buches Lehi“ erzählt:

 

„Dieses ‚Vorwort’ der Ausgabe von 1830 (in späteren Ausgaben weggelassen) erklärt wie ‚einhundertundsechzehn Seiten’ der ursprünglichen Übersetzung von ‚planenden Personen’ gestohlen wurden.

Dies bot für Joseph eine bemerkenswerte Gelegenheit, der Welt zu beweisen, dass das Werk wahr wäre. Alles, was er brauchte, war, eine exakte Kopie von den gestohlenen Seiten zu reproduzieren, dann wären vielleicht sogar die Diebe bekehrt worden! (Die gestohlenen Seiten wurden in Schreibschrift geschrieben und jede Änderung hätte man mit Leichtigkeit ausfindig machen können.)

Aber Joseph hatte es versäumt, eine Kopie seiner Schriften anzufertigen, somit war es für ihn nicht möglich, ein exaktes Duplikat anzufertigen. Um darum herum zu kommen, sagte er, dass Gott ihm gebot, dass er ‚dasselbe nicht noch einmal übersetzen sollte…’

Allein dieses eine Ereignis (das obige ‚Vorwort’ von dem ‚Autoren’ ) liefert den Beweis, dass das Buch Mormon kein von Gott gegebenes, Engel geschütztes Buch ist!“

(The Book of Mormon Examined, La Mesa Calif., 1959, S. 13-14)

 

Sidney B. Sperry, von der Brigham-Young-Universität, hat versucht, Mr. Budvarsons Vorwürfen zu begegnen:

 

„Nun, es könnte eine gewisse Logik in Mr. Budvarsons Behauptungen geben, wenn Joseph Smith das Buch Mormon auf mechanische Weise übersetzt hätte, wie von David Whitmer angedeutet wurde und was wir in unserem vorhergehenden Kapitel behandelten. Aber Joseph Smith las nicht einfach eine Wort-für-Wort-Übersetzung ab, von einer göttlichen Quelle diktiert. Wenn die Übersetzung auf diese Weise zustande gekommen wäre, hätte er ohne Zweifel eine ‚exakte Kopie der gestohlenen Seiten’ für die Diebe reproduzieren können, die das Manuskript entwendet hatten. Da er keine mechanische Übersetzung anfertigte, war er in der Lage eines Übersetzers, für den es unmöglich war, genau seine Originalübersetzung zu reproduzieren, die sich auf einhundertsechzehn Seiten in Schreibschrift belief. Eine erneute Übersetzung hätte den Sinn des Originals reproduzieren können, aber nicht Wort für Wort. Der Herr wusste dies und deshalb wies er den Propheten an, die anderen Platten zu übersetzen, die eine gewisse Parallele hergaben, aber ein mehr spiritueller Bericht als der waren, als der, der in den einhundersechzehn Seiten des gestohlenen Materials enthalten war. Somit sehen wir wieder, wie Mr. Budvarsons Sache zusammenbricht… er stellt jammervolle, übertriebene Behauptungen auf. Er flötet im Dunkeln – auf dem dunklen Friedhof seiner angeblichen ‚Beweise’“ (The Problems of the Book of Mormon, Seite 196)

 

Gemäß Dr. Sperrys Aussage scheint es so, hat er den ganzen Punkt von Josephs Smiths „Vorwort“ zur ersten Ausgabe des Buches Mormon übersehen hat. Das „Vorwort“ weist darauf hin, dass Joseph Smith „dieselben Worte noch einmal hervorbringen könnte“, aber wenn er es getan hätte, hätten seine Feinde die Worte im gestohlenen Manuskript geändert, so dass sie „anders lauten würden, als das, was er übersetzt hatte…“

Obwohl das „Vorwort“ in Bezug auf das „Buch Lehi“ entfernt worden ist, enthält Lehre und Bündnisse immer noch eine Offenbarung, die deutlich zeigt, dass Dr. Sperry sich in Bezug auf diese Angelegenheit irrt:

 

„Nun siehe, ich sage dir: Weil du die Schriften,… einem bösen Manne ausgeliefert hast, hast du sie verloren.

Gleichzeitig hast du auch deine Gabe verloren und dein Verstand wurde verfinstert…

Siehe, Satan hat es ihnen ins Herz gegeben, die Worte zu ändern, die du hast schreiben lassen, oder die du übersetzt hast, und die dir abhanden gekommen sind…

Siehe, ich sage dir: Übersetze die dir abhandengekommenen Worte nicht wieder;

denn siehe, jene sollen ihre bösen Absichten mit ihren Lügen gegen diese Worte nicht erreichen. Siehe nun, wenn du DIESELBEN WORTE hervorbrächtest, so würden sie sagen, du habest gelogen und nur vorgegeben, übersetzen zu können, nun aber habest du dir selber widersprochen.

Siehe, sie werden dies veröffentlichen, und Satan wird die Herzen verhärten und sie zum Zorn gegen dich aufreizen, dass sie meinen Worten nicht glauben werden.“ (Lehre und Bündnisse, 10:1, 2, 10, 30-32)

 

Die Offenbarung, die in Lehre und Bündnisse veröffentlicht wurde und das „Vorwort“, das man in der ersten Ausgabe des Buches Mormon findet, scheinen beide genau das Gegenteil von dem zu lehren, was Dr. Sperry uns glauben lassen möchte.

M. T. Lamb widmet dieser Angelegenheit in The Golden Bible, S. 118-126 eine Menge Platz. Wir haben nicht den Platz, sein ganzes Material zu zitieren, aber auf Seite 119 erscheint folgender interessanter Kommentar: „Der allgemeine Glauben war, dass sie [Mrs. Harris] es verbrannte. Aber der Prophet Joseph fürchtete offensichtlich, dass sie es nicht getan, sondern es heimlich versteckt hatte, um ihn hereinzulegen, sollte er je versuchen, die Seiten zu reproduzieren. Wenn das Werk wirklich von Gott wäre, hätte das Manuskript Wort für Wort ohne Fehler reproduziert werden können. Wenn Joseph Smith es aber aus eigener Inspiration heraus geschrieben hatte, wäre sein Erinnerungsvermögen dieser Aufgabe ohne zahlreiche Änderungen und verbale Unterschiede kaum gewachsen – und er ‚hätte sich somit verraten’, da er laut verkündete, dass er die ganze Zeit die Hilfe ‚durch die Gabe und Macht Gottes’ hatte.“

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