HEBRAISMEN UND COMPUTER (Update)

HEBRAISMEN UND COMPUTER. Auf Seite 88 dieses Buches fassen wir die Beweise zusammen, die zeigen, dass das Buch Mormon eine Produktion des neunzehnten Jahrhunderts ist. Seit der Veröffentlichung dieses Buches haben Mormonengelehrte verzweifelt versucht, Beweise zu finden, dass das Buch Mormon wirklich eine Übersetzung eines antiken Dokuments ist. Eine Menge wurde aus vermeintlichen Hebraismen und Chiasmen im Text des Buches Mormon gemacht. Edward Ashment, ein Ägyptologe, der für die Übersetzungsabteilung der Mormonenkirche arbeitet, scheint nicht sehr über die Ergebnisse dieser Art von Forschung begeistert zu sein. Während er nicht gewillt zu sein scheint, zuzugeben, dass das Buch Mormon eine Fälschung ist, machte er einige sehr interessante Zugeständnisse in einem Artikel, der in Sunstone veröffentlicht wurde:

 

„Es ist deshalb verständlich, dass das Buch Mormon in großem Ausmaß die literarische Sprache Joseph Smiths widerspiegelt und dass es nicht annähernd Ägyptisch und/oder Hebräisch widerspiegelt. Es ist lehrreich gewesen, das Buch Mormon mit antiken ägyptischen und hebräischen Texten zu vergleichen, um zu ermitteln, ob ihr Syntax und Stil mit dem sehr bezeichenden Syntax und Stil des Buches Mormon übereinstimmt: unvollständige Sätze, ein unnormaler fortwährender Gebrauch von umständlichen Gerundium-Phrasen, zahllose Abschweifungen, die sich oft zu einer Kette von Abschweifungen entwickeln, bevor sie zum Haupttext zurückkehren, und ein ausgiebiger Gebrauch von Adverben und Konjunktionen, die ständig eine falsche Funktion haben, um Beziehungen zu schaffen, wo gemäß dem Kontext keine möglich ist.

Antike ägyptische oder semitische Texte, die diesem Schreiber bekannt gewesen sein könnten, zeigen keine solche Charakteristika auf. Stattdessen tendieren sie dazu, dicht strukturiert und bündig zu sein (eine notwendige Voraussetzung während einer Zeitperiode, in der Schreibmaterialien knapp und sehr teuer waren). Unvollständige Sätze sind nicht charakteristisch (ausgenommen Lücken) und ebenso eine Häufigkeit von Umständlichkeiten. Zahlreiche Abschweifungen des Typs im Buch Mormon kommen nicht vor und die Adverben und Konjunktive werden in einem  bestimmten, beabsichtigten Muster verwendet. Auf der anderen Seite tendieren die vorstehenden Charakteristika des Syntax und des Stils des Buches Mormon dazu, auch die hervorragenden Merkmale bei den anderen literarischen Bemühungen des Propheten zu sein – nämlich der Geschichtsbericht von 1832, den er schrieb und diktierte, die Lehre und Bündnisse und die Köstliche Perle. Diese Tatsache scheint zu illustrieren, dass das Buch Mormon, Lehre und Bündnisse, Köstliche Perle und die ‚Manuscript History of the Church’ von 1832 durch denselben Geist gefiltert wurden…

Mit Sicherheit ist die beste Erklärung für die Hunderte von neutestamentlichen Phrasen, die in alttestamentlichen Teilen des Buches Mormon auftreten, die innige Vertrautheit mit der biblischen Terminologie aus seiner frühen heimischen Umgebung.“ (Sunstone, März-April 1980, Seite 13)

 

In Fußnote 32 desselben Artikels bemerkt Ashment: „Unglücklicherweise haben die meisten Studien über die Buch-Mormon-Texte mögliche ‚Hebraismen’ betont, während es einen Mangel an Nachforschung gegeben hat, die entsprechend dem Einfluss der King-James-Version auf die literarische Sprache des Propheten weist; man hat vorgeschlagen, diese Alternative wegen ihrer vielversprechenden Natur, gründlicher zu erforschen.“

