ROBERTS GEHEIME MANUSKRIPTE OFFENBART Update)

ROBERTS’ GEHEIME MANUSKRIPTE OFFENBART. Auf den Seiten 82-84 dieses Buches veröffentlichten wir Beweise, die zeigen, dass B. H. Roberts, der berühmte Mormonen-Geschichtsschreiber und Generalautorität, eine Liste von Parallelen zwischen dem Buch Mormon und Ethan Smiths View of the Hebrews aufstellte. Einige neue Beweise in Bezug auf B. H. Roberts’ Interesse an View of the Hebrews sind vor kurzem ans Licht gekommen. Es ist entdeckt worden, dass Roberts ein Manuskript von 291 Seiten mit dem Titel „A Book of Mormon Study“ schrieb. In diesem Manuskript wurden 176 Seiten der Beziehung von View of the Hebrews und dem Buch Mormon gewidmet. Das Manuskript wurde nie veröffentlicht und blieb bis nach seinem Tod in der Familie. Schließlich waren wir in der Lage, eine Kopie von diesem Manuskript zu bekommen, und 1980 veröffentlichten wir es zusammen mit einem Manuskript von Roberts’ „Book of Mormon Difficulties“ in einem Buch mit dem Titel Roberts’ Manuscripts Revealed.

Bevor unsere Veröffentlichung herauskam, ging in Bezug auf Roberts’ „Book of Mormon Studies“ ein falsches Gerücht um – nämlich dass B. H. Roberts damit versuchte, auf die Einwände zu antworten, die er selbst gegen das Buch Mormon in seinem kurzen Werk von achtzehn Parallelen erhoben hatte. Dieser Gedanke ist mit Sicherheit weit von der Wahrheit entfernt. Nach einer sorgfältigen Untersuchung von Robert’s Arbeit kamen wir zum Schluss, dass er nicht nur nicht auf die Einwände gegenüber dem Buch Mormon antwortete, sondern dass es außerdem noch viele neue Probleme aufwarf.

Truman G. Madson, Professor der Philosophie an der Brigham-Young-Universität, gibt zu, dass B. H. Roberts ein Manuskript mit dem Titel „Book of Mormon Study“ vorbereitete, aber er behauptet, dass Roberts nur den „Advokaten des Teufels spielte, um Gedanken anzuregen“:

 

„Später im März 1922 bereitete Roberts einen Entwurf eines geschriebenen Berichts an die Erste Präsidentschaft und das Kollegium der Zwölf vor. Er enthielt eine weitere Erörterung der linguistischen Probleme und auch anderer Punkte. Das Studium solcher Bücher wie die von Josiah Priest, Ethan Smith und anderen führte ihn dazu, solche Fragen zu untersuchen, wie: Welche literarischen und historischen Spekulationen es im neunzehnten Jahrhundert draußen gab? Könnte Joseph Smith sie in seiner Jugend aufgegriffen haben und könnten diese Einflüsse den Grundplan für solch ein Werk wie das Buch Mormon geliefert haben? Hatte Joseph Smith einen ‚ausreichend kreativen’ Verstand, um es schreiben zu können? Und welche internen Probleme und Parallelen innerhalb des Buches Mormon riefen nach einer Erklärung? Sich solchen Fragen gegenüber’ sehend stellte Roberts eine Serie von ‚Parallelen’ zu Ethan Smiths View of the Hebrews auf; eine Zusammenfassung dieser Analyse macht Auszüge von Passagen aus Ethan Smiths Werk und reihte sie in Spalten untereinander vergleichbaren Gedanken im Buch Mormon gegenüber. Eine Untersuchung solcher Fragen war in einem maschinengeschriebenen Manuskript mit dem Titel ‚Book of Mormon Study’ enthalten.

 

Über diese bestimmte Studie muss man bestimmte Punkte im Kopf haben, um sie nicht ernsthaft misszuverstehen. Erstens war es nicht für die allgemeine Verbreitung vorgesehen, sondern es sollte den Generalautoritäten präsentiert werden, um bestimmte Kritikpunkte zu ermitteln, die man gegen das Buch Mormon hervorbringen könnte…

Zweitens war keine Ausgewogenheit beabsichtigt. Eine Art von Plädoyer für die eine Seite des Falls, geschrieben, um eine Diskussion als Vorbereitung für die Verteidigung des Werkes anzuregen, schon als wahr angenommen war das Manuskript alles andere als eine sorgfältige Präsentation von Roberts’ Gedanken über das Buch Mormon oder seiner eigenen Überzeugungen…

Lehrer, die die Herangehensweise des ‚Teufels Advokats’ anwendeten, um Gedanken unter den Studenten anzuregen, Anwälte, die in Vorbereitung ihrer Fälle vorgebracht haben, was sie als Punkte betrachten, die wahrscheinlich von ihren ehrbaren Gegnern hervorgebracht werden würden – all solche Leute würden die Unfairnis darin erkennen, solche Aussagen aus dem Kontext zu nehmen und sie als eigene reife, ausgewogene Schlussfolgerungen anzubieten. Diejenigen, die Schlechtes wünschen, erweisen der Gelehrtenschaft keinen guten Dienst, wenn sie Roberts’ dem ‚Teufels Advokaten’ ähnliche Untersuchungen auferstehen lassen; denn sie sind offensichtlich überholt. Und es ist ein Zerrbild, solche Arbeitspapiere als ordentliche Erklärungen von B. H. Roberts eigene Einschätzung des Buches Mormon anzunehmen; denn, wie dieses Papier zeigt, war seine Überzeugung von dessen Wahrheit ungebrochen und er brachte es fortwährend bis zum Zeitpunkt seines Todes zum Ausdruck.“ (Brigham Young University Studies, Sommer 1979, S. 440-442)

 

Während es keinen Beweis dafür gibt, das B. H. Roberts das Buch Mormon öffentlich verworfen hätte, führt ein sorgfältiges Lesen seines Manuskripts „A Book of Mormon Study“ einen zum Glauben, dass er dabei war, seinen Glauben an einen göttlichen Ursprung zu verlieren. Obwohl er vielleicht damit begann, nur die Rolle des „Teufels Advokaten“ zu spielen, meinen wir, dass er die Rolle so gut spielte, dass er ernste Zweifel an der Echtheit des Buches Mormon entwickelte. Die folgenden Zitate von Roberts’ Manuskript sollten für den Leser interessant sein. In Teil I, Kapitel 14, seiner Studie fasste B. H. Roberts zusammen:

 

„…hatte Joseph Smith eine ausreichend lebendige und kreative Phantasie, um solch ein Werk wie das Buch Mormon aus solchen Materialien zu erschaffen, wie in den vorangehenden Kapiteln angedeutet wurde – aus solch allgemeinem Wissen, wie es in den Gemeinschaften, in denen er in der Kindheit und Jugend lebte, vorhanden war, aus der Bibel und im Besonderen aus ‚View of the Hebrews’ von Ethan Smith? Dass solch eine Macht der Phantasie von einer hohen Ordnung sein müsste, wird eingeräumt; dass Joseph Smith eine solche Geistesgabe besaß, steht außer Frage…

Überreichliche Beweise von Joseph Smiths Macht der Phantasie existieren außerhalb des Buches Mormon. Wenn das Buch Mormon nur als aus einer menschlichen Quelle stammend angesehen werden kann, dann fällt für diejenigen, die es so sehen, der Rest des Werkes Joseph Smiths auf dieselbe Stufe…

Im Licht dieses Beweismaterials kann es keinen Zweifel über den Besitz einer lebendigen, starken, kreativen Phantasie Joseph Smiths, dem Propheten, geben, einer Phantasie, so könnte es sich aus gutem Grund einem aufdrängen, die die Anregungen erhielt, die man im „Allgemeinwissen“ über das akzeptierte amerikanische Altertum der damaligen Zeit findet; zusätzlich wäre es durch solch ein Werk wie Ethan Smiths ‚View of the Hebrews’ für ihn möglich gewesen, ein Buch Mormon zu erschaffen.“

 

In Teil II, Kapitel 1, von B. H. Roberts’ Manuskript finden wir folgende überraschende Bemerkung:

 

„Wenn man an Hand von allem, was in Teil I vorausgegangen ist, zur Ansicht gelangt, dass das Buch Mormon nur menschlichen Ursprung hat, dass eine Person mit den Joseph Smiths Beschränkungen an Erfahrung und Bildung, der aus der Nachbarschaft und der Zeitperiode kommt, der das Buch produzierte – wenn man annimmt, dass er der Autor ist, dann könnte man sagen, dass es eine Menge interne Beweise im Buch selbst gibt, die diese Ansicht unterstützen.