 

Einige mormonische Forscher haben sich einem Computer zugewendet, um damit zu versuchen, die Echtheit des Buches Mormon zu beweisen. Gemäß dem Provo-Herald für den 7. Okt. 1979 stellten zwei BYU-Gelehrte „Wordprint“-Vergleiche [in Anlehnung an das Wort „fingerprint“ (Fingerabdruck) entstand das Wort „wordprint“ (Wortabdruck?). Hinzu kommt noch das Wort „voiceprint“ (Stimmabdrücke)] zwischen dem Buch Mormon und der Literatur des 19. Jahrhunderts an:

 

„Wordprint-Vergleiche zwischen dem Buch Mormon und den bekannten Schriften Joseph Smiths und Mr. Spaldings des 19 Jahrhunderts zeigen, dass keiner dieser Personen der Autor des Buches war, sagt der Wissenschaftler.

Tatsächlich weist ihre Forschung darauf hin, dass das Buch von 24 verschiedenen Schreibern verfasst wurde, und wahrscheinlich mehr, deren Stil keine Ähnlichkeit mit Joseph Smith, Mr. Spalding oder anderen Schreibern des 19. Jahrhunderts, die sie untersuchten, aufweist…

Einer der Tests ging so weit, dass er aufzeigte, dass ‚die Wahrscheinlichkeit gegen einen einzigen Autoren 100 Milliarden zu 1 betrüge’, merkten die Statistiker in dem Bericht an.“

 

Im Salt Lake City Messenger für Dezember 1979 machten wir einige vorläufige Bemerkungen über diese Studie (eine kostenlose Kopie dieser Ausgabe kann von der Modern Microfilm Company, Box 1884, Salt Lake City, Utah 84110, bezogen werden). Wir bemerkten, dass die Liste der „24 Hauptautoren des Buches Mormon, die in der Studie verwendet wurden“, irgendwie aufgebläht zu sein schien (siehe The New Era, Nov. 1979, S. 11). Zum Beispiel finden wir Jesaja als einen der Autoren. Da Jesaja ein Buch in der Bibel ist und da das Buch Mormon selbst aussagt, dass es von Jesaja zitiert, meinen wir, dass er nicht in diese Studie gehört. Wenn wir Bibelautoren in die Liste der „Buch-Mormon-Autoren“ aufnehmen wollten, könnten wir genauso gut Moses, Matthäus und Maleachi hinzufügen (siehe Buch Mormon, S. 161, 423-429, 446-448 der engl. Ausgabe).

Die BYU-Forscher dehnen die Sache sogar noch weiter aus, indem sie den „Herrn“ wie „Jesaja zitiert“ als Teil der „24 Hauptautoren des Buches Mormon aufnehmen. In dieser Liste sind auch der „Herr“, „Jesus“ und der „Vater“ enthalten. Es scheint also, als hätten die BYU-Forscher vier „Buch-Mormon-Autoren“ aus dem Vater und dem Sohn geschaffen! Auf Seite 11 ihrer Studie in The New Era geben die Forscher zu: „Da der Begriff ‚Herr’ sich entweder auf den Vater und den Sohn beziehen kann, trennten wir die Wörter, die dem Herrn zugedacht werden, von denen, die dem Vater oder Christus zugeordnet werden.“ Demnach hat es den Anschein, dass die Liste der „24 Hauptautoren des Buches Mormon“ eher eine vorher ausgedachte Auflistung als das Ergebnis ist, das sie tatsächlich von einem Computer erhielten.

Eigentlich stehen wir Computerstudien in Bezug auf das Buch Mormon positiv gegenüber. Wir hätten besonders gern eine Studie gesehen, die die Parallelen zwischen der King-James-Version und dem Buch Mormon zeigt. Wenn ein Computer tatsächlich so programmiert werden könnte, dass er Schreibstile sortieren kann, würde er ohne Zweifel mehr als 24 verschiedene Autoren im Buch Mormon zeigen. Wir würden wahrscheinlich Moses, Jesaja, Micha, Maleachi, Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, Paulus, Jakobus, Petrus, Judas usw. finden. Wir meinen aber, dass es sehr schwierig wäre, eine akkurate stilistische Analyse eines Buches anzufertigen, das aus so vielen verschiedenen Quellen kopiert.

Im Messenger zeigen wir andere Schwächen in der BYU-Computerstudie auf. Eine ist zum Beispiel, dass eine moderne Ausgabe anstatt der Originalausgabe des Buches Mormon benutzt wurde. Da es Tausende von Änderungen im Buch Mormon gegeben hat, könnte dies wirklich eine Rolle spielen. Dr. D. James Croft, Professor für Management-Wissenschaft, Absolventenschule fürs Geschäftswesen, University of Utah, hat eine interessante Kritik über die Methoden geschrieben, die von BYU-Forschern angewendet werden. In seinem Artikel, der im Sunstone erschien, finden wir folgenden Kommentar:

 

„Unglücklicherweise zeigt eine genaue Prüfung der Studie, dass die ermutigenden Schlussfolgerungen ihres Autors vorschnell sein könnten und dass mehrere Gebiete der Studie angreifbar für Kritik zu sein scheinen:… einige Autoritäten auf dem Feld der statistischen Stilistiken haben ernste Vorbehalte zu diesen Ansichten in Bezug auf die Zuverlässigkeit oder überhaupt auf das Vorhandensein messbarer Stile. Einer der vordersten Experten im Feld von Computer- und statistischen Analysen ist Richard W. Bailey an der Universität von Michigan. Er hat gesagt:

Der Begriff ‚Wordprint’ ist unglücklich, da es die Leute an Fingerabdrücke erinnert. Wir wissen, dass Fingerabdrücke zuverlässig sind; ‚Voiceprints (Stimmabdrücke)’ sind irgendwie zweifelhaft; und wir sind uns nicht sicher, ob ‚Wordprints (Wortabdrücke)’ überhaupt existieren.

Der Grund für Baileys Pessimismus ist, dass es mehrere Studien gibt, die zeigen, dass der Stil eines Autors über die Zeit hinweg je nach Thema und litererischer Form nicht stabil ist… Es gibt zahlreiche Studien, die gezeigt haben, dass es verschiedene Stilunterschiede zwischen geschriebenen und gesprochenen Werken desselben Autors gibt. Diese Entdeckung ist besonders relevant für die Larsen-Studie, da einige Buch-Mormon-Autoren in erster Linie Geschichtsschreiber sind (Mormon und Moroni) und die geschriebene Form verwenden, während andere Redner sind (König Benjamin und Samuel, der Lamanite) und die gesprochene Form der Kommunikation verwenden. Deshalb besteht die Möglichkeit, dass einige statistische Unterschiede, die die Larsen-Gruppe herausfand, auf den Kontrast zwischen geschriebenen und gesprochenen literarischen Formen zurückgeführt werden können.

Die Haupt-Stylistik-Autorität, die im Larsen-Artikel zitiert wird, A. Q. Morton, zeigt ebenfalls auf, dass sich gesprochene und geschriebene Stile unterscheiden:… Morton demonstrierte diesen Punkt, indem er zeigte, dass die Rate der Verwendung von Bestimmten Artikeln unter den neun Büchern der Geschichte von Herodot variiert, trotz der unbestrittenen Tatsache eines einzigen Autoren. Morton betonte, dass die Fälle, in denen allgemein verwendete Wörter stichhaltige Testergebnisse liefern, ‚Ausnahmesituationen’ sind…

Somit wird genau das Vorhandensein messbarer, einheitlicher Autorenstile von Leuten auf dem Feld der Stilistik in Frage stellt. Die Stabilität dieser Stile (falls sie vorhanden sind) über die Zeit hinweg, je nach Thema und literarischer Form, ist Thema einer intensiven Debatte. Da die Larsen-Studie der Buch-Mormon-Autoren gewöhnlich Wörter als Maßstab und ‚Wordprints’ verwendet und keine Stilunterschiede zwischen Geschichtsschreibern und Rednern zulässt, sind ihre Ergebnisse ein Thema derselben Unsicherheit und der Diskussion…