An erster Stelle gibt es einen gewissen Mangel an Perspektive in den Dingen, die als historische Geschichte erzählt werden, die deutlich auf einen unentwickelten Geist als ihren Urheber hinweisen. Die Erzählung fährt mit charakteristischer Missachtung von Umständen fort, die für die Vernünftigkeit notwendig wäre, als würde eine Geschichte von einem Kind mit äußerster Missachtung der Folgerichtigkeit erzählt werden.“

 

Dies sind nicht die Worte eines antimormonischen Schreibers, sondern die Worte des Mormonengeschichtsschreibers B. H. Roberts – eines der größten Gelehrten der Kirche, der je bekannt wurde. Roberts bereitete nicht nur die „Introduction And Notes“ für Joseph Smths History of the Church, vor, sondern er schrieb auch das sechsbändige Werk A Comprehensive History of The Church of Jesus Christ of Latter-day Saints. Er ist ebenfalls für seine vielen das Buch Mormon verteidigenden Werke bekannt.

Folgendes findet man in Teil II, Kapitel 2 von Roberts’ Manuskript:

 

„Derselbe Mangel an Perspektive und Folgerichtigkeit wird auch in den frühen Bewegungen der jaredistischen und nephitischen Kolonien offenbar, nachdem sie ‚im verheißenen Land’ angekommen waren. Ebenfalls finden wir die gleiche Neigung zu parallelen Ereignissen und Merkmalen, wie wir sie in der Bildung der beiden Kolonien und in den Ereignissen auf ihrer Wanderschaft durch die Wildnis und auf der Seereise bemerkt haben. Man könnte fragen, was es mit diesen Parallelen auf sich hat. Worauf laufen sie hinaus? Sollten solche Fragen gestellt werden, würde der Gegner des Buches Mormon mit Nachdruck antworten: ‚So sieht es aus. Sie liefern den Beweis, dass das Buch Mormon das Produkt eines Geistes ist, und zwar eines sehr begrenzten Geistes, der unbewusst mit nur leichten Variationen seine Visionen produzierte.’ Und die Antwort würde zumindest als bedeutend, wenn nicht als schlüssig, akzeptiert werden.“

 

In Teil II, Kapitel 3, schrieb Roberts: „Es gab andere Antichristen unter den Nephiten, aber sie waren mehr militärische Führer als religiöse Neuerer, doch mit demselben Charakter wie diese Abtrünnigen, über die wir schon gesprochen haben; aber ich denke, was hier präsentiert wird, zeigt zu genüge, dass sie alle aus einem Schlag sind, so ähnlich, dass ein Geist ihr Autor ist und dass es ein junger und unentwickelter Geist ist, aber mit frommer Neigung. Der Beweis, so gebe ich betrübt zu, weist darauf hin, so werden einige behaupten, dass Joseph Smith ihr Schöpfer ist. Es ist schwierig, zu glauben, dass sie das Produkt von Geschichte sind, dass sie durch lange Zeiträume voneinander getrennt in die Szene treten und unter einer Rasse, die die Vorfahren des roten Mannes in Amerika waren.“

Im nächsten Kapitel behauptet B. H. Roberts: „Die Anspielungen hier auf Absurditäten von Ausdrücken und Ereignissen im Buch Mormon sind nicht dazu erschaffen, das Buch Mormon ins Lächerliche zu ziehen oder es irgendwie zu verleugnen; aber sie wurden gemacht, um anzudeuten, was man ziemlich einfach als Objekte der Kritik unter der Annahme ansehen kann, dass das Buch Mormon menschlichen Ursprungs ist und dass Joseph Smith sein Autor ist, wegen dieser Absurditäten im Ausdruck, wegen dieser wundersamen Ereignisse in der Kriegsführung, wegen dieser fast nachgemachten – und sicher extravaganten – Helden; …dies sind sicher genau solche Absurditäten und Fehltritte, nach denen man suchen würde, wenn jemand mit solchen Beschränkungen, denen Joseph Smith unterworfen war, ein Buch hervorbringen würde, das von der Geschichte und der Zivilisation eines antiken und unbekannten Volkes handelt.“

Auf Seite 84-85 dieses Buches haben wir gezeigt, dass „ein anderes Buch, das Joseph Smith gelesen haben könnte, bevor er das Buch Mormon ‚übersetzte’, von Josiah Priest geschrieben wurde. Es hatte den Titel The Wonders of Nature and Providence Displayed und wurde 1825 in Albany, New York, veröffentlicht”. Es ist interessant, dass B. H. Roberts auch das Gefühl hatte, dass dieses Buch strukturelles Material für das Buch Mormon geliefert haben könnte:

 

„Vor einer Anzahl von Jahren erörterte ich in meinen Abhandlungen über das Buch Mormon unter dem Titel ‚New Witness for God’ das Thema ‚Gingen dem Buch Mormon Werke in Englisch über amerikanische Altertümer voraus, auf die Joseph Smith und seine Kameraden Zugriff hatten?’… Man bestand darauf, dass Bücher, die für einen Grundplan des Buches Mormon ausreichten und Joseph Smith zugänglich wären, nicht existierten…

Der Schreiber, der damals besorgt war, zog das Werk Josiah Priests nicht ausreichend in Betracht… Priest selbst veröffentlichte tatsächlich ein Buch… ‚The Wonders of Nature and Providence’, von ihm am 2. Juni 1824 mit Copyright versehen und bald danach in Rochester New York gedruckt, nur ungefähr 20 Meilen von Palmyra entfernt, in dessen Nähe die Familie Smith damals zu wohnen begann. Man wird beachten, dass dieses Buch der Veröffentlichung des Buches Mormon ungefähr sechs Jahre vorausging. Damals, als ich mir für mein ‚New Witnesses’ einen Überblick über die Literatur über amerikanisches Altertum, Traditionen, Ursprünge usw. verschaffte, die Joseph Smith und seine Kameraden zugänglich waren, war mir dieses Werk von Priest unbekannt, ebenso das Werk von Ethan Smith ‚View of the Hebrews’ -  außer durch Berichte darüber und dass es einige Minuten in meinen Händen war.

In diesem Buch ‘The Wonders of Nature and Providence’… beginnt Mr. Priest ausführlich zu argumentieren, dass die Indianer Nachkommen der Israeliten sein könnten… er zitiert insgesamt 40 Schriftstellen,… die auf die eine oder andere Art den Standpunkt verteidigen, dass die amerikanischen Indianer Israeliten seien… es ist zusammen genommen wahrscheinlich, dass diese beiden Bücher, Priests ‚The Wonders of Nature and Providence’, 1824, und Ethan Smiths ‚View of the Hebrews’… sich entweder im Besitz von Joseph Smith befanden oder ihm sicher bekannt waren, denn sie waren für ihn mit Sicherheit erhältlich und natürlich die gesamte Sammlung des zitierten Materials… insgesamt werden etwa 40 oder 50 frühere Autoren zitiert…

Außer dass über die Themen weithin diskutiert wurde,… hat sich im Laufe der Jahre ein Allgemeinwissen über solche Themen aufgebaut; man sprach dann gewöhnlich von ‚Angelegenheiten des Allgemeinwissens’; solches Allgemeinwissen existierte in ganz New England und New York… die vorherrschenden Vorstellungen überall in den genannten Regionen in Bezug auf die amerikanischen Indianer bevorzugten die Ansicht, dass sie hebräischen Ursprungs wären,… Und bei dem Vorhandensein eines solchen Körpers des Wissens, oder das, was als ‚Wissen’ anerkannt wurde, und einer Person mit lebendiger und konstruktiver Macht der Phantasie, die damit in Berührung kommt, bleibt für Zweifel wenig Raum, dass es für Joseph Smith möglich gewesen sein könnte, ‚eine Theorie über den Ursprung seines Buches Mormon im Einklang mit diesen vorherrschenden Ansichten zu konstruieren; und besonders da dieses ‚Allgemeinwissen’ im Fast-Handbuchformat durch das kleine Werk von Ethan Smith vorangetrieben wurde,… es scheint so, als müsse man folgern, dass solches ‚Allgemeinwissen’ in New England existierte, dass Joseph Smith damit Berührung hatte, dass mindestens ein Buch, mit dem er sehr wahrscheinlich vertraut war, sehr wohl den strukturellen Umriss für das Buch Mormon geliefert haben könnte und dass Joseph Smith solche kreativen Vorstellungskräfte besessen hatte, was alles ziemlich in den Bereich der Wahrscheinlichkeit bringt, dass das Buch Mormon auf diese Weise erstellt worden sein könnte.“ („A Book of Mormon Study“, Teil I, Kapitel 1)

 