Die Tatsache, dass Larsen und seine Mitarbeiter editierte Manuskripte als Rohdaten benutzten, macht ihre Studie angreifbar für noch eine weitere Art potentieller, schädlicher Kritik. Es ist verständlich, dass die Forscher die gegenwärtige Ausgabe des Buches Mormon verwendeten, da es auf computerlesbaren Magnetbändern gespeichert ist…

Während man die Computerbänder auf diese Art und Weise benutzt, umgeht man einige potentielle, subtile, statistische Probleme, aber es bringt andere hinein. Das Hauptproblem beim Gebrauch dieser Bänder als Quelle für die Wörter ( und somit für die ‚Wordprints’ ) der Buch-Mormon-Autoren ist, dass die gegenwärtige Ausgabe des Buches Mormon eine editierte Version der Originalausgabe von 1830 ist. Die kritische Frage, ob ein potentieller Autor des neunzehnten Jahrhunderts tatsächlich das Buch Mormon schrieb, kann nicht ausreichend beantwortet werden, es sei denn es werden uneditierte Passagen vom Buch Mormon mit uneditierten Passagen von Schriften der Autorenkandidaten verglichen…

Es gibt genug Änderungen durch die Herausgeber zwischen der gegenwärtigen Ausgabe des Buches Mormon und der Ausgabe von 1830, um dies ernsthaft in Betracht zu ziehen… Der bezeichnende Punkt für die Larsen-Studie ist die Tatsache, dass die meisten dieser geringeren Änderungen die häufig gebrauchten Wörter betreffen, die sich nicht aus dem Zusammenhang ergeben, die die Forscher benutzten, um ihre ‚Wordprints’ zu erstellen.

Zum Beispiel wird das Wort ‚that’ von der Larsen-Gruppe an vierter Stelle der am häufigsten verwendeten Wörter im Buch Mormon aufgelistet. Es erscheint 5717mal und wurde in den meisten Tests und berichteten Ergebnissen der Larsen-Studie verwendet. Es gibt aber über 250 Stellen, wo es in der 1830er-Ausgabe erscheint, aber nicht in der heutigen Ausgabe…

Ein sogar noch größeres Problem ergibt sich mit dem Wort „which“. Dieses Wort befindet sich an elfter Stelle der am häufigsten gebrauchten Wörter in der heutigen Ausgabe. Es erscheint 1716mal. Aber in der 1830er-Ausgabe des Buches Mormon wirde es oft an Stellen verwendet, wo „who“ oder „whom“ hätte verwendet werden müssen. Es gibt neunhundert Änderungen diesen Typs, wo „which“ nicht mehr erscheint. Das heißt, die Häufigkeit des Gebrauchs von „which“ wird zu mehr als einem Drittel unterschätzt, wenn wir lieber die heutige Ausgabe des Buches Mormon benutzen als die Ausgabe von 1830. Während dieses Wort nicht in allen Tests verwendet wurde, die in der Larsen-Studie berichtet werden, können diejenigen, in denen es verwendet wurde, nicht als stichhaltig gelten… Nur Tests, die die 1830er-Ausgabe verwenden, werden allgemein akzeptierten experimentellen Standards entsprechen.

Die Daten, die benutzt werden, um das Wortmuster von Autoren des neunzehnten Jahrhunderts darzustellen, zeigten ähnliche Probleme. Einige der Passagen dieser Autoren wurden dem Evening and Morning Star, dem Messenger and Advocate und der Times and Seasons entnommen, die alle editierte Quellen sind. Nur ein Teil der Passagen, die verwendet wurden, um Joseph Smiths ‚Wordprints’ zu bestimmen, wurden den nicht editierten Werken entnommen, wie von seinem Tagebuch oder den persönlichen Briefen…

Die Probleme des Vergleichens von einer Gruppe von editierten Wörtern (aus dem Buch Mormon) mit einer anderen Gruppe von editierten Wörtern (von unähnlichen Werken des neunzehnten Jahrhunderts) mit der Erwartung, dass statistisch subtile (und diskutierbar nicht existente) ‚Wordprints’ intakt bleiben, sind erheblich. Larsen und seine Kollegen müssten bedeutsame Arbeit leisten, um diesen Anforderungen zu genügen…

Eine Reihe von experimentellen Ausführungsproblemen, die die Studie ernsthaft schwächten, blieb von der Larsengruppe ungelöst. In einigen Fällen übertrieb die Larsen-Gruppe auch mögliche Schlussfolgerungen, die sie durch ihre statistischen Testergebnisse zogen.