In Teil I., Kapitel 7, desselben Manuskripts, stellt B. H. Roberts folgende Frage: „Könnte man einem Untersucher des Buches Mormon die Schuld geben, wenn er entscheiden müsste, dass Ethan Smiths Buch mit seinen Ideen über die Teilung seiner Israeliten in zwei Völker, mit seinen Ideen von ‚schrecklichen Kriegen’ zwischen ihnen und der Barbarei, die den zivilisierten Teil überwand – zur Gestaltung derselben hauptächlichen Dinge im Buch Mormon führten?“

B. H. Roberts machte in Teil I, Kapitel 13, folgende Bemerkung: „Was die erste Überlegung betrifft, so gibt es in diesem Fall in Bezug auf die Produktion von Ethan Smiths Buch und ob es genug Zeit gab, in der Umgebung, wo beide Bücher erstellt wurden, allgemein bekannt zu werden, absolute Gewissheit; denn Ethan Smiths Buch durchlief in New England zwei Auflagen, bevor das Buch Mormon veröffentlicht wurde. Was die zweite Überlegung betrifft, so ist in diesem Fall die Wahrscheinlichkeit, dass Joseph Smith mit Ethan Smiths Buch in Berührung kam, nicht nur sehr groß, sondern sie gipfelt in einer sehr hohen Gewissheit. Da es in einer Grafschaft veröffentlicht wurde, angrenzend an die, wo sie lange Zeit zu Hause waren, und da man sehr allgemein Interesse an dem Thema hatte, nicht nur in New England, sondern auch in New York, wäre es ein Wunder, wenn sie Ethan Smiths Buch nicht gekannt hätten.“

Weiter machte Roberts im selben Kapitel folgende Bemerkungen: „Aber um nun von dieser momentanen Abweichung zum Hauptthema dieser Schrift zurück zu kehren – nämlich, lieferte Ethan Smths Buch ‚View of the Hebrews’ strukturelles Material für Joseph Smiths Buch Mormon? Es ist auf diesen Seiten aufgezeigt worden, dass es viele Dinge im ersteren Buch gibt, die in dem letzteren viele hauptsächliche Dinge angeregt haben könnten. Nicht nur einige Dinge, ein oder zwei oder ein halbes Dutzend, sondern viele; und es ist diese Tatsache von vielen Ähnlichkeiten und ihre anhäufende Kraft, die sie zu einer Gefahr für Joseph Smiths Geschichte des Ursprungs des Buches Mormon macht…

Das Material in Ethan Smiths Buch hat den Charakter und die Menge, um einen grundlegenden Plan für das Buch Mormon schaffen zu können…

Können solch zahlreiche und erschreckende Punkte der Ähnlichkeit und des nahe liegenden Kontakts nur bloßer Zufall sein?“

B. H. Roberts hatte auch das Gefühl, dass die Bibel den Samen für Joseph Smiths ergiebige Phantasie geliefert haben könnte: „Man könnte also auch denken, dass Matthäus und Sacharja Material für die Zeichen der Geburt des Messias im Buch Mormon geliefert haben.

Ebenso die Buch-Mormon-Zeichen für den Tod des Messias und die Auferstehung… Die drei Stunden Finsternis, zu drei Tagen Finsternis ausgeweitet, das offensichtlich kurzzeitige Erdbeben bei Matthäus auf drei Stunden Erdbeben, die lokale Spaltung von Felsen in Matthäus zur Spaltung eines Kontinents; und die Furcht des römischen Zenturios und derer, die bei ihm waren, zum Schrecken eines ganzen Volkes.

Mit diesen Dingen als Anregungen, wie die Zeichen der Geburt und des Todes und der Auferstehung des Messias, und zusammen mit zugegeben lebendigen, starken und konstruktiven Vorstellungskräften, um dies alles auszuarbeiten, muss man es nicht als ein undenkbares Verfahren und Werk ansehen.“ (Ebenda)

Auf den Seiten 64-65 dieses Buches demonstrierten wir, dass sich die großen Wiedererweckungsbewegungen, die in den 1820ern durch New York fegten, im Buch Mormon wiederspiegeln. B. H. Roberts sah dies ebenfalls als eine Möglichkeit an: „Es ist jetzt verdeutlicht worden, dass diese Szenen religiösen Wahnsinns in der Umgebung, wo Joseph Smith während seiner Jugend und seines frühen Mannesalters wohnte, gewöhnlich waren… Joseph Smith selbst kam mit diesem emotionalen Phänomen in eigener Erfahrung nach ihrer Wiedergeburt in den frühen Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in Kontakt. Die Frage ist: Führte seine Kenntnis von diesen Dingen zur Einführung von Ähnlichem in die Buch-Mormon-Erzählung? Ich denke, es steht außer Frage, dass es ausreichend Ähnlichkeiten gibt… um den Gedanken zu rechtfertigen, dass das Letztere sehr gut angeregt haben könnte und in der Tat zur Quelle des Ersteren wurde.“ (Ebenda, Teil II, Kapitel 5)

In Teil II, Kapitel 6, seines Manuskripts bemerkte B. H. Roberts: „Es kann keinen Zweifel geben, dass der Stil des Predigens, des Ermahnens, Betens und Warnens zusammen mit den Betonungen und Absichten in solch einem Werk der christlichen Geistlichkeit, wie sie Joseph Smith wahrnahm, zutiefst von diesen ersten und größten, beliebten evangelischen Predigern des Protestantischen Christentums – John Wesley, George Whitefield, Jonathan Edwards und Dr. Thomas Coke usw. – beeinflusst wurde.“ Roberts bringt ausführliche Auszüge aus einigen religiösen Schriften, die Joseph Smith erhältlich gewesen sein könnten. Ein Zitat aus den „Achtzehn Predigten“ von George Whitefield, 1808 veröffentlicht, enthält folgende Aussage: „…Mich dünkt, als sähe ich… den Richter auf seinem Thron sitzen,…“ Dies erinnert uns an Almas Aussage im Buch Mormon, Alma 36:22: „…mich dünkt, als sähe ich… Gott auf seinem Thron sitzen,…“

 

Nach einer sorgfältigen Untersuchung des Manuskripts von B. H. Roberts „A Book of Mormon Study“ sind wir zu dem Schluss gekommen, dass er eine exzellente Arbeit bei der Zusammenstellung von Beweisen geleistet hat, um zu zeigen, dass Joseph Smith an Hand des ihm zur Verfügung stehenden Materials das Buch Mormon hätte schreiben können. In einem Artikel, veröffentlicht in The Journal of Pastoral Practice, Bd. III, Nr. 3, Seite 123-24 bemerkte Wesley P. Walters zur Aufdeckung von Roberts Manuskripten:

 

„Zwei unveröffentlichte Manuskripte tauchten kürzlich in Salt Lake City, Utah, auf, die von dem bekannten Mormonenhistoriker Brigham H. Roberts geschrieben wurden und vorschlagen, dass Joseph Smith Jun. das Buch Mormon selbst geschrieben haben könnte. Sie wurden zwischen 1922 und dem Zeitpunkt von Roberts’ Tod 1933 geschrieben und sie stellen ohne Zweifel die objektivste Betrachtung des Ursprungs des Buches Mormon dar, die je von einer Generalautorität der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage aufgestellt wurde. Mr. Roberts gibt zu, dass sich das Buch Mormon im Konflikt mit dem befindet, was heute über die frühen Einwohner Amerikas an Hand archäologischer Untersuchungen bekannt ist. Er argumentiert, dass Joseph Smith Jun. das Buch selbst produziert haben könnte, seine hochentwickelte Phantasie und das ‚Allgemeinwissen’ über die amerikanischen Ureinwohner vorausgesetzt, das zu seiner Zeit im Umlauf war, und er bringt eine Fülle von Beweisen vor, dass das Buch ein Produkt des intellektuellen Klimas des frühen neunzehnten Jahrhunderts ist.

Ob Mr. Roberts diese Werke schrieb, um die Haupteinwände gegen die göttliche Herkunft des Buches Mormon zusammenzufassen, oder ob er selbst in den Zweifel an die Göttlichkeit des Buches gekommen ist, ist schwer zu sagen. Die Briefe, die die Manuskripte begleiten, lassen das Erstere vermuten, aber die Manuskripte selbst schaffen den entschiedenen Eindruck, dass Mr. Roberts in Zweifel über den göttlichen Ursprung des Buches geraten ist. Ein Mormonenprofessor bemerkte, nachdem er das Manuskript gelesen hatte: ‚B. H. Roberts war nahe daran, Joseph Smith Jun., soweit die höfliche Sprache eines religiösen Mannes es erlauben würde, einen Schwindler und Betrüger zu nennen.’ Welches Motiv auch immer dahinter stand, die Manuskripte an sich verdienen Beachtung und stellen eine der stärksten Aussagen dar, die je von einer anerkannten Mormonenautorität gemacht wurden, die den göttlichen Ursprung des Buches Mormon in Frage stellen.“


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