Das erste experimentelle Ausführungsproblem betrifft die oft gebrauchte Buch-Mormon-Phrase ‚And it came to pass that… ( Und es begab sich, dass… )’… das Vorkommen der sechs Wörter in einer Passage des Buch-Mormon-Materials steht in einer Wechselbeziehung mit einem Erscheinen der anderen fünf Wörter und gibt einen unverzüglichen Hinweis, dass der Autor wahrscheinlich ein Geschichtsschreiber ist. Somit sollten die Wörter in dieser Phrase nicht als ‚sich nicht aus dem Zusammenhang ergebend’ etikettiert werden…

Die Größe der Ungenauigkeit, die durch die Phrase ‚And it came to pass’ eingebracht wird, bemerkt man, wenn man die Wörter untersucht, die in der Larsen-Studie verwendet wurden. Die graphische Darstellung… zeigt die 38 Wörter, die für die meisten Tests benutzt wurden. Diese Wörter sind nach der Häufigkeit, mit der sie im Buch Mormon auftreten, aufgeführt. Die Forscher benutzten bei vielen ihrer statistischen Tests nur die ersten zehn Wörter aus dieser Liste; diese ‚Top Ten’ enthält vier der Wörter in der ‚And it came to pass’-Phrase. Während in anderen Tests sämtliche 38 Wörter einbezogen werden, bedeutet die Tatsache, dass sich alle sechs Wörter aus dieser Phrase unter den 15 am häufigsten gebrauchten Wörtern befinden, dass ein gewisser unbestimmter Anteil an Abweichungen in den ‚Wordprints’ des Autors, die von den Forschern gefunden wurden, nur dieser Phrase zuzuschreiben ist.

Ein gesunder Forschungsplan muss diesen Mangel überwinden. Erzählende Passagen und rednerische Passagen müssen separat behandelt werden, wenn die ‚And it came to pass’-Phrase die Ergebnisse nicht verfälschen soll… Die meisten Arbeiten in statistischen Analysen in der Vergangenheit sind mit weniger fortgeschrittenen statistischen Hilfsmitteln durchgeführt worden. Ein wenig ist mit MANOVA und unterscheidenden Analysen gearbeitet worden. Somit wissen wir nicht viel darüber, wie diese Hilfsmittel reagieren, wenn sie auf Wortmuster derselben Autoren angewendet werden. Es kann sein, dass sie auf Grund ihrer Sensitivität statistisch bedeutsame Unterschiede in den Stilen eines einzigen Autoren ‚finden’ können. Sogar die einfachen statistischen Techniken haben diese Art von Unterschieden in einigen Werken gefunden. Somit bedeutet ein statistischer Unterschied nicht unbedingt, dass sie von verschiedenen Autoren geschrieben wurden…

Die beträchtlichen Probleme bei der experimentellen Ausführung und der Art und Weise, wie Ergebnisse ausgedrückt werden, lassen Fragen über die Stichhaltigkeit der Schlussfolgerungen, die aus der Larsen-Studie gezogen wurden, aufkommen. Wir wissen natürlich nicht, ob ein Straffen der Vorstellung über den Begriff ‚Wordprints’, die Verwendung uneditierten Materials, die Stärkung experimenteller Planung und das sorgfältigere und vorsichtigere Ziehen von Schlussfolgerungen die Ergebnisse ändern werden; möglicherweise nicht. Aber so lange eine Art von Schwäche bestehen bleibt, können keine bedeutende Schlüsse gezogen werden… jede Studie über die Autorschaft des Buches Mormon sollte mit uneditiertem Material durchgeführt werden. Die 1830er-Ausgabe des Buches Mormon muss verwendet werden… Originale Schriftpassagen, die nicht auf Grammatik oder Misslichkeit korrigiert wurden, müssen verwendet werden, um das Werk jeden Autoren des neunzehnten Jahrhunderts zu repräsentieren, mit dem das Buch Mormon verglichen werden soll…

Ergebnisse, die auf die nächste Generation von ‚Wordprint’-Studien basieren, mögen dennoch die ermutigende Stützung liefern, nach der gläubige Kirchenmitglieder suchen… Heute aber, angesichts der versuchsweisen Natur von ‚Wordprints’ und der Daten und der Probleme der experimentellen Herangehensweise, die der Larsen-Studie anhaften, wäre es besser, das Urteil, ob es möglich ist oder nicht, die Existenz von vielen Autoren des Buches Mormon nachzuweisen, zurückzustellen.“ (Sunstone, März-April 1981, S. 16-18, 20-21)

 

In Erwiderung auf Crofts Kritik erklären Wayne A. Larsen und Alvin C. Rencher:

 

„Viele von Professor Crofts Punkten scheinen die Funde und Hinweise unserer Studie zu schaden, oder zumindest abzuschwächen. Aber wir meinen, dass eine nähere Untersuchung seiner Argumente zeigt, dass unsere Hauptschlussfolgerung immer noch stichhaltig sind.“ (Ebenda, Seite 22)

 

In der Schlussfolgerung zu ihrem Artikel sagen die BYU-Forscher:

 

„Wir glauben nicht, dass unsere Arbeit oder irgendeine andere Arbeit auf diesem Gebiet ungangreifbar sein wird. Dann würde man mehr verlangen als diese Wissenschaft hergeben kann. Vielleicht brachten Druck von der Redaktion und unsere eigene Begeisterung uns dazu, einige Aussagen zu machen, die nach näherer Untersuchung einiger Überarbeitung bedurften. Wie jede begonnene Arbeit, ist sie Revisionen und Neuauslegungen, so wie zusätzlichem Auftauchen von Daten unterworfen. Dennoch glauben wir, dass unsere Studie ein starker Beweis zugunsten einer Vielfalt von Autoren des Buches Mormon ist. (Ebenda, Seite 26)

 

Edward H. Ashment von der Übersetzungsabteilung der Mormonenkirche hat einige ernste Vorbehalte in Bezug auf die fantastischen Behauptungen der BYU-Forscher geäußert. In einem Brief an den Herausgeber von Sunstone, November-Dezember 1980, S. 6, bemerkt Ashment:

 

„Die Wordprint-Analyse des Textes des Buches Mormon löst das Problem der Autorschaft nicht mehr als eine frühere Studie, mit der Rencher zu tun hatte, die Autorschaft des Jesaja-Textes löst… Wie aufregend es auch immer sein mag, muss diese Studie bestenfalls als vorläufig und als ein Versuch angesehen werden. Die einzigen Schlussfolgerungen, die zu guter Letzt stichhaltig sein können, werden sich aus ganzheitlicher Forschung ergeben.“

 

Wir glauben, dass sich Computer schließlich als sehr hilfreich dabei erweisen werden, Schriftstile auszusortieren. Aber heute sind wir gegenüber dieser Methode skeptisch. Wir meinen, dass es viele Faktoren gibt, die solch eine Studie beeinflussen könnten. Genauso wie bei der Analyse von Handschriften sind wir darüber besorgt, dass die Auslegung der Daten von der Person beeinflusst werden kann, die sie studiert. Wir erinnern uns, dass vor vielen Jahren ein Computerexperte verkündete, dass alle Briefe des Paulus in der Bibel mit Ausnahme der Römerbriefe Fälschungen wären! Wir waren natürlich nicht gewillt, solch eine aufsehenerregende Behauptung nur auf Grund einer Computerstudie zu akzeptieren, und wir bezweifeln, dass ein Mormone dies ohne zusätzliche Beweise annehmen würde. Ein neulicher Artikel in der Washington Post spricht von „einem Glaubwürdigkeitsproblem“ in Bezug auf den Gebrauch von Computern, um die Autorschaft zu bestimmen:

 

„LONDON – Ein Computer versetzte dem religiösen Fundalismus in einer Studie des Buches Genesis einen Schlag, wie hier von der Guardian-Zeitung am anderen Tag berichtet wurde. Aber Skeptik stirbt zuletzt.

Ärgerliche Fragen wurden von der Sorte von Menschen aufgeworfen, die Briefe an Zeitungen schreiben. Das Ergebnis, wie sich der Leser schon vorstellen kann, ist, dass der Computer ein Glaubwürdigkeitsproblem hat.

Die ursprüngliche Studie wurde in Israel von einem Team vorgenommen, in dem sich ein Bibelgelehrter, ein Statistiker und ein Mathematiker befanden. Sie versuchten durch High-Tech-Methoden ein bittere Debatte darüber zu aufzulösen, ob Genesis von vielen Händen geschrieben wurde, wie die meisten Gelehrten behaupten, oder, wie die Fundamentalisten behaupten, durch eine einzige Person, nämlich Moses.

Die 20.000 hebräischen Wörter von Genesis wurden in den Computer eingefüttert und dann gegen 54 verschiedene Kriterien auf die Fragestellung „viele oder einer“ ausgetestet… Das Ergebnis war ein überwältigender Sieg für Moses. Laut einem aus dem Gelehrtenteam ist es zu 82 Prozent wahrscheinlich, dass Genesis das Werk eines einzigen Autors ist.

Rev. Roger Tomes… war nicht zufrieden… Er ließ genau dieselben Tests an zwei Passagen von Genesis durchlaufen, die im Allgemeinen als von verschiedenen Autoren geschrieben angesehen wurden.

Die Tests an dem Bestimmten Artikel, an der Länge von Wörtern und an der Verwendung des Bindeworts „und“ zeigten einen hohen Grad an gewöhnlicher Autorschaft. Aber Tomes führt das Ergebnis nicht auf eine einzige Autorschaft zurück, sondern auf den Charakter der hebräischen Sprache. ‚Es gibt’, schrieb er, ‚gewisse Ähnlichkeiten in den mehr förmlichen Formen der Sprachgewohnheiten.’

Aber ein Test, Reichtum an Vokabeln, geht über die Sprachstruktur hinaus zum Charakter des Autoren. Dort tauchten große Abweichungen auf. Eine Passage von 469 Wörtern benutzte nur 98 verschiedene Vokabeleinheiten. Die zweite Passage enthielt 112 verschiedene Einheiten bei insgesamt 287 Wörtern. Ein ziemlicher Unterschied und Tomes konnte es sich nicht verkneifen ein wenig zu triumphieren. ‚Die Sache für eine einzige Autorschaft’, schrieb er, ‚muss hier ein schreckliches Hindernis überwinden.’… Ich traf Eric Silver, den Autoren des ursprünglichen Guardian-Artikels, hier in London. Ich erwähnte den Brief von Tomes.

„Silver, so stellte sich heraus, hatte die ganze Zeit Zweifel an Computern gehegt. Bei der Vorbereitung seiner Story tauchte ein entscheidender Punkt auf, den er nicht einbezog. Das Forschungsteam hatte ebenfalls eine Analyse von Immanuel Kant vorgenommen. Dieselben Tests, die offenbarten, dass Genesis mit 82-prozentiger Wahrscheinlichkeit von einem einzigen Autoren erstellt worden ist, wurden auf die Werke Kants angewendet. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Werke Kants von einer einzigen Person geschrieben wurden, war, so offenbarte die Analyse, nur 7 Prozent.

In anderen Worten: So wie es einige Dinge im modernen Leben außerhalb der Reichweite von Genesis gibt, so gibt es andere Angelegenheiten, bei denen Computer armselige Führer sind. Aber leider, so wie es religiösen Fundamentalismus gibt, gibt es auch Computer-Fundamentalismus.“ (The Washington Post, 15. November 1981)

